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Ein Alltag voller Begegnungen im KWA Stift am Parksee

"Gemeinschaft passiert einfach"

Mal wird gesungen, mal gekegelt, mal konzentriert an einem Spielbrett gesessen. In einem Raum wird herzlich gelacht, im nächsten entspannt und ruhig Gymnastik betrieben. Das Leben im KWA Stift am Parksee in Unterhaching verteilt sich über zahlreiche Orte und Momente. Und immer wieder kommen Menschen zusammen, bleiben stehen, setzen sich dazu. Nicht, weil sie müssen. Sondern weil sie es wollen.

Unterhaching, 17. April 2026

Ein Platz ist nie lange frei

Am Nachmittag ist das Café-Restaurant einer dieser Orte. Stimmen mischen sich, Gläser klirren, jemand winkt durch den Raum. Ein freier Platz bleibt nicht lange unbesetzt. „Wenn ich ins Café gehen möchte, dann finde ich fast immer jemanden, der mich begleitet“, erzählt Angelika Mangstl. Ein kurzer Anruf genügt und schon steht die spontane Verabredung. Seit drei Jahren lebt sie im Wohnstift, und es wirkt, als habe sie ihren Platz hier von Anfang an gefunden. „Ich habe mich sofort wohlgefühlt.“ 

Bewohnerin Angelika Mangstl mag die Gemeinschaft im KWA Stift am Parksee.

Als erste Bewohnerin ihres Stockwerks im Haus Park konnte sie schnell Kontakte knüpfen, weil viele ihrer heutigen Nachbarn kurz nach ihr eingezogen sind. Was mit Flurgesprächen und zufälligen Begegnungen bei Aktivitäten oder im Café-Restaurant begann, entwickelte sich schnell weiter. Heute gibt es einen festen Stammtisch, bei dem sich die Bewohnerinnen und Bewohner ihrer Etage regelmäßig treffen und austauschen. „Wenn alle da sind, sind wir 15 Leute“, sagt sie und lacht. Gemeinschaft, das klingt bei ihr leicht. Fast selbstverständlich.

Ein neues Zuhause, das verbindet: Offenheit als Schlüssel zum Ankommen

Ein Stockwerk tiefer öffnen Margret und Hans Brydniak ihre Wohnungstür. Seit über 60 Jahren sind sie verheiratet, seit zwei Jahren leben sie im Stift am Parksee. Ihr großes Haus war Ihnen im Alltag zu viel geworden. „Wir sind sehr offen zu allen Menschen“, erzählt Margret Brydniak. Entsprechend leicht fiel dem Ehepaar das Ankommen im neuen Zuhause. „Wir haben uns zunächst einmal alles angeschaut“, berichtet Hans Brydniak. „Nicht alles war passend für uns, aber wir können über jedes Angebot mitreden“ ergänzt er nicht ohne Stolz. 

Margret und Hans Brydniak unterstützen gerne andere Bewohnerinnen.

„Wenn ich mich öffne, gibt es hier mehr als genug Angebote. Man wird ja zu nichts gezwungen.“ Heute gehören Gymnastik, Spielenachmittage, Gedächtnistraining, die Singgruppe oder auch der bayerische Nachmittag ganz selbstverständlich dazu. Hans Brydniak, früher selbst ein aktiver Sportler, springt bei Bedarf gerne auch als Trainer im Gymnastikkurs ein. Ihm ist es wichtig, dass dieses Angebot regelmäßig stattfindet. „Es hilft mir und den anderen auch“, sagt er wie selbstverständlich. Denn auch das gehört zu Gemeinschaft dazu, sich gegenseitig zu unterstützen. 

Vom Dabeisitzen zum Dazugehören: Wenn aus Begegnungen Gemeinschaft wird

Mittwochnachmittag 15 Uhr, Schafkopfrunde. Peter Hohenberger sitzt mit drei anderen Bewohnern am Tisch, die Karten werden gemischt, kommentiert, manchmal auch diskutiert – aber nie lange. „Fehler darf man machen“, sagt er. „Bei uns geht’s eher lustig zu.“ Seit September 2025 lebt er im Wohnstift. In seiner Zwei-Zimmerwohnung im Betreuten Wohnen, in der er vorher lebte, sei es immer ruhiger geworden. Es gab irgendwann keine Hausgemeinschaft mehr, „keiner kannte mehr wen“, erzählt er. 

Hier im Wohnstift hat sich aber wieder etwas ergeben. Nicht geplant, sondern durch eine Begegnung. Ein Nachbar lud ihn zum Kartenspiel ein, erst schaute er zu, dann spielte er mit. Heute ist er festes Mitglied der Schafkopfrunde. „Ich habe immer Gemeinschaft gesucht oder sie auch selbst initiiert“, sagt der ehemals ehrenamtliche Jugendtrainer. Die Zeit vor 9 Uhr morgens ist ihm allerdings heilig „da hat niemand etwas von mir zu wollen“, sagt er schmunzelnd.

Nähe und Freiraum: Warum beides zum guten Leben gehört

Auch bei Hedda und Klaus Wohak ist es die Balance zwischen Gemeinschaft und eigenem Rückzugsort, die ihren Alltag im Wohnstift bestimmt. Drei Jahre lebt das Ehepaar inzwischen im KWA Stift am Parksee, zwar weit entfernt von seinem früheren Zuhause in Wiesbaden – aber näher bei der Tochter. Das alte Leben fehlt manchmal noch, besonders die engen Freundschaften. „Die ersetzt man nicht so einfach“, sagen beide. Und doch ist für sie in Unterhaching etwas Neues entstanden: ein fester Tisch beim Mittagessen, zweimal pro Woche Gymnastik, Spaziergänge am Nachmittag und im Frühjahr können sie endlich wieder Boule im Stiftspark spielen. 

Für Hedda und Klaus Wohak ist die Balance zwischen Gemeinschaft und Selbstständigkeit wichtig.

„Gemeinschaft ist uns wichtig“, betont Hedda Wohak. Deshalb entscheiden sie bewusst, wann sie ins Café-Restaurant gehen, welche Veranstaltung sie besuchen. Die eigene Wohnung bleibt Rückzugsort. Hedda Wohak kümmert sich um die Kräuterschnecke im Garten, ihr Mann sortiert Bücher in der Stiftsbibliothek. Kleine Aufgaben, die verbinden. „Im Grunde führen wir unser Leben ähnlich wie früher fort“, sagt er. „Nur eben anders organisiert.“ 

Füreinander da sein: Wenn kleine Gesten Großes bedeuten

Und auch das „Aufeinander schauen“ ist ein wesentlicher Bestandteil der Gemeinschaft im Wohnstift. Das betonen alle unsere Gesprächspartner. „Bei den kleinen Dingen des Alltags unterstützen“, so nennt es Klaus Wohak. Sei es, dem Nachbarn etwas vom Einkaufen mitzubringen oder gemeinsame Zeit zu schenken. Apropos, Zeit. Einmal in der Woche spielt Angelika Mangstl Scrabble mit einer 104-jährigen Bewohnerin. „Das ist mir wichtig“, sagt sie. Peter Hohenberger erzählt von einer Nachbarin, die an den Rollstuhl gebunden ist „Ich rufe sie täglich an und frage, wie es ihr geht.“ Auch zum Kaffee hat er sie schon eingeladen. Im Stift am Parksee schaut man aufeinander, besonders auf jene, die nicht mehr so aktiv sein können.

Und am Ende ist es vielleicht genau das, was zählt: ein Platz am Tisch, ein fester Termin in der Woche, ein Anruf, der nicht viel Zeit kostet. Im KWA Stift am Parksee entsteht Gemeinschaft nicht auf einmal. Sie wächst vielmehr im Alltag, in Wiederholungen, in kleinen Gesten. Und vielleicht liegt gerade darin ihre besondere Stärke: dass sie sich nicht aufdrängt, sondern einfach da ist. Genau dann, wenn Menschen sie brauchen.

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