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Noch viel Luft nach oben in der Pflegeausbildung

Neuer Index „PIX“ liefert Werte und Kennzahlen für Deutschland und die einzelnen Bundesländer.

Unterhaching/München, 3. Februar 2020. – Seit dem 1.1.2020 ist das neue Pflegeberufegesetz in Kraft. Die Bundesregierung flankiert die Einführung der neuen Pflegeausbildung im Rahmen einer großangelegten Ausbildungsoffensive mit Werbe- und Imagekampagnen. Denn mit der neuen Pflegeausbildung in Deutschland sind viele Hoffnungen verbunden. Alles soll besser und attraktiver werden. Vor allem sollen (noch) mehr Menschen für einen Pflegeberuf begeistert werden. Aus den bisherigen Ausbildungen Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege und Altenpflege wird künftig eine einheitliche, generalistisch ausgerichtete Pflegeausbildung, die mit dem Titel Pflegefachfrau, Pflegefachmann abschließt. 

Um die Entwicklung der Ausbildung in den Pflegeberufen künftig objektiv und transparent beurteilen zu können, hat die gemeinnützige und unabhängige KWA Akademie den Pflegeausbildungsindex PIX entwickelt und jetzt in München vorgestellt. PIX präsentiert zum einen die Zahlen der Pflegeausbildung: Im Schuljahr 2018/2019 standen insgesamt 142.446 Personen in einer dreijährigen Ausbildung in einem Pflegeberuf: 70.153 im Bereich der Altenpflege, 64.511 im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege und 7782 im Fachgebiet Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Bis 2023 – so die offizielle Zielsetzung der Bundesregierung – soll die Zahl der Auszubildenden in der Pflege um 10 Prozent gesteigert werden. Insgesamt 156.691 Personen sollten dann also in einer Pflegeausbildung stehen. 

Der PIX referiert aber nicht allein die Ausbildungszahlen, der PIX setzt diese Zahlenwerte in Relation zu den Einwohnerzahlen – bundesweit und in den Ländern. Dabei ergeben sich bemerkenswerte Befunde. So liegen die einwohnerstarken Flächenstaaten in Sachen Pflegeausbildung zwar in absoluten Zahlenwerten quantitativ an der Spitze der Länder. Setzt man diese Werte allerdings mit den jeweiligen Einwohnerzahlen in Relation beziehungsweise mit der Bevölkerungsgruppe 80 +, die vor allem auf Pflege und Begleitung angewiesen ist, dann sacken diese Länder im Vergleich zu anderen Bundesländern deutlich ab. Einige Bundesländer haben in Sachen Pflegeausbildung noch viel Luft nach oben.

In Baden-Württemberg kommt beispielsweise auf 34 Einwohner mit einem Alter von über 80 Jahren (80+) ein Pflegeschüler, im Saarland hingegen weist die Statistik einen Wert von knapp 27 Einwohnern der Altersgruppe 80+ pro Pflegeschüler auf. Damit ist das Saarland derzeit Spitzenreiter in Sachen Pflegeausbildung, wenn man die Zahl der Pflegeschüler auf die Zahl der über 80-Jährigen bezieht. Der arithmetische Mittelwert für Deutschland liegt bei 36 Einwohnern der Altersgruppe 80+ pro Pflegeschüler. Es zeigt sich, dass einige Bundesländer diesen Mittelwert deutlich unterschreiten, also „ungünstigere“ Zahlen aufweisen, wie z. B. Bayern, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Besonders auffällig sind die Schülerzahlen in Hessen. Mit knapp 809 Einwohnern insgesamt und 48 Einwohnern der Altersgruppe 80+ je Pflegeschüler ist Hessen vorerst Schlusslicht beim Ranking der Pflegeausbildung.

Der Pflegeausbildungsindex (PIX) wird jährlich von der KWA Akademie auf der Basis offizieller Daten ermittelt und in Zusammenarbeit mit dem Medienhaus Vincentz Network (Hannover) veröffentlicht.

Der PIX wird sichtbar machen, wie sich die Werte der deutschen Pflegeausbildung in den kommenden Jahren entwickeln. Auch Tendenzen, für die das Pflegeberufegesetz maßgeblich mit verantwortlich sein wird, werden erkennbar sein. Der PIX wird somit offenlegen, ob die Regierungen auf Bundes- und Länderebene ggf. zusätzliche Maßnahmen treffen (müssen), um die Entwicklungen in der Pflege weiterhin positiv zu beeinflussen. Denn es ist unbestritten, dass eine alternde Gesellschaft künftig (noch viel mehr als bereits heute) gut ausgebildete Pflegefachkräfte benötigt. Insbesondere Bundesländer mit einem hohen Anteil hochaltriger Menschen werden ausgeklügelte Strategien und engagierte Maßnahmen zur Sicherung der Fachkraftausbildung treffen müssen. Mit dem PIX stellt die KWA Akademie allen Entscheidungsträgern ein belastbares Instrument zur Verfügung.

 

Ausführliche Informationen zum Pflegeausbildungsindex PIX als PDF
Hieraus einige ausgewählten Tabellen:

 

PIX – Pflegeauszubildende in Deutschland im Schuljahr 2018/2019 und Zielsetzung 2023

Ein zentrales Ziel der Ausbildungsoffensive Pflege ist es, die Zahl der Auszubildenden und ausbildenden Einrichtungen bis 2023 um 10 Prozent zu erhöhen. Dabei gilt 2019 als Referenzjahr. Wenn diese Steigerung erreicht werden soll, dann müssen in den kommenden Jahren, zusätzlich zu den im Schuljahr 2018/19 vorhandenen 142.446 Auszubildenden (in allen drei bisherigen Pflegeberufen) weitere 14.245 Ausbildungsplätze geschaffen und besetzt werden.

 

PIX – Pflegeauszubildende in Deutschland und nach Bundesländern, Schuljahr 2018/2019 (Stichtag 31.12.2018), Gesamteinwohnerzahlen und Einwohner der Altersgruppe 80+

 

PIX – Einwohner gesamt und Einwohner 80+ je Pflegeschüler im Schuljahr 2018/2019
(Stichtag 31.12.2018) bundesweit und nach Bundesländern

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Der Pflegeausbildungsindex PIX – ein Instrument zur Messung der Pflegeausbildung in Deutschland – wurde von der gemeinnützigen und unabhängigen KWA Akademie in München entwickelt. Er wird künftig einmal jährlich erhoben und in Zusammenarbeit mit dem Verlagshaus Vincentz Network in Hannover veröffentlicht. Die KWA Akademie – als Teil der KWA Kuratorium Wohnen im Alter gAG - befasst sich satzungsgemäß mit Bildungsaufgaben sowie Untersuchungen und Forschungen zu Fragestellungen des demografischen Wandels.

 


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