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Ein Besuch im KWA Stift Rupertihof

Gut in Form - mit Musik und Sport

„Dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füße“, schrieb der Schriftsteller Martin Walsers einst in seinem Gedicht „Mut“. Wer sich bewegt, der kommt voran – sowohl geistig wie körperlich. Zu diesem Ergebnis kommen immer wieder auch wissenschaftlichen Studien. Wer daher im Alter regelmäßig Sport treibt oder sich geistig beschäftigt, erhöht die Chance, so lange wie möglich fit zu bleiben und reduziert das Risiko für den Abbau von kognitiven Fähigkeiten. Zwei in dieser Hinsicht beeindruckende Persönlichkeiten, sind Kunigunde Bagemihl und Angelika Jaksch, die im KWA Stift Rupertihof in Rottach-Egern am Tegernsee leben.

Rottach-Egern, 01. Juli 2026

Ein besonderer Schatz aus der Musikgeschichte

Kunigunde Bagemihl ist 90 Jahre jung und hat ein ganz besonderes Lebenselixier: die Musik. Musik begleitet sie ihr ganzes Leben. In ihrer Jugend lernte sie Klavierspielen und später auch Flöte und Violine. Von der Begeisterung für Musik zeugt auch ein antiker Schrank in ihrer Wohnung. Dieser war einst im Besitz des Pianisten, Dirigenten und Gründer der Berliner Philharmoniker, Hans von Bülow. Er enthält zahlreicher Bücher, Noten und viele Schriftstücke aus dem Nachlass von Bülows. „Meine Mutter erhielt den Schrank samt Inhalt als Vermächtnis von dessen Witwe Marie von Bülow nach deren plötzlichen Tod im Jahr 1941. Meine Mutter und Marie von Bülow waren eng befreundet“, erzählt sie. 

Ihre liebe zur klassischen Musik hält sie auch mit 90 Jahren geistig fit.
Kunigunde Bagemihl im Gespräch mit alternovum-Chefredakteur Michael Fischer
Einmal im Monat leitet Kunigunde Bagemihl den Klassik-Musik-Nachmittag im KWA Stift Rupertihof.

Klassik, die verbindet und bereichert

Im KWA Stift Rupertihof trägt Kunigunde Bagemihl ihre tiefe Liebe zur Musik weiter: Einmal im Monat leitet Kunigunde Bagemihl überaus kundig den Klassik-Musik-Nachmittag ein, auf dem wechselnde Einspielungen klassischer Werke von Bach, Beethoven und Mozart, Chopin oder Schubert zu hören sind. Nahezu täglich sucht sie im Internet Konzertberichte sowie Informationen über die jeweiligen Einspielungen und liest darüber hinaus auch in den Schriften aus von Bülows „Notenschrank“. 

Musik als Lebenselixier

„Oft bin ich so glücklich vertieft beim Prüfen einer klanglich außergewöhnlich schönen CD-Aufnahme, dass ich alles um mich herum vergesse. Gott sei Dank habe ich hier nette Mitbewohner, die mich herausklingeln, um an die frische Luft zu kommen“, berichtet die charismatische Dame und ergänzt: „Ich fühle mich hier liebevoll betreut und geistig bereichert durch viele schöne Erlebnisse, die meine musischen Interessen weiter anregen.“

Angelika Jaksch trainiert regelmäßig im bestform-Fitness-Studio im KWA Stift Rupertihof.
Bei schönem Wetter nutzt die 79-Jährige auch gerne den Outdoor-Fitness-Parcour im Stiftsgarten.
Mit einem starken Willen und Disziplin bleibt Angelika Jaksch fit.

Individuelles Training nach dem bestform-Konzept

Im Alter beweglich zu bleiben ist auch der Antrieb der Bewohnerin Angelika Jaksch. Die 79-Jährige trainiert regelmäßig im Fitnessstudio des KWA Stift Rupertihof nach dem bestform-Konzept, das Wissenschaftler des Instituts für präventive Sportmedizin und Sportkardiologie der Technischen Universität München entwickelt haben. Dreimal die Woche hält sie sich an verschiedenen Arm- und Beintrainern fit, nutzt eine Balanceplattform für die Koordination und einen Fahrradergometer zum Ausdauertraining. Am Handgelenk trägt sie ein Armband mit Chipkarte. Auf dem Chip sind die aktuellen Einstellungen für jedes Sportgerät gespeichert. Das Trainingsprogramm von Angelika Jaksch dauert etwa eine Stunde. Bei gutem Wetter nutzt sie auch den Outdoor-Sportparcours im Stiftsgarten. 

Bewegung als Kraftquelle im Alltag

Im Clubraum, in dem sie regelmäßig Doppelkopf spielt, erzählt sie von ihrer Motivation: „Wenn ich beweglich bin, fühle ich mich wohl. Ich muss mich einfach bewegen und fit sein – auch für meinen Mann.“ Ihr Mann lebt bereits seit dreieinhalb Jahren im KWA Stift Rupertihof, sie selbst ist ein halbes Jahr später eingezogen und kümmert sich um ihren demenziell erkrankten Partner. Ihn nimm sie oft mit auf Spaziergänge, was beide sehr genießen. Sie selbst nutzt neben dem bestform-Programm noch weitere Angebote im Stift: donnerstags die Hockergymnastik und immer wieder spielt sie auch Tischtennis. Darüber hinaus unternimmt sie Radtouren in die schöne Umgebung des Tegernsees. „Bewegung ist ja auch gut für den Geist“, weiß sie, „deswegen konnte ich auch meine Wohnungsnachbarin zum Sport motiviert!“ 

Starke Wille und Disziplin

Dass sie mit zwei künstlichen Kniegelenken und zweimaligem Oberschenkelbruch überhaupt so viel Sport treiben kann, hat sie ihrem starken Willen und ihrer Disziplin zu verdanken – und den Möglichkeiten im Stift Rupertihof: „Die Anlage hier ist großzügig und bietet so viel. Neben unserem Fitnessraum genieße ich oft den Garten und nutze auch die Gelegenheit für gemeinsame Spaziergänge, zu denen wir ins Umland mit dem Bus gefahren werden. Ich fühle mich einfach sehr wohl hier! Es ist wie in einem Hotel.“ 

Angelika Jaksch und Kunigunde Bagemihl sind zwei starke Frauen, die auch im Alter selbstbestimmt leben – und Vorbildcharakter zeigen.

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