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Im Gespräch mit Nadine Chamberlain, Mitglied der KWA-Geschäftsleitung
Wie möchten wir im Alter leben? Selbstbestimmt, individuell und mitten im Leben – so wünscht es sich eine neue Generation. Im Interview erläutert Nadine Chamberlain, Mitglied der KWA-Geschäftsleitung, wie persönliche Wohnräume, Gemeinschaft und passende Unterstützung diesen Vorstellungen Raum geben.

Unterhaching, 01. Oktober 2026
Die Zahlen sind eindeutig: Laut Berechnungen des Statistischen Bundesamts wird bereits 2035 jeder vierte Mensch in Deutschland 67 Jahre oder älter sein. Bis Ende der 2030er-Jahre steigt die Zahl der Menschen im Rentenalter auf über 20 Millionen, und auch die Gruppe der Hochaltrigen ab 80 Jahren wächst spürbar. Entscheidend ist dabei aber nicht allein, dass wir älter werden, sondern dass wir anders altern. Menschen werden zwar faktisch älter, fühlen sich aber jünger und bleiben länger fit.
Welche Haltung diese Generation antreibt, zeigt eine österreichische Studie zum Thema Senior Living. Die kommende Generation, so die Studie, sei fitter, gesünder und digitalaffiner als jede andere vor ihr. Fazit: Das Credo der heutigen Generation 65+ lautet „Selbstbestimmtheit im Alter".
„Das entspricht ganz unserem Leitsatz ‚Leben. Wie ich es will.‘“, sagt Nadine Chamberlain, Mitglied der KWA-Geschäftsleitung und dort verantwortlich für Immobilien und Bau. Zuvor arbeitete sie in der Zukunftswerkstatt des Ausschusses „Gesundheits- und Sozialimmobilien“ des bundesweit tätigen Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) mit. Als stellvertretende Ausschuss-Vorsitzende war sie an politischen Lösungen für das Leben und Wohnen im Alter beteiligt. „In unseren KWA-Häusern ist es heute schon so. Bewohnerinnen und Bewohner gestalten ihre Wohnung ganz individuell mit Möbeln und Dekoration als ihr ganz persönliches Zuhause. Sie nutzen kulturelle und kulinarische Angebote, bleiben durch Sport, Engagement und Gemeinschaft mitten im Leben – und haben zugleich die Sicherheit, dass sie in unseren Wohnstiften stets die passende Unterstützung erhalten, wenn sie es wünschen.“
Eine zunehmend aktive, gesunde und anspruchsvolle Generation definiert neu, was Wohnen im Alter in Zukunft bedeutet. „Altersgerechtes Wohnen ist eine unterschätzte Herausforderung für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft“ – zu diesem Ergebnis kommt eine Trend-Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. „Beim Wohnen setzen wir bei KWA auf barrierereduzierte oder sogar barrierefreie Wohnungen mit gutem Zuschnitt, ausreichend breiten Wohnungs- und Raumtüren, genügend Raum in der Küchenzeile und im Bad sowie auf einen ebenerdigen Zugang zur Dusche“, erklärt Chamberlain. „Wir wissen aus Erfahrung, dass mit steigender Aufenthaltsqualität auch die Lebensfreude wächst.“
Wenn beispielsweise ein Paar einzieht und sich mehr Raum wünscht, werden in den KWA-Wohnstiften schon einmal zwei kleinere Wohnungen zu einer großen zusammengelegt. „Das haben wir zuletzt in unseren Häusern in Bad Krozingen oder auch in Ottobrunn umgesetzt“, berichtet die KWA-Geschäftsführerin. „Und wir haben dieses simple Konzept, dass wir die Wohnung in Weiß gestrichen vermieten. Wenn jemand eine besondere Farbe haben möchte, darf er die Wände natürlich sehr gerne nach seinem Geschmack streichen. Und darüber hinaus kommt es vor, dass Wohnungsinhaber neu fliesen lassen. All das ist bei uns möglich.“
Zurzeit entwickeln Chamberlain und ihr Team in enger Zusammenarbeit mit einem renommierten Architekturbüro ein Konzept für möglich Neubauten im KWA-Wohnstiftssektor. Wohnungen sollen dann modular gebaut werden, um bei Bedarf Veränderungen am Wohnraum flexibel umsetzen zu können. „Dadurch könnten wir dann in Zukunft für unsere Bewohnerinnen und Bewohner bei Bedarf ganz individuelle Lösungen schaffen“, berichtet Chamberlain. Solche Möglichkeiten entsprechen dem Selbstverständnis von KWA und dem, was die neue Generation erwartet: ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden, mit Mitbestimmung als selbstverständlichem Teil des Alltags.
An die Stelle des „Altenheims“ tritt ein lebendiges Umfeld, in dem Gemeinschaft, Teilhabe und Eigenständigkeit zusammenfinden und in dem hauseigene Schwimmbäder und moderne Fitnessstudios zur Verfügung stehen. Betreutes Wohnen im Alter verliert damit seinen faden Beigeschmack der Einschränkung. Es wird zu dem, was es im besten Fall immer sein sollte: ein Rahmen, der Freiheit ermöglicht, statt sie zu begrenzen.
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