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Neu im KWA Stift Rupertihof für Senioren aus dem Tegernseer Tal: Wissenschaftlich begleitetes Training

Studienstart von „bestform. Sport kennt kein Alter“. Unter der Leitung von Univ.-Prof. Martin Halle entwickelt das Zentrum für Prävention und Sportmedizin der TU München ein universal einsetzbares Bewegungsprogramm für Senioreneinrichtungen in ganz Deutschland. Das KWA Wohnstift in Rottach-Egern macht mit: Im neu eröffneten "Think Lab" wird trainiert, unterstützt und gemessen, ob und wie sich individuelle Gesundheitsparameter verändern.

Rottach-Egern/München, 14. Juni 2018. - Das Zentrum für Prävention und Sportmedizin der TU München entwickelt in den nächsten sechs Monaten ein ganzheitliches Programm für körperliches Training in Senioreneinrichtungen. Mit der Eröffnung eines neuen Think Labs in Rottach-Egern startet das von der Beisheim Stiftung geförderte Pilotprojekt unter dem Namen „bestform. Sport kennt kein Alter“. Rund 50 Bewohner des KWA Stifts Rupertihof und des Diakoniewerks München nehmen an der wissenschaftlichen Studie teil.

„Mobilität, Lebensqualität und seelische Gesundheit verbessern“
Bewegungsmangel im Alter ist die maßgebliche Ursache für Stürze, Bettlägerigkeit und soziale Isolation. Ein individuelles körperliches Training hilft, Mobilität, Lebensqualität und seelische Gesundheit zu verbessern. „Es ist nie zu spät, um anzufangen. Selbst gebrechliche oder hochbetagte Menschen profitieren enorm von gezielter Aktivität“, betont Univ.-Prof. Martin Halle, Ärztlicher Direktor des Zentrums für Prävention und Sportmedizin der TU München. Mit der neuen wissenschaftlichen Längsschnittstudie „bestform. Sport kennt kein Alter“ soll ein ganzheitliches Programm für körperliches Training in Senioreneinrichtungen erarbeitet werden. Finanziell gefördert wird die wissenschaftliche Studie „bestform. Sport kennt kein Alter“ von der Beisheim Stiftung. Projektpartner sind das KWA Stift Rupertihof und das Diakoniewerk München.

Training von Kraft, Koordination und Ausdauer unter wissenschaftlicher Betreuung
Etwa 50 Bewohner beider Einrichtungen sollen an der Studie teilnehmen. Über einen Zeitraum von sechs Monaten trainieren sie Kraft, Koordination und Ausdauer, zwei Mal wöchentlich, unter wissenschaftlicher Anleitung. Um die gesundheitlichen Effekte beurteilen zu können, werden die Senioren regelmäßig internistisch-sportmedizinisch untersucht. Die Nutzerakzeptanz durch die Studienteilnehmer fließt in das Konzept mit ein. Über einen modularen Ansatz sollen Bausteine definiert werden, die Einrichtungen künftig entsprechend ihrer individuellen Voraussetzungen und Bedürfnisse umsetzen können. Langfristig sollen diese Bausteine auch in weiteren Lebensbereichen umgesetzt werden und ein gesamtgesellschaftliches Umdenken bezüglich Bewegung im Alter erzeugen.

Muster-Trainingsraum nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen
Im KWA Stift Rupertihof wurde ein Think-Lab eingerichtet – ein Muster-Trainingsraum nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Den Senioren stehen modernste Geräte zur Verfügung, etwa Ergometer, auf denen im Sitzen beziehungsweise im Halb-Liegen trainiert werden kann, Ruderzug, Beinpresse und viele andere. Die Trainingsfläche ist als attraktive Begegnungsstätte mit aktivierender Raumgestaltung konzipiert. Univ.-Prof. Halle: „Wir schaffen optimale Voraussetzungen, um den Senioren und Hochbetagten ein möglichst eigenständiges Training zu ermöglichen und dadurch ihre Unabhängigkeit und Selbständigkeit zu stärken.“

„Bewegung in das Thema Alter bringen“
„Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels ist es uns als Beisheim Stiftung wichtig, Bewegung in das Thema Alter zu bringen“, sagt Dr. Toni Calabretti, Vorstand der Beisheim Stiftung. „Mit dem Projekt „bestform Sport kennt kein Alter.“ ermöglichen wir Menschen in Senioreneinrichtungen, aktiv zu werden und damit ihre körperliche und geistige Fitness zu stärken. Durch das Programm schaffen wir auch die gerade im Alter so wichtigen Gemeinschaftserlebnisse.“

„Eine riesige Chance für Hochbetagte“
„Die Studie ist eine riesige Chance für Hochbetagte: Durch die zunehmende Alterung der Gesellschaft wird die Gruppe der 80- bis 85-Jährigen in den kommenden Jahren dramatisch anwachsen. Hier sind wir gefordert, Angebote zu schaffen, um die Menschen noch besser zu begleiten“, erklärt Dr. Stefan Arend, Vorstand der KWA AG. „Wenn 85-Jährige oder Ältere dank körperlichen Trainings nach langer Zeit wieder selbstständig Treppen steigen können, an Veranstaltungen in Gemeinschaft teilnehmen können oder weniger auf Hilfe angewiesen sind, wird deutlich, wie wichtig Bewegung ist. Mit Hilfe dieses wissenschaftlich fundierten, professionell umgesetzten Trainingskonzepts eröffnen wir älteren Menschen völlig neue Chancen und Perspektiven für ein gelingendes Alter(n). Körperliches Training ist die beste Medizin – mit der Studie wollen wir den Beweis antreten.“

Berührungsängste abbauen
„Wir alle wissen, dass Bewegung gut tut, auch im hohen Alter. Dennoch haben viele ältere Frauen und Männer Berührungsängste vor Trainingsgeräten und wissen nicht, wie sie richtig und effektiv trainieren können“, weiß Lisa Brandl-Thür, Direktorin des KWA Stifts Rupertihof. „Die professionelle Betreuung durch das erfahrene Team um Herrn Professor Halle verschafft ihnen Sicherheit. Entsprechend positiv wird das Angebot angenommen; sogar einige über 90-Jährige werden an der Studie teilnehmen.“

Wieder Selbstvertrauen aufbauen
Bis ins hohe Alter mobil und fit zu bleiben, sei der größte Wunsch der meisten Senioren, weiß Eva-Maria Matzke, Vorstand des Diakoniewerks München: „Viele Hochbetagte haben bereits Stürze erlebt. Das gezielte, individuelle Training kann ihnen helfen, ihre Mobilität und Selbständigkeit zu verbessern und dadurch wieder Selbstvertrauen aufzubauen. Ich finde es gut, dass in der Gruppe trainiert wird – da lernen sich unsere Bewohner noch einmal von einer anderen Seite kennen.“

Weiterlesen:
> Fakten und Vorteile im Überblick
> Experteninterview mit Univ.-Professor Martin Halle

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