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Essen muss glücklich machen

Der Chefkoch des Bielefelder KWA Wohnstifts, Peter Bechauf, isst privat gerne Traditionelles – Sauerbraten und Thüringer Klöße beispielsweise. Im Caroline Oetker Stift orientiert er sich mit dem Essen ganz an den Bewohnern.

Bielefeld, im Herbst 2018. - Mit den Menülinien "Traditionelle Küche", "Marktküche" und "Vegetarische Küche" ist ein breites Spektrum abgedeckt. Zweimal in der Woche steht Fisch auf dem Speiseplan, einmal Süßspeise. Ein Dauerbrenner ist Reibekuchen. Sehr beliebt sind auch Frühlingsrollen, Rührei mit Spinat und ein mit Käse überbackenes Spaghetti-Omelett, mit Zucchini als Beilage. Ein Trend hin zum Vegetarischen Essen sei deutlich zu erkennen. 

Gemüse und Obst liefert ein Bielefelder Gemüsehändler. Doch auch Fleischesser kommen auf ihre Kosten. Die Qualität des Fleischs ist Bechauf sehr wichtig, und, dass es gut abgehangen ist. Mit Spezialitätenwochen verwöhnen Bechauf und sein Team den Gaumen ganz besonders. Im September gab es eine Fischwoche, im Oktober eine Bayerische Woche, im November eine Wildwoche. Der kulinarische Kalender beinhaltet auch Candle-Light-Dinner und anderes mehr. 

Beim Anrichten der Speisen spricht Bechauf viele Bewohner persönlich an, so bekommt er direkte Rückmeldung. Neuen Bewohnern gibt er den Hinweis, dass sie ihn anrufen können, wenn sie ein Anliegen haben. Die anderen wissen das längst. Die meisten Bewohner wählen ihr Menü im Voraus. Wenn jedoch jemand kurzfristig Lust auf etwas anderes hat oder aufgrund einer Unpässlichkeit etwas Besonderes wünscht, hat der Küchenchef Verständnis dafür. "Alles, was machbar ist, kochen wir auch ad hoc", betont Bechauf. Bei Bedarf werden Gerichte der sanften Küche passiert und aufgeschäumt oder besondere Speisen zubereitet, die der Genesung zuträglich sind. 

Bechauf ist nun schon seit 22 Jahren Küchenleiter im Caroline Oetker Stift. Sein Handwerk gelernt hat der gebürtige Oberfranke in der Nähe von Gütersloh. "Da wurde auf hohem Niveau gekocht", erinnert er sich. Reinhard Mohn von Bertelsmann und Spieler von Arminia Bielefeld waren regelmäßig zu Gast. Gleich nach der Ausbildung ging Bechauf als Jungkoch nach Zürich. "Wer damals in der Gastronomie etwas werden wollte, musste in der Schweiz gewesen sein", berichtet er. Seinen Meister hat er später in Coburg gemacht. Gerne denkt er an die Zeit im Kurhaus in Bad Salzuflen zurück – da gab es eine eigene Konditorei. Die Konditorin und er wurden ein Paar, gründeten eine Familie. Die Ehefrau gehört heute übrigens zu seinem Küchenteam.

Wenn der Chefkoch frei hat, vertritt Claudia Fritsche seine Stelle. Auf sie kann er sich in jeder Hinsicht verlassen. Sie hat ein ähnliches Verständnis vom Kochen wie er selbst. Ein großes Lob für das ganze Team sieht Bechauf darin, dass viele Bewohner ihre Feiern nicht in einem Bielefelder Restaurant abhalten, obwohl es da hervorragende Gastronomie gibt, sondern auf die Stiftsküche setzen. Vielleicht liegt es ja an Bechaufs Küchenphilosophie: "Ich koche für die Bewohner genauso wie für Freunde. Die müssen am Ende glücklich aufstehen."

Autorin: Sieglinde Hankele
Erschienen in: Alternovum 3/2018


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