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Stiftsbeiratsvorsitz: „Auge, Ohr und Mund der Bewohnerinnen und Bewohner“

Dr. Susanne Eick-Wildgans ist Vorsitzende des Stiftsbeirats im Wohnbereich Pflege. Aufmerksam hören, bewusst sehen und gezielt sprechen – das sind Eigenschaften, die das Ehrenamt einer Stiftsbeiratsvorsitzenden im Wohnbereich Pflege des Hanns-Seidel-Hauses kennzeichnen.

Als Angehörige, die bereits seit vielen Jahren das Leben und Wohnen dort aktiv und engagiert begleitet hatte, kam die Anfrage im Jahr 2014, ob man als Angehörige für den Stiftsbeirat kandidieren wolle, für mich zunächst überraschend. Ein Blick in die gesetzlichen Vorgaben zeigte jedoch, dass in Bayern Angehörige von wahlberechtigten Bewohnern des Wohnbereichs Pflege in den Stiftsbeirat gewählt werden dürfen.

Plötzlich betrachtet man das Haus noch intensiver, führt umfassende Gespräche, wird zum Ansprechpartner von Mitarbeitern einerseits – und Angehörigen und Bewohnern andererseits. Offene Fragen werden in einem entspannten Klima diskutiert und oft einer adäquaten Lösung zugeführt. Gemeinsam wird in den regelmäßigen Sitzungen mit Hausleitung, Pflege, Betreuung und Küche beraten, wie die Betreuung zugunsten der Bewohner noch verbessert werden kann, ohne Stress und
Belastung für das Personal zu vergrößern.

In Gesprächskreisen werden technische und organisatorische Neuerungen diskutiert, Erprobungen
beschlossen – und auch wieder verworfen, wenn sie sich als nicht praktikabel erweisen. Da wir uns als Auge, Ohr und Mund der Bewohnerinnen und Bewohner verstehen, ist es unsere Berufung, für diejenigen aktiv zu sein, die nicht mehr vollständig in der Lage sind, für ihre Interessen selbst einzutreten. Der Nachteil einer Angehörigen, nur stundenweise im Haus zu sein, wird von dem Vorteil, eine klarere Sicht von außen haben zu können, wettgemacht. Je mehr Informationen von vielen Seiten an mich herangetragen werden, desto mehr kann ich als Stiftsbeirat für die Bewohner aktiv
werden – und möglichst positive Ergebnisse erzielen.

Verbesserungsvorschläge sind in einem Bereich, in dem Menschen von Menschen betreut werden, stets davon abhängig, dass alle Beteiligten guten Willens sind. Hier ist es immer wieder Herausforderung, Wünsche klar zu äußern, Notwendigkeiten zu fixieren und Erfolge als Anregung für weitere Fortschritte herauszustellen. In diesem Sinne ist das Ehrenamt einer Stiftsbeiratsvorsitzenden eine sehr erfüllende Aufgabe.

Erschienen in alternovum | 2/2017
Autorin: Dr. Susanne Eick-Wildgans


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