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Ausländische Arbeitskräfte im Gesundheitswesen und in der Pflege

Im November 2015 veröffentlichte die Prognos AG eine im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit erstellte Studie zum Thema „Ausländische Beschäftigte im Gesundheitswesen nach Herkunftsländern“. Rund 8 Prozent der Ärzte und rund 14 Prozent der Mitarbeiter in nichtärztlichen Gesundheitsberufen stammen im Jahr 2014 aus dem Ausland. Es handelt sich, beide Gruppen zusammengenommen, um rund 633.000 Beschäftigte mit Migrationshintergrund.

In der Altenpflege sind zum Untersuchungszeitpunkt bundesweit rund 140.000 ausländische Arbeitskräfte tätig. Das sind 23 Prozent aller in dieser Teilbranche Tätigen. Mit Blick auf die Herkunftsländer stammen 39 Prozent aus EU-Staaten, 30 Prozent aus dem übrigen Europa und 26 Prozent aus außereuropäischen Staaten mit dem Schwerpunkt Asien. Bei etwa 5 Prozent ist das Herkunftsland nicht bekannt.

Drei Barrieren für das Tätigwerden hierzulande stellt die Prognos AG als zentral heraus:

  • die Beherrschung der deutschen Sprache sowohl im Hinblick auf Patienten als auch im Hinblick auf die fachliche Verständigung mit Kollegen,
  • die Anerkennung der im Ausland erworbenen Qualifikationen, die zudem nicht bundeseinheitlich geregelt ist, sowie
  • kulturelle Differenzen, wobei diese sich insbesondere an fehlenden Kenntnissen des deutschen Gesundheits- und Pflegesystems und berufsspezifischer Verhaltensnormen festmachen lassen.

Die Anerkennungsproblematik stellt sich in der Altenpflege als besonders gravierend heraus. Knapp jeder zweite Antrag auf Anerkennung wird derzeit negativ beschieden.

Anstellungsträger haben im Falle der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer im Bereich Gesundheit und Pflege mit dem Erfordernis einer intensiveren Einarbeitung zu rechnen. Auch besteht ein Unterstützungsbedarf bei Themen wie Umgang mit Behörden, Arbeitsplatzsuche des Partners, Wohnungssuche und Kinderbetreuung. Eine finanzielle Förderung von Sprachkursen und deren Abstimmung mit Arbeitszeiten ist aus Sicht der ausländischen Mitarbeiter von besonderer Bedeutung.

Ausländische Arbeitnehmer sind unabdingbar, will man die Fachkräftelücke schließen, die sich im Gesundheitswesen und in der Pflege bis 2025 immer weiter öffnet. Dies gilt primär für Gesundheitsberufe mit Berufsabschluss, unter anderem für Pflegefachkräfte. Hier geht die Prognos
AG von einer Lücke in Höhe von 18 Prozent aus. Aber auch für Berufe mit Hochschulabschluss, deren Lücke mit 9 Prozent veranschlagt wird. Eine Intensivierung der Bemühungen um die Gewinnung ausländischer Fachkräfte ist somit zwingend geboten. Auch KWA wird die begonnenen Bemühungen
um ausländisches Fachpersonal fortführen und intensivieren.

Zudem ist ein Tätigsein ausländischer Fachkräfte von Vorteil, wenn mittelbis längerfristig auch mehr Bewohner und Pflegekunden von KWA ausländische Wurzeln haben werden. Ein international zusammengesetztes Personal stärkt die Übereinstimmung kulturelle Konvergenz) zwischen Bewohnern und Kunden einerseits und Mitarbeitern von KWA andererseits.

Autor: Prof. Dr. Roland Schmidt | Erschienen in alternovum. Das KWA Journal 01/2016


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