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„Es gibt für jede Krankheit einen Doktor – für Einsamkeit nicht“ (Seite 2)

Abi Ofarim als Festredner beim 45. Hausgeburtstag im Ottobrunner Seniorenwohnstift KWA Hanns-Seidel-Haus – Grußworte von Bürgermeister Thomas Loderer, Pfarrer Michael Rabe, der Stiftsbeiratsvorsitzenden Dr. Susanne Eick-Wildgans und KWA Vorstand Horst Schmieder

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Dr. Susanne Eick-Wildgans, Vorsitzende des Stiftsbeirats im Wohnbereich Pflege – sie kommt seit zehn Jahren zu Angehörigen regelmäßig ins Haus – ging zunächst auf die Gesetzeslage zur Bewohnervertretung ein. Mit dem Heimgesetz hat der Bund erstmals 1974 eine Grundlage dafür geschaffen: in § 5 wurde die Mitwirkung beziehungsweise Mitsprache von Bewohnern in verschiedenen Belangen gesetzlich festgelegt. 2001 gab es dazu eine Novellierung. Eine große Veränderung brachte jedoch die Förderalismus-Reform des Jahres 2006. Den Ländern wurde die Zuständigkeit für die Heimgesetzgebung übertragen. In Bayern hat sich dies im Pflege- und Wohn-Qualitätsgesetz niedergeschlagen, und zwar in der Form, dass eine Bewohnervertretung heute nur noch in der Pflege vorgeschrieben ist.

Der Stiftsbeirat Pflege genießt das Recht der Mitbestimmung bei der Aufstellung der Grundsätze des Verpflegungsplans, bei der Freizeitgestaltung und bei Bildungsangeboten, sowie bei der sozialen Betreuung. „In Kenntnis der Gesetzeslage wird verständlich, dass es eine lobenswerte Entscheidung von KWA darstellt, auch den Bewohnern im Wohnbereich künftig wieder ein Gremium der Mitwirkung zur Verfügung zu stellen“, führte Eick-Wildgans weiter aus. Dieser Stiftsbeirat wird im März 2016 neu gewählt werden.

Lob von der Stiftsbeiratssitzenden Dr. Susanne Eick-Wildgans: für die Entscheidung des Konzerns Stiftsbeiräte einzubinden - und für die engagierte Arbeit von Ursula Cieslar und ihrem Team

Eick-Wildgans lobte auch Ursula Cieslar und ihr Team: „Egal, wo Sie sich aufhalten: Die Atmosphäre im Haus stimmt.“ Sie erwarte vom Personal Achtsamkeit, Freundlichkeit und Kompetenz – und finde das vor. „Mitarbeiter tun hier mehr, als das, wozu sie verpflichtet wären.“ Das Alter, die Krankheit und die Demenz seien Teil der Wirklichkeit. Deshalb gehören zum Leben im Hanns-Seidel-Haus nicht nur der Bus zum Schwimmbad, das Theater, die Ausflüge, die Kegelbahn, die Bocciabahn, sondern auch Rollatoren, Rollstühle und moderne Pflegeeinrichtungen, laut Eick-Wildgans stets verbunden mit hilfreichen Menschen. Ihr Fazit: „Das vielfältige Angebot für jedes Stadium des Älterwerdens ist ein wichtiger und wertvoller Teil unseres gemeinsamen Lebens hier im Hanns-Seidel-Haus.“

Der Erste Bürgermeister von Ottobrunn Thomas Loderer sprach zunächst auch für seinen Neubiberger Amtskollegen Günter Heyland: „Wir sind beide sehr froh, dass es das Hanns-Seidel-Haus gibt!“, las dann aus einem 45 Jahre alten Zeitungsartikel zur festlichen Eröffnung des Hanns-Seidel-Hauses vor: „Während Ministerpräsident Alfons Goppel, der erste Vorsitzendes des Vereins Münchner Altenwohnstift Professor Guthsmuths und Landrat Gillessen lobende Worte fanden, äußerte der geschäftsführende Direktor des Vereins Beckmann Kritik am Landesaltenplan der bayerischen Staatsregierung. An Goppel gewandt bezeichnete er das Fehlen jeglicher Altersvorsorge für viele Angehörige der Mittelschicht als bedauerliche Lösung. Vertreter der Staatsregierung, des Landkreises München und der Gemeinde Ottobrunn nahmen dies bei der Eröffnungsfeier zur Kenntnis.“ – Er, Loderer, fühle sich nicht zuständig, sozialpolitische Aussagen zu bewerten. Seine Einschätzung in Bezug auf das Hanns-Seidel-Haus: Es hat in den vergangenen 45 Jahren vielen Menschen Heimat geschaffen beziehungsweise erhalten.

Dank von Bürgermeister Thomas Loderer für das Wirken von Ursula Cieslar, über die Arbeit im Wohnstift hinaus

Im weiteren Verlauf seiner Grußworte dankte Loderer der Stiftsdirektorin dafür, dass sie mit ihrer Arbeit in die Gemeinde hinein wirkt, führte als Beispiel ihr ehrenamtliches Engagement bei der monatlichen Pflegesprechstunde im Rathaus Ottobrunn an. Dass er nicht alle, wenngleich berechtigten Wünsche, erfüllen könne, bedauere er. Obwohl er mit Entscheidungsträgern gesprochen habe, habe auch die Kreissparkasse entschieden, keine Bankstunden mehr im Hanns-Seidel-Haus abzuhalten. Sehr viele Gedanken mache er sich auch über ein anderes Problem: nämlich den Wohnraum für Pflegekräfte. Die Knappheit an Wohnraum gebe es nicht erst seit den Flüchtlingen. Diesbezüglich werde die Kommune das Ihre dazutun.

Pfarrer Michael Raabe, Seelsorger im KWA Hanns-Seidel-Haus, ging auf die Einladungskarte ein, die eine Baumscheibe mit vielen Jahresringen zeigt. Seine Überzeugung: „Ein Baum wächst nur gut, wenn er sich den Herausforderungen und Stürmen des Alltags stellen und sich bewähren kann.“ Wenn er in das Haus kommt, merke er immer: Hier herrscht ein guter Geist. Dazu trage Ursula Cieslar ein großes Stück bei. Pflegeheime stünden unter dem Generalverdacht, Bewohner grundsätzlich zu misshandeln. Hier jedoch merke er, dass eine Leitung da ist, die nicht nur für die Bewohner sorgt und zusieht, dass es menschlich zugeht und kleine Probleme gelöst werden, sondern auch hinter den Mitarbeitern steht.

Seelsorger Michael Raabe wünscht dem Haus weiterhin einen guten Geist

„Ich denke, es ist wichtig, dass in einem Haus ein Geist herrscht, in dem Vertrauen gepflegt wird. – Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie diese Pflanze des Vertrauens immer wieder pflegen und mehren und auch Wasser geben, damit der Baum weiterwachsen kann, möglichst viele Jahre.“ Auch im Namen von Pater Ralph Deucker, der ebenfalls als Seelsorger im Hanns-Seidel-Haus aktiv ist, wünschte er dem Haus weiterhin einen guten Geist.

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