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Quadro Nuevo im KWA Stift am Parksee – mit Paprika, rotem Mond und einem blinden Hahn!

Das Konzert des preisgekrönten Akustik-Quartetts und des Jazzpianisten Chris Gall zum Abschluss des Jubiläumsjahres begeisterte Bewohner und Mitarbeiter

Unterhaching, 7. Oktober 2014. – Mit Quadro Nuevo zum Abschluss der Jubiläumsveranstaltungen zog die Stiftsdirektorin des KWA Stifts am Parksee Gabriele Franke-Lechner gleich fünf Trumpf-Asse aus dem Ärmel: Mulo Francel, D.D. Lowka, Andreas Hinterseher, Evelyn Huber und Chris Gall. Sie rissen ihr Publikum so mit, dass zwei Bewohnerinnen in der Konzertpause gestanden: „Am liebsten würden wir jetzt Tango tanzen!“ – Das berichtete zumindest Mulo Francel zu Beginn des zweiten Konzertabschnitts und forderte das nicht mehr ganz junge Publikum mit einem Augenzwinkern zum Tanzen auf. Er moderierte durchs Programm und zeigte mit kleinen Geschichten, dass er nicht nur ein exzellenter Musiker ist, sondern auch ein begnadeter Entertainer.

Im Mittelpunkt stand freilich die Musik: Temperamentvolle Tangos, verhaltene Chansons, orientalisch anmutende Kompositionen, zwischendurch auch melancholische Klänge. Rhythmisches, Beschwingtes, Heiteres, Bedrohliches, Verwirrendes, Unkonventionelles – das vor allem. Einordnen lässt sich das Ganze nur schwer. Auf seiner Website schreibt Quadro Nuevo von „Arabesken, Balkan-Swing, Balladen, waghalsigen Improvisationen, Melodien aus dem alten Europa und mediterraner Leichtigkeit“.

Ja, das alles war zu hören und noch viel mehr: Die vier zupften, strichen, bliesen, spielten, trommelten, klopften, flüsterten und hauchten den Instrumenten so viel Leben ein, dass man glauben konnte, sie führen ein Eigenleben: die Harfe von Evelyn Huber, das Saxophon und die Klarinette von Mulo Francel, der Kontrabass und die Trommeln von D.D. Lowka, das Akkordeon, das Bandoneon und das Vibrandoneon von Andreas Hinterseher. So war es fast verwunderlich, dass sich die Instrumente bei einigen Stücken dem Spiel des Jazz-Pianisten Chris Gall unterordneten, zumindest phasenweise. Wobei die Dominanz nie lange vorherrschte, wechselnde Soli einen regelrechten Wettstreit aufmachten: ein Heidenspaß, sowohl fürs Publikum als auch für die Musiker. Jedes neue Stück war für eine neue Überraschung gut.

Auf „La Luna Rossa“ – den roten Mond – stimmte Mulo Francel mit einer kleinen Liebesgeschichte ein. Vor „Gallo Ciego“ – dem blinden Hahn – empfahl er, sich einen torkelnden Hahn vorzustellen, der zwischendurch auch mal Temperament zeigen kann. Zu „Reise nach Batumi“ erzählte er die Sage von Jason und den Kampf um das Goldene Vlies und führte das Publikum damit ans Schwarze Meer. Und vor „Paprika“ behauptete er, dass es ihr Hobby sei, Gewürze zu vertonen, von Sternanis über Kümmel und Nelke bis hin zu Zimt. „Paprika“ war jedenfalls feurig, erinnerte an zügellose Zigeunermusik.

Was es sonst noch zu hören gab? Beispielsweise „La Cumparsita“ von Gerardo Rodríguez – den vielleicht bekanntesten und meistgespielten Tango; aber auch „Still, die Nacht ist voller Sterne" – nach einem Lied von Hirsch Glik, das während der NS-Zeit im Ghetto von Vilnius entstand; sowie „Tu vuo' fa' l'americano“ – die fetzige Vertonung eines Ohrwurms des italienischen Sängers Renato Carosone aus den 50ern.

Die Begeisterung im Festsaal war groß, immer wieder gab es Beifall für Solos und Improvisationen. Schlussapplaus und Zugaberufe konnten Quadro Nuevo immerhin zwei zusätzliche Stücke entlocken. Längst war da vergessen, dass gleich zu Beginn des Konzerts Fragen aus dem Publikum die Musiker ausbremsten: Mulo Francel musste zwei unbekannte Instrumente benennen und beschreiben: das Vibrandoneum und die Sansula. Alle Konzertbesucher kennen nun beides. Wer nicht dabei war, kann es auf der Website von Quadro Nuevo erfahren. Dort kann man das Quartett auch noch mal hören, per Videos.

Sieglinde Hankele


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