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Einge Mitarbeiter von KWA

„Wir setzen weiterhin auf Rücksichtnahme und Dialog"

Gespräch über Corona mit KWA-Vorstand Horst Schmieder.

Unterhaching, 2. Oktober 2020. – Ende März hatten wir in Deutschland pro Tag fast 7000 Covid-19-Neuinfizierte, Mitte Juni etwa 200, derzeit sind es rund 2500. Wie sich die Covid-19-Situation weiterentwickeln wird, weiß keiner.

Herr Schmieder, ist Corona in KWA-Einrichtungen aktuell noch ein Thema?
Ja, natürlich. Stand heute haben wir in unseren KWA-Einrichtungen zwar keine nachgewiesenen Covid-19-Infektionen bei Stiftsbewohnern. Doch etliche Mitarbeiter befinden sich in Corona-Quarantäne. Seit wieder mehr Berufstätige zur Arbeit in Betriebe gehen und Kinder wieder Tagesstätten bzw. Schulen besuchen, rücken wir Menschen näher zusammen. Zudem halten wir uns jetzt im Herbst vermehrt in Innenräumen auf. Da wird es bekanntermaßen für Viren leichter, sich zu verbreiten.

Wie bereitet sich KWA auf die Erkältungszeit vor?
Unsere Einrichtungsleiter halten Mitarbeiter, Bewohner, Patienten und Schüler weiterhin dazu an, die Hygiene- und Abstandsregeln strikt zu beachten und in Gemeinschaftsbereichen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Jeder Einzelne kann auf diese Weise sich selbst sowie Kollegen und Bewohner schützen. Erkältete Mitarbeiter müssen sich bei relevanten Symptomen auf Covid-19 testen lassen und bis zum Erhalt eines negativen Testergebnisses zu Hause bleiben. Mit dieser Strategie wollen wir das Risiko der Virenverbreitung minimieren. Auch für den Fall von Infektionsgeschehen sind wir präpariert. Mit einem aufgestockten Vorrat an Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln sind wir für alle Eventualitäten gewappnet. Und wir folgen in unseren Einrichtungen natürlich der Teststrategie, die die jeweilige Landesregierung vorgibt.

Wie sieht es mit Besuchen in KWA-Einrichtungen aus?
Darüber können wir als Träger nicht frei entscheiden. Wir folgen auch hier den Bestimmungen, die das jeweilige Bundesland anordnet. Hygienekonzepte gehören überall dazu. Besucher dürfen natürlich keinerlei Infektions-Symptome aufweisen und sich in den vorangegangenen 14 Tagen nicht in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten haben. Ähnlich wie bei einem Restaurant-Besuch werden Kontaktdaten schriftlich erfasst und nur eine bestimmte Anzahl von Besuchern empfangen. Deshalb vergeben wir in der Regel Besuchstermine. Besucher werden zudem von einem Mitarbeiter in Hygiene- und Abstandsregeln eingewiesen. Während des Besuchs ist in Gemeinschaftsbereichen ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Treten beim Besucher im Nachhinein einschlägige Symptome auf, ist er verpflichtet, die Einrichtung darüber zu informieren. Im Fall eines vorliegenden Infektionsgeschehens sind Besuche nur in palliativen Situationen möglich.

Leben in KWA Einrichtungen ist mit dem Versprechen von Gemeinschaft verbunden. Inwiefern ist Gemeinschaft nun wieder möglich?
Unsere Restaurants sind schon seit einiger Zeit wieder geöffnet, ermöglichen Begegnungen und Gespräche – im gebotenen Abstand. In Abstimmung mit dem jeweils zuständigen Gesundheitsamt bezüglich des Hygienekonzepts finden auch wieder Veranstaltungen statt. Allerdings ausschließlich für Bewohner bzw. Patienten der jeweiligen KWA-Einrichtung. Für sie sind auch unsere Schwimmbäder wieder geöffnet. Mit ausgewählten Kultur- und Bewegungsangeboten ist nun auch indoor wieder für Abwechslung gesorgt. Auch Fußpflege und ein Friseurbesuch sind für Bewohner schon seit dem Sommer wieder möglich. Durch Terminierungen und Hygienekonzepte wird das Risiko einer möglichen Virenübertragung klein gehalten.

Als KWA in diesem Frühjahr ein Besuchs- und Betretungsverbot ausgesprochen hat, gab es von einem Teil der Bewohner und Angehörigen Proteste, von anderen Zustimmung. Wie wollen Sie künftig die gegenläufigen Interessen ausgleichen?
Uns ist bewusst, dass insbesondere aktive Bewohner sich gerne völlig frei bewegen möchten. Das können sie auch. Zu keinem Zeitpunkt der Pandemie haben wir unsere Einrichtungen abgeschlossen. Gleichwohl haben wir unsere Bewohner angehalten, nicht in die Öffentlichkeit zu gehen. Und mit einem Betretungsverbot haben wir versucht, den Eintrag von Viren zu verhindern. Auch ein alter Mensch und seine Angehörigen tragen Verantwortung für das, was sie tun – oder nicht tun. Das gilt für den öffentlichen Raum und auch für die Gemeinschaftsbereiche im Stift. Wie auch bisher schon setzen wir auf gegenseitige Rücksichtnahme und Dialog. Schließlich gibt es auch sehr viele Bewohner, die besondere Umgangsregeln explizit einfordern und voll und ganz hinter unseren Schutzmaßnahmen standen und stehen. Zudem müssen wir uns an die Vorgaben des jeweils zuständigen Gesundheitsamtes halten. Wir bemühen uns also stets um einen Interessensausgleich.


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