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Einge Mitarbeiter von KWA

Sozialministerin Kerstin Schreyer beim Jubiläum im KWA Stift am Parksee

35 Jahre KWA Wohnstift in Unterhaching. Grußworte von KWA Vorstand Horst Schmieder, Bürgermeister Wolfgang Panzer und Stiftsbeirat Hansgeorg Bauer. Musik von Mulo Francel und Nicole Heartseeker.

Unterhaching, 10. Mai 2019. – Im KWA Stift am Parksee wurde der 35. Hausgeburtstag gefeiert. "So jung möchte mancher Bewohner gerne nochmal sein." 

Mit diesem Statement stieg der amtierende Stiftsbeiratsvorsitzende, Hansgeorg Bauer, in seine Rede zur Feier des Jubiläums ein. Man sei nicht aus „Jux und Tollerei“ eingezogen, sondern habe wahrgenommen, dass die Kräfte nachlassen und die Sinne an Schärfe verlieren. „Im KWA Stift am Parksee werden Bewohner, wenn’s Not tut, auch aufgefangen“, so Bauer, der im Namen aller Bewohner sprach.

Stiftsdirektorin Alexandra Kurka-Wöbking wies auf die Vorzüge des Hauses hin: die freundliche Atmosphäre, den besonderen Standort direkt am Ortspark sowie die im Wohnstift etablierten Sorge- und Pflegestrukturen. Gemeinsam mit der langjährigen Mitarbeiterin Gundi Edhofer-Simon präsentierte und kommentierte sie Bilder aus den vergangenen Jahrzehnten. Darauf waren etliche prominente Gäste des Hauses zu sehen, unter anderem „der Kaiser“ Franz Beckenbauer, Schriftstellerin Luise Rinser, Schauspieler Christian Wolff und Sandra Gräfin Bernadotte. Wie abwechslungsreich das Leben im KWA Stift am Parksee ist, zeigten auch Fotos von Wellnessangeboten, vom Männerstammtisch, von Vernissagen, von der Malgruppe Silberbunt, von Konzerten und Lesungen. 

Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer verriet gleich zum Einstieg in die Festrede, dass sie dem KWA Stift am Parksee auf mehrfache Weise verbunden ist: Als Schülerin und Studentin jobbte sie hier über einen Zeitraum von elf Jahren, ein Jahr lang wohnte sie sogar in einem Mitarbeiter-Appartement im Stift. Von Juni 2016 bis zu ihrer Berufung ins Kabinett von Ministerpräsident Dr. Markus Söder im März 2018 war sie Mitglied des KWA Aufsichtsrats. Und seit Kurzem wohnt Schreyers Mutter im Unterhachinger KWA Wohnstift.

„KWA ist aber nicht nur ein verlässlicher Partner für Senioren“, so die Ministerin, „sondern auch ein verlässlicher Arbeitgeber.“ Schreyer benannte langjährige Mitarbeiter, die bereits im Stift gearbeitet haben, als sie selbst hier gejobbt hat. „Das Haus lebt heute wie damals vom Herzblut der Mitarbeiter. Ich erlebe immer wieder, mit wie viel Liebe und Fachlichkeit hier gearbeitet wird“, betonte Schreyer, „und genau das brauchen wir“.

Kerstin Schreyer, Bayer. Sozialministerin

Ihr sei es wichtig, dass – trotz des Fachkräftemangels – die Qualität und die Menschlichkeit hoch bleiben und die Deutschkenntnisse der Mitarbeiter gut sind. Dazu führte die Ministerin aus: „Wenn ich alt bin und mich – beispielsweise nach einem Schlaganfall – nicht mehr so gut artikulieren kann, möchte ich, dass alle so gut Deutsch können, dass wir einander gut verstehen." Nur so sei sichergestellt, dass man auch im Alter mit seinen besonderen Bedürfnissen und Wünschen gesehen werde. Sie selbst esse beispielsweise keine Marmelade, möchte, dass das auch im Fall von Einschränkungen berücksichtigt werde. Entsprechende Rücksichtnahme und Beachtung habe viel mit Würde und Respekt zu tun. 

Die diplomierte Sozialpädagogin und erfahrene Familientherapeutin ärgert sich darüber, dass über die Bezahlung von Sozialberufen immer wieder diskutiert wird. Da stelle sich die Frage, wie viel uns als Gesellschaft die Arbeit am Menschen wert sei. Wenn man ein Auto in die Reparatur gebe, bezahle man das in Rechnung Gestellte ganz selbstverständlich. Das müsse auch bei der Arbeit am Menschen so werden. Die Arbeit mit Kindern oder in der Pflege beschränke sich schließlich nicht auf Unterstützungsleistungen, sondern verlange Fachlichkeit, Wärme und Empathie.

Bei ihrer Arbeit als Ministerin sei ihr zudem wichtig, dass Alter nicht nur mit Pflege in Verbindung gebracht werde. Denn: „Menschen mit Lebenserfahrung sind ein Reichtum für die Gesellschaft." Explizit dankte sie allen, die – teils unter schwierigen Bedingungen – Kinder erzogen und damit außerordentlich Wichtiges geleistet hätten. Schreyer setzt sich weiterhin dafür ein, dass vor 1992 geborene Kinder bei der Rente genauso berücksichtigt werden wie die später geborenen. 

KWA Vorstand Horst SchmiederKWA Vorstand Horst Schmieder gab Informationen zum Haus. Seit 35 Jahren wird die Einrichtung von KWA geführt, vor sieben Jahren konnte sie erworben werden. Dass das Wohnstift die passenden Antworten und Angebote für ein Leben im Alter bietet, lasse sich an den exzellenten Belegungszahlen ablesen. Es ist seit vielen Jahren so gut wie immer zu 100 % belegt, die Nachfrage ist groß. Um das Gebäude weiterhin attraktiv zu halten, seien Sanierung, Modernisierung und Erweiterung bereits in Planung. Diesbezüglich werden mit der Kommune bereits Gespräche geführt. Schmieder beschrieb zudem die Ziele, die KWA als gemeinnütziger Träger von Senioreneinrichtungen verfolgt: „Teilhabe ermöglichen und fördern, Selbstständigkeit erhalten sowie Mut und Zuversicht in Krisenzeiten vermitteln – und das alles in einer Kultur des Vertrauens.“ 

Auch Menschen mit Pflegebedarf können laut Schmieder einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Dazu zitierte er den renommierten Heidelberger Gerontologen Andreas Kruse: „Ältere Menschen können durch die Art und Weise, wie sie sich mit Grenzen in ihrem Leben auseinandersetzen, jüngeren Menschen zum Vorbild werden und so deren Entwicklung fördern.“ Der KWA Vorstand wagte zudem einen Exkurs in ein hochaktuelles Themengebiet: den Einsatz von sogenannter Künstliche Intelligenz. Ob man einer Maschine Empathie beibringen kann, sei umstritten. Klar sei: „Eine Maschine freut sich nicht. Und sie muss sich auch nicht mit ihrer Endlichkeit befassen.“ Menschen tun dies.

Wolfgang Panzer, Erster Bürgermeister von UnterhachingDer Erste Bürgermeister von Unterhaching, Wolfgang Panzer, gab einen kurzen Abriss über die Entwicklung der Gemeinde Unterhaching. Bis in die späten 60er Jahre sei der Ort dörflich geprägt gewesen. Doch dann ist die Kommune rasant gewachsen, innerhalb von zwanzig Jahren habe sich die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt. Daher mussten auch die Strukturen angepasst und unter anderem ein neues Rathaus gebaut werden. Selbiges wurde 1984 fast zeitgleich mit dem KWA Stift am Parksee eröffnet. „So waren wir von der ersten Stunde an Nachbarn in der neuen Ortsmitte“, betonte Panzer.

Gemeinsame Aktivitäten haben im Lauf der Zeit die Kommune und das Wohnstift eng aneinandergebunden. Bei der Seniorenarbeit arbeite man seit Jahren zusammen, aktuell steht die Förderung von Kurzzeitpflege im gemeinsamen Fokus. Der Kommune sei es immer ein Anliegen gewesen, den Lebensmittelpunkt auch für Senioren attraktiv zu gestalten, unter anderem durch die Aufwertung des Ortsparks in den vergangenen Jahren: mit neuen Bänken und Stegen, einer verbesserten Beleuchtung und einer neuen Fontäne im Parksee. Anregungen der Stiftsbewohner seien ihm wichtig, deshalb geht der Rathauschef regelmäßig zu Bürgersprechstunden ins Wohnstift.

Der ehrenamtliche Seelsorger des Hauses, Klaus Westmar, betreut das KWA Stift am Parksee seit 14 Jahren, gestaltet Andachten und Wortgottesdienste, steht Bewohnern beider großen Konfessionen zudem für individuelle Gespräche zur Verfügung.

Auch bei anderen Wegbegleitern ist große Kontinuität erkennbar: Der international bekannte Saxophonist Mulo Francel wird schon seit 25 Jahren immer wieder zu besonderen Anlässen engagiert. Diesmal hat er die Feier gemeinsam mit der Pianistin Nicole Heartseeker umrahmt: mit einfühlsamer, berührender Musik aus verschiedenen Genres und Epochen. Die Stiftsküche unter dem Chefkoch Florian Übelhör hatte zum Sektempfang ein "Flying Buffet" vorbereitet – mit allerlei Köstlichem, von Garnelen bis Ente.

Autor: Sieglinde Hankele
Fotograf: Jörg P. Urbach

Zum großen Bilderalbum auf www.alternovum.de


35 Jahre KWA Stift am Parksee. Von links: Seelsorger Klaus Westmar, Bürgermeister Wolfgang Panzer, KWA Vorstand Horst Schmieder, Sozialministerin Kerstin Schreyer, Stiftsdirektorin Alexandra Kurka-Wöbking, Stiftsbeiratsvors. Hansgeorg Bauer; Foto: KWA / Jörg Peter Urbach


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