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Tipps von Gesundheits-Experten im KWA Parkstift Hahnhof

Wie man Gesundheit auch im Alter günstig beeinflussen und gegebenenfalls Schmerzen behandeln kann beleuchteten im Baden-Badener KWA Wohnstift: Prof. Dr. Curt Diehm (Ärztlicher Direktor der Max Grundig Klinik), Dr. med. Christoph Garner (Chefarzt a. D. der KWA Rehaklinik in Bad Griesbach) und Axel Scheumann (Inhaber der Rebland-Apotheke Baden-Baden).

Baden-Baden, 14. April 2018. – Zu einem Gesundheitsmosaik für Stiftsbewohner und Interessierte aus Baden-Baden und der Region konnte Stiftsdirektor Marius Schulze Beiering im vollbesetzten Veranstaltungssaal im KWA Parkstift Hahnhof drei hochkarätige Referenten begrüßen.

Prof. Dr. Curt Diehm empfiehlt Senioren regelmäßige Muskelarbeit und eiweißreiche Ernährung

Prof. Dr. Curt Diehm, Ärztlicher Direktor der Max Grundig Klinik, hier bei einem Vortrag im KWA Parkstift Hahnhof in Baden-Baden

„Diäten sind Gift, Salat und Gemüse überbewertet und vegan geht gar nicht“ – mit diesem Zitat aus einem Beitrag mit dem Titel „Mehr Body im Alter“ in der Frankfurter Allgemeinen vom Vortag steigt Prof. Dr. Curt Diehm, Ärztlicher Direktor der Max Grundig Klinik, in seinen Vortrag im KWA Parkstift Hahnhof zur Reihe „Gesundheitsmosaik“ ein. Diehm empfiehlt die Lektüre des Artikels von Joachim Müller-Jung. Denn auch Diehm selbst sieht vegane Ernährung im Alter kritisch und ist davon überzeugt, dass Spazierengehen nicht ausreicht für die Gesundheit im Alter. „Wichtig ist, dass Sie den Muskelabbau verhindern“, so Diehm. „Dazu brauchen Sie harte Muskelarbeit.“ Er habe sich die neuen Fitnessgeräte im KWA Parkstift Hahnhof bereits angeschaut, könne sie für ein Training empfehlen. Ideal seien zudem: Laufen, Tanzen, Radfahren und Schwimmen. Doch auch die Ernährung spiele für die Gesundheit im Alter eine wichtige Rolle: „Sie brauchen Eiweiße, Eiweiße und noch mal Eiweiße!“

Die Ausführungen des Ärztlichen Direktors sind überschrieben mit: „Alt werden, jung bleiben“. Dabei gewährt er einen Blick auf eine Liste der „Top-Todesursachen“ gemäß Erhebungen der Weltgesundheitsorganisation WHO. „Killer Nr. 1“ werden im Jahr 2020 demnach Gefäßkrankheiten sein. Diehm empfiehlt als Gegenmaßnahme, möglichst viele gesunde Rituale in den Alltag einzubauen, auch im Alter. Zum einen in Bezug auf Bewegung, zum anderen in Bezug auf Ernährung. Zwei Esslöffel Leinöl jeden Tag sorgen für die notwendigen Omega-3-Fettsäuren. Zwei Esslöffel Schwarzkümmelöl täglich beeinflussen den Verlauf von Allergien günstig.

Grippeschutzimpfungen seien Senioren in jedem Fall zu empfehlen, da Infekte und Viren zu „Gefäßkatastrophen“ führen können – zu Schlaganfall oder Herzinfarkt. Die Pneumonie-Impfung hält er für gleichermaßen wichtig, „weil Lungenentzündungen bei älteren Menschen ein Problem sind“. Auch der Zahnhalteapparat sei ein bedeutsamer Faktor in Bezug auf die Gesundheit. Was man heute auch weiß: Jedes Gramm Alkohol erhöht das persönliche Krebsrisiko. Das Risiko in Bezug auf Herzerkrankungen kann man allein dadurch senken, dass man statt dem Lift die Treppe nutzt. Was den Cholesterin-Spiegel betrifft, verweist Diehm darauf, dass Nüsse, getrocknete Äpfel und Grüner Tee natürliche Cholesterin-Senker sind.

Was noch wenig bekannt ist: Heute geht man laut Diehm davon aus, dass 80 Prozent der Genaktivität durch unseren persönlichen Lebensstil beeinflusst wird. Insofern lohnt es sich auch im Alter noch, Verhaltensweisen und Ernährungsgewohnheiten zu ändern. Bluthochdruck müsse gegebenenfalls gut eingestellt werden.

Schmerzbehandlung gehört in die Hand von Experten, die das ganze Spektrum kennen

Dr. med. Christoph Garner, Chefarzt a. D. der KWA Klinik Stift Rottal, hier bei einem Vortrag im KWA Parkstift Hahnhof in Baden-Baden

Die zweite Facette im Gesundheitsmosaik liefert Dr. med. Christoph Garner. Er war bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Sommer 2017 Chefarzt der KWA Klinik für neurologische und geriatrische Rehabilitation im niederbayerischen Bad Griesbach. Der Neurologe spricht über Schmerztherapie im Alter, geht zunächst auf Sinn und Entstehung von Schmerzen ein: Ursprünglich waren Schmerzen ein Warnsignal, dass mit einer Körperstruktur etwas nicht stimmt – beispielsweise bei einem Knochenbruch. Und das ist auch heute noch so. Doch wenn man die ganze Palette von Schmerzen betrachtet, könne man drei Arten von Schmerzen unterscheiden: den Nozizeptorschmerz, der bei Entzündungen, Hitze, Druck und Verletzungen auftritt; den neuropathischen Schmerz, der durch eine Störung der Nerven entsteht; den psychogenen Schmerz, der keine körperlichen Ursachen hat und direkt im Gehirn entsteht.

Psychogene Schmerzen können sich beispielsweise auch in Form von Schwellungen oder Zahnschmerzen zeigen und sind unter Umständen durch psychotherapeutische Behandlung heilbar. „Psychische Ursachen können Schlafprobleme verursachen, Schmerzen auslösen oder verstärken“, so Dr. Garner. Psychogene Ursachen für Schmerzen dürfe man deshalb nicht aus dem Auge verlieren. Oftmals schwer zu behandeln seien chronische Schmerzen. Wenn der Schmerz erst einmal ins sogenannte Schmerzgedächtnis gewandert ist, genüge ein kleiner Schmerzreiz, um starke Schmerzen auszulösen. Chronische Schmerzen haben gravierende Folgen für den Betroffenen, sind oft mit Depressionen und Antriebslosigkeit verbunden.

In Bezug auf Rückenschmerzen gebe es zwei Arten, die geschlechterspezifisch gehäuft auftreten: Bei Frauen treten Rückenschmerzen oftmals in Zusammenhang mit Osteoporose auf, in Form von Wirbeleinbrüchen oder anderen Brüchen nach Stürzen. Bei Männern seien Rückenschmerzen eher psychogen bedingt oder arthrotisch. Wenn der Rückenschmerz in die Beine ausstrahlt, gehe es sehr wahrscheinlich um die Bandscheibe und einen gequetschten Nerv.

Die Schmerztherapie muss immer individuell an der Schmerzart und am Patienten ausgerichtet werden. Lokal lassen sich Schmerzen mit Salben, Umschlägen, Eis oder Wärme behandeln. Auch Physiotherapie, Akupunktur, Psychotherapie, Yoga sowie Entspannungsverfahren sind wichtige Mittel zur Behandlung. In Bezug auf die medikamentöse Schmerztherapie sieht Schmerz-Experte Garner drei Stufen: Zunächst die Gabe von einfachen Analgetika wie Aspirin, Ibuprofen oder Novalgin. Bei Bedarf werden – in der zweiten Stufe – schwache Opiate hinzugefügt, in der dritten Stufe auch starke Opiate, beispielsweise bei Tumorpatienten.

Apotheker Axel Scheumann beschreibt den Weihrauch als Heilmittel für viele Erkrankungen

Axel Scheumann, Apotheker der Rebland-Apotheke Baden-Baden und Inhaber von Mantra Pharm, hier bei einem Vortrag im KWA Parkstift Hahnhof in Baden-Baden

Axel Scheumann, Inhaber der Rebland-Apotheke Baden-Baden sowie von „Mantra Pharm“, trägt mit einem naturheilkundlichen Ansatz zum Gesundheitsmosaik bei. Er steigt ein in seinen Vortrag mit dem Anreißen eines Streichholzes und den Worten: „Es liegt in unserer Hand, was wir mit unserer Lebensglut machen.“ Wir alle wollen gesund sein. Jeder müsse seinen eigenen Weg für sich finden, um dies zu erreichen.

Die meisten Erkrankungen hängen laut Scheumann mit Entzündungen zusammen, woraus sich letztendlich Krankheiten entwickeln. Doch in der Naturheilkunde gebe es eine Pflanze, die die Entzündung hemmt: den Weihrauch. Er wurde als Heilmittel neu entdeckt. Bereits Hippokrates, Paracelsus und Hildegard von Bingen haben Weihrauch angewendet – jedoch äußerlich. Heute setzt man hingegen auf innerliche Anwendung. Der bedeutendste Wirkstoff im Weihrauchharz seien die Boswelliasäuren. Sie wirken ähnlich wie Cortison, haben jedoch nach allem, was man weiß, keinerlei Nebenwirkungen. Auch in Deutschland wurde und werde viel dazu geforscht. Es sei an der Zeit, dass Ärzte den Weihrauch endlich mit einbeziehen in ihre Überlegungen zu Therapien.

Als mögliche Einsatzgebiete von Weihnrauch werden in der Fachliteratur benannt: Krebs, Rheuma, Arthrose, Morbus Crohn, Neurodermitis, Asthma und anderes mehr. Im Tierversuch konnten Wissenschaftler der Berliner Charité und der Universität Zürich einen ersten Erfolg bei der Behandlung von Alzheimer erzielen. Der Pharmakologe Hermann P. T. Ammon wurde 2011 mit einem Diabetes Forschungspreis ausgezeichnet in Bezug auf präventive Behandlung mit Inhaltsstoffen des Weihrauchs.

Scheumann zeigt die komplexe chemische Formel für die Boswelliasäure. Es sei bisher noch nicht gelungen, den Wirkstoff künstlich herzustellen. Deshalb wird Weihrauchharz nach wie vor vom Baum gewonnen. Zum Verräuchern sei auch B-Qualität geeignet. Für die innerliche Anwendung sei jedoch gute Qualität wichtig. 

Das Gesundheitsmosaik bot einen Einblick in aktuelle Erkenntnisse, kann individuelle Beratung durch Apotheker und Ärzte jedoch nicht ersetzen.


Impressionen vom Gesundheitstag - zur Vergrößerung bitte anklicken:

Rezeption im KWA Parkstift Hahnhof in Baden-BadenChefkoch Martin Huber (rechts) und sein Team haben zum Gesundheitstag im KWA Parkstift Hahnhof in Baden-Baden in der hauseigenen Stiftsküche ein Buffet vorbereitet.Service im KWA Parkstift Hahnhof in Baden-Baden
Individuelle Pflegeberatung im KWA Parkstift Hahnhof in Baden-BadenStiftsdirektor Marius Schulze Beiering im Gespräch mit einem GastBeratung und Hausführungen im KWA Parkstift Hahnhof
Auch die Stadt-Apotheke Baden-Baden präsentierte sich im Hahnhof im Rahmen des GesundheitsmosaiksEin Team der Max Grundig Klinik - rechts Geschäftsführer Andeas Spaetgens, der zum Gesundheitsmosaik ins KWA Parkstift Hahnhof kam und sich Vorträge anhörteMaßschuhe und feine Reparaturen kann man von Vickermann und Stoya bekommen - auch sie präsentierten sich beim Gesundheitsmosaik im KWA Parkstift Hahnhof in Baden-Baden
Elektro-Scooter von der Firma Schwaben Scooter: für geräuschlose MobilitätProbetraining im KWA Parkstift Hahnhof in Baden-Baden, hier unter der Anleitung von Matthias ArmbrusterMaßschuhe von Vickermann und Stoya
Service im KWA Parkstift Hahnhof in Baden-Baden

 


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