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Annelore Cleve: Wasser ist ihr Element, Sport ihr Leben

„Im Urlaub musste immer Wasser dabei sein“, sagt Annelore Cleve, „zumindest ein See.“ Die inzwischen 86-Jährige lebt im KWA Stift Brunneck und ist immer noch täglich sportlich aktiv.

Im Alltag gehört das Wasser ohnehin zu ihr. Als Kind ist sie am liebsten in den Masurischen Seen geschwommen oder über sie gerudert – sie ist 1930 in Ostpreußen geboren. 1944 floh sie mit den Eltern und Geschwistern zu einer Großtante nach Sachsen-Anhalt. Dort machte sie 1947 ihr Abitur, ehe es Richtung Westen ging. Dass sie in Göttingen dann neben Latein auch Sport auf Lehramt
studierte, kam nicht von ungefähr: Auch der Vater und die Mutter waren Sportlehrer. Beim Studium hat die junge Frau Volleyball als neue Sportart für sich entdeckt.

Als sie 1962 mit ihrem Mann – einem Mediziner – nach New York ging, unterrichtete sie fortan am Hunter College Schwimmen, Gymnastik und Squaredance. Doch die Studentinnen – insbesondere aus Kuba, Puerto Rico und China – zeigten großes Interesse an Volleyball. Und so unterstützte die College-Leitung Annelore Cleves Ansinnen, Volleyball als Studienfach einzuführen. 1970 war es dann so weit: Sie durfte Volleyball unterrichten, gleich zum Start drei Kurse.

Als Annelore Cleves Mann wenig später in München ein Lehrstuhl für Humangenetik angetragen wurde, ging das Paar zusammen mit Sohn und Tochter zurück nach Deutschland. Das war 1972, kurz nach der Olympiade. Sie fand eine Stelle am Gymnasium Unterhaching, unterrichtete hier auch wieder Latein – in Sport vor allem Volleyball und Schwimmen. Als Hobby kam nun noch die Leichtathletik dazu. Von 1973 bis 1993 hat sie jedes Jahr das Bayerische und das Deutsche Sportabzeichen in Gold gemacht, in verschiedenen Disziplinen.

Und heute? Die inzwischen 86-Jährige lebt seit fünf Jahren im KWA Stift Brunneck, geht hier jeden Tag ins Schwimmbad, macht Wassergymnastik oder schwimmt Rücken. Und an jedem Montagnachmittag geht sie in Unterhaching kegeln, seit 27 Jahren. Bei einem Jubiläumsturnier vor zwei Jahren holte sie mit ihrer Mannschaft den 1. Platz, die Urkunde zeigt sie beim Gespräch. – Ebenso einen kleinen goldenen Anhänger in Form eines Volleyballs, mit der Gravur „AC 1972 Hunter College“ – AC ihre Initialen. Den kleinen Ball hat sie in New York zum Abschied bekommen. „Etwas
Schöneres hätten sie mir nicht schenken können“, sagt Annelore Cleve, umschließt die kleine Kugel sorgsam mit ihrer Hand, wirkt ein wenig wehmütig. Doch das hält nicht lange an. Schon berichtet sie, wie schön es ist, dass ihre Kinder und Enkel in der Nähe wohnen, und verrät: „Sie werden es nicht glauben. Aber meine Enkelin unterrichtet auch Latein und Sport – und hat eine große Affinität
zum Schwimmen. Und sie mag auch Volleyball.“

Erschienen in alternovum. Das KWA Journal | 2/2016
Autorin: Sieglinde Hankele


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