Zur Haupt-Navigation springen | Zum Inhalt springen

50 Jahre KWA Kuratorium Wohnen im Alter
Menue
Immer auf dem Laufenden

Dialog im Stift: mit der Berliner Sammlerin Erika Hoffmann

Über ein Leben für, mit und in der Kunst.

Berlin, 29. März 2016. – Im Gespräch mit dem Moderator Reinhard von Struve berichtet Erika Hoffmann über wichtige Stationen ihres Lebens: das Aufwachsen in Naumburg an der Saale, das Studium der Kunstgeschichte, den Ausbau einer kleinen Hemdenfabrik in Mönchengladbach zu einer der führenden Konfektionsadressen im Land, erste Künstlerkontakte des Ehepaars Hoffmann, prägende Erlebnisse auf der documenta, die Begründung ihrer privaten Kunstsammlung in Köln, das Scheitern des Projekts einer Kunsthalle in Dresden, den Kauf der Sophie-Gips-Höfe in Berlin-Mitte, womit die Hoffmanns einen Beitrag zum Dialog zwischen Ost und West leisten wollten.

Was für ein Besuchermagnet die dort nur samstags geöffnete Privatsammlung inzwischen ist, hat der 2001 verstorbene Rolf Hoffmann nur noch in Anfängen miterleben können. Immerhin war er die treibende Kraft beim Verkauf der Hemdenfabrik. Er wollte seinen in der Jugend gefassten Plan verwirklichen, mit 50 Jahren neu anzufangen. Erika Hoffmann sagt, dass es ihr und ihrem Mann darum ging, beeinflusst von Joseph Beuys, mit der Kunst gesellschaftsbildend zu wirken, Menschen miteinander in Kontakt zu bringen, Gemeinsames herzustellen. 

Die Frage aus dem Publikum nach einer gedanklichen Klammer ihrer Sammlung beantwortet Erika Hoffmann so: „Ich möchte mehr erfahren über die Periode, in der ich lebe, als ich über Literatur oder Musik erfahren könnte.“ Die Forderung, Kunst möge über die Widersprüche der Welt hinwegtrösten, bezeichnet sie als gut gemeint. Für sie komme das aber nicht in Frage, denn Kunst müsse intellektuell durchdacht sein. Sie und ihren Mann habe immer die Idee hinter einem Werk interessiert, nicht das Objekt selbst. 

Wichtig ist den Hoffmanns daher immer das Gespräch mit Künstlern gewesen, von denen viele zu engen Freunden wurden. Noch heute reist Erika Hoffmann durch die Welt, besucht Ateliers, Vernissagen, Museen und ergänzt ihre Sammlung. Mit einem Augenzwinkern berichtet sie über Galeristen, die versuchen, ihr mit Angeboten die Tür einzurennen. Im Laufe der Zeit sei sie bei Ablehnungen härter geworden. Und auch wenn Erika Hoffmann jedes im Jahr im August ihre Sammlung neu zusammenstellt, andere Werke aus dem Fundus holt und die von ihr immer auch privat genutzten Ausstellungsräume umbaut, hört sie sich zwar die Empfehlungen ihrer Helfer an. Aber dann, sagt sie, „wird von mir nach akribischer Vorbereitung – fürchte ich – sehr autoritär entschieden“.

Die Publikumsfrage nach der Zusammensetzung ihrer Besucher beantwortet Erika Hoffmann mit der Aussage, dass vor allem junge Menschen aus Berlin zwischen 25 und 30 zu ihr kommen; Schulklassen weniger, dafür aber viele Kunststudenten, gerade auch aus dem Ausland. Erika Hoffmanns von ihr selbst bewohnte Kunstsammlung kann nach Voranmeldung samstags zwischen 11 und 16 Uhr im Rahmen einer Führung besucht werden. Jeder muss sich Filzpantoffeln überstreifen und sollte Freude daran haben, sich beim Rundgang über das Gesehene auszutauschen. „Niemand muss vorher etwas wissen“, betont Erika Hoffmann, „es fehlt die übliche Museums-Aura und nicht alles bei mir ist hohe Kunst.“ Wer Glück hat, trifft die Sammlerin sogar persönlich in ihren Räumen an.


Terminvereinbarung zur Besichtigung der Sammlung Hoffmann, über die Rufnummer der Sophie-Gips-Höfe: Tel. 030 28499120


« zurück
nach oben

© KWA

nach oben