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Interventionen – Strategien für ein gutes Altern bei KWA

In Deutschland können zunehmend mehr Menschen auf ein langes Leben zurückblicken. Neben den positiven Aspekten des Alters und Alterns ist die Folge der zunehmenden Hochaltrigkeit unweigerlich auch die Häufung problematischer Lebensumstände.

Diese "Schwierigkeit des Seins", wie sie der Soziologe Wolf Lepenies beschreibt, findet ihren Ausdruck unter anderem in Erlebnissen von Krankheit, Verlusterfahrungen oder der Begegnung mit der eigenen Endlichkeit. Gleichzeitig offenbart insbesondere das hohe Alter die Gefährdung individueller Autonomie durch Abhängigkeitserfahrungen wie beispielsweise Pflegebedürftigkeit.

Dieses Spannungsfeld bildet den Ausgangspunkt für Interventionen. Diese umfassen Einflussmöglichkeiten zur Stärkung, Aufrechterhaltung und Wiedererlangung vorhandener Ressourcen
und somit zur Sicherung eines größtmöglichen Maßes an Selbstbestimmung und -verantwortung
im Alter. Sie beinhalten neben psychosozialen Hilfestellungen auch Strukturen zur Förderung beziehungsweise Aufrechterhaltung kognitiver sowie motorischer Fähigkeiten. Als populäre
Beispiele können Erfolge strukturierter Gedächtnistrainings, Übungen zur Sturzprophylaxe, soziale Reintegrationsmaßnahmen oder psychotherapeutische Verfahren genannt werden.

Zur bedarfsgerechten Erhebung des notwendigen Unterstützungspotenzials hält KWA in jeder Einrichtung ein so genanntes Interventionsteam (IVT) vor – eine multiprofessionelle, das heißt aus unterschiedlichen Berufsgruppen zusammengesetzte Arbeitsgruppe. Koordiniert durch die Leitung
der Sozialberatung setzt sich das IVT im KWA Parkstift St. Ulrich aus der Gesamtpflegedienstleitung, der Hauswirtschaftsleitung sowie der Kundenbetreuung zusammen. Das IVT tagt regelmäßig im Abstand von zwei Wochen und auch nach Bedarf. Auf diese Weise ist eine zügige Reaktion auf sich verändernde Lebensumstände von Bewohnern gegeben. Ein Beispiel hierfür ist die stellvertretende Klärung versicherungsrelevanter Umstände, wie etwa die Anpassung einer Pflegestufe, die Klärung der daraus entstehenden Refinanzierungsmöglichkeiten oder die zielgerichtete Aufstellung einer dauerhaft stabilen Versorgungskette. Jede Unterstützungsleistung wird individuell unter größtmöglicher Beteiligung der betroffenen Bewohner geplant und in Absprache mit den beteiligten Akteuren durchgeführt.

Zu den Interventionsangeboten im KWA Parkstift St. Ulrich gehören neben Beratungsangeboten vor allem Leistungen der persönlichen Assistenz, der Tagesbetreuung, Angebote zur pflegerischen Versorgung, physische und kognitive Aktivitätsprogramme sowie Kulturangebote. Darüber hinaus
kann das IVT auf ein differenziertes Versorgungsnetzwerk zurückgreifen: mit verschiedenen Partnern wie etwa Haus- und Fachärzten, Reha-Einrichtungen, Hospizdiensten, einem Palliativnetzwerk und Seelsorgeeinrichtungen. So kann das Parkstift St. Ulrich eine hoch individualisierte Beratung, Betreuung und Begleitung selbst in schwierigsten Phasen des Alters, bis hin zum Tod, gewährleisten.

Autor: Florian Wernicke | Erschienen in alternovum. Das KWA Journal 03/2015


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