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„Vier auf einen Streich“ – Vernissage

Die im Haus ausgestellten Skulpturen und Bilder können noch bis Mitte Juli im KWA Stift am Parksee in Unterhaching besichtigt werden, die Skulpturen im Außenbereich bis einschließlich 3. November: täglich von 9-12 und von 14-18 Uhr

Unterhaching, 28. Mai 2014. – Sabine Boczkowski-Sigges, Maria Rucker, Ernst Grünwald, Peter Frisch und die Werke der vier Künstler standen im Mittelpunkt der offiziellen Eröffnung der Jubiläumsausstellung zum 30. Geburtstag von KWA Stift am Parksee in Unterhaching. Rund 50 Freunde der Kunst waren der Einladung des Hauses gefolgt, zahlreiche Unterhachinger Bürger hatten bereits den Europawahl-Sonntag zum Besuch der Ausstellung genutzt – das Haus war Wahllokal.

Nach einer Begrüßung durch die stellvertretende Hausleiterin Angela Willner stimmten die beiden langjährigen Mitarbeiterinnen des Hauses Susanne Musfeldt-Gohm und Gundi Edhofer-Simon – beide mit erkennbarer Begeisterung für Kunst – kurzweilig auf die Ausstellung ein: mit Hintergrundinformationen zum Werdegang der Ausstellung, vor allem jedoch zu den Künstlern und ihren Arbeitsschwerpunkten. 

Sabine Boczkowski-Sigges lebt und arbeitet in Norderstapel. Die einstige Schülerin des Malers Alfredo Casaretto ist überaus vielseitig: Als Dozentin für Collage an einer Schule für Mode- und Grafik-Design konnte sie ihre Kompetenz einbringen, ihre Kreativität und Produktivität zeigt sich in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland und Großbritannien. Indien, Israel und Las Vegas haben ihre Arbeiten beeinflusst, vor allem jedoch die japanische Kultur. Die „kampferprobte“ Trägerin des schwarzen Gürtels kennt den asiatischen Raum von mehreren Reisen. 

„Zwei japanische Schulmädchen“ tragen einen original japanischen Schulranzen. Damit wird ein Hauch asiatischen Alltags vermittelt. Boczkowski-Sigges ist es wichtig, Alltagsgegenstände in einer neuen, individuellen und eigenwilligen Form zu zeigen. Oftmals entwickelt die Künstlerin ihre Skulpturen als Collagen aus verschiedenen Materialien. Stoffe, Perlenschnüre, Spitzen und Ohrringe werden experimentell verarbeitet: „Stylistisch harmonisch, verstörend und überraschend.“ Eine ganze Reihe von Exponaten ist mit schwarzem Glanzlack bemalt, goldfarben bemalte Details setzen starke Akzente.

Maria Rucker lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in München und im italienischen Carrara. Nach dem Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München – als Meisterschülerin von Professor Leo Kornbrust – hat sie ihre Kenntnisse und ihr Können an der „School of Fine Arts“ in Athen vertieft. Bildhauersymposien, Wettbewerbe und Projekte im Rahmen von Kunst-am-Bau und Kunst-im-öffentlichen-Raum markieren ihren Weg genauso wie Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland.

Die Bildhauerin arbeitet vorwiegend am Naturstein, doch auch Holz, Gips, Metall und Kunststoff sind in ihren Werken zu finden. Sie entwickelt vor allem Plastiken und Skulpturen für den Außenraum. Die im Stiftsgarten ausgestellten Steinskulpturen sind an naturalistische Formen angelehnt. „Realismus und Abstraktion, Naturbeobachtung und Erfindung, Natürlichkeit und Künstlichkeit sind die Pole, zwischen denen sich mein Werk hin und her bewegt“, sagt Rucker. Wandreliefs der Künstlerin tragen Namen wie „Krokodilisch“ und
„Schildkrötenpanzer“: Sie muten an wie Makroansichten bei einem Blick durchs Mikroskop. Das Objekt „Stumpf und Spitz“ überrascht durch detaillierte, feinsinnige Bearbeitung.

Ernst Grünwald lebt und arbeitet in Ammerland, am Starnberger See. Nach einer Bronzegießer-Lehre hat er an der Akademie der Bildenden Künste in München Bildhauerei studiert: bei Professor Erich Koch. Er arbeitet zum einen als Künstler, führt zum anderen auch Aufträge aus – er bearbeitet beispielsweise Gedenktafeln und Grabsteine. Durch Einzel- und Gruppenausstellungen sowie Werke, die im öffentlichen Raum stehen, ist
Grünwald vielen in der Region bekannt. 

Der Bildhauer bearbeitet vor allem Holz, Stein und Gips, gießt aber auch nach wie vor Bronze. Insbesondere mit seinen kleinformatigen, schlichten Bronzefiguren hat er sich einen Namen gemacht. Mitunter filigran aufgebaut, bezeugen die Geschöpfe hohe Sensibilität und Kunstfertigkeit. Grünwald zeichnet aber auch: In der Ausstellung sind sehr ästhetisch anmutende Akte zu sehen. Beeindruckend sind freilich auch die überlebensgroßen Holzskulpturen des Künstlers, wie beispielsweise die vor dem Wohnstiftseingang platzierte monumentale Figur „Großer Wegweiser“ – eine Interpretation von Mimik und Gestik bleibt dem Betrachter überlassen. Markante Schnitte lassen die Kraft der Motorsäge ahnen, prägen den Gesamteindruck. 

Peter Frisch lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in München. Nach einer Ausbildung zum Holzbildhauer hat er sein Wissen und Können an der Meisterschule weiterentwickelt. Mit verlässlicher Kontinuität präsentiert Frisch alljährlich seine künstlerische Weiterentwicklung durch die Ausstellung neuer Skulpturen: in Galerien oder bei Symposien, meist im süddeutschen Raum. Bereits im Jahr 2013 hat der Bildhauer im KWA Stift am Parksee in Unterhaching ausgestellt. Das kam so gut an, dass er erneut eingeladen wurde.

Holz, Farbe und Bienenwachs sind die Materialien, mit denen Frisch vorzugsweise arbeitet, Motorsäge und Feuer besondere Werkzeuge für große Skulpturen, die außen stehen sollen. Die Technik des Anbrennens ist für den Künstler seit vielen Jahren eine elementare Ausdrucksform. Dabei ist Equilibrismus ein großes Thema für Frisch: Durch Rückbesinnung auf Grundfragen soll ein Gleichgewicht hergestellt werden. In Balance mit sich, seiner Umwelt, den Menschen und dem Leben zu sein, ist für den Künstler immer wieder eine spannenden Herausforderung. – Vor allem mit den „Equilibristen“, die im Haus ausgestellt sind, wird diese Auseinandersetzung deutlich. Entsprechende figürliche Objekte finden sich bei Frisch in vielen Varianten: beispielsweise auf einer Kugel oder in einem Boot stehend.

Zitat von Helmut Lachenmann und Musik von Michael Finkenzeller 

Zur Frage was Kunst ist, zitierte Edhofer-Simon den Komponisten Helmut Lachenmann: „Wehe, wenn es uns gelänge, den Begriff zu definieren und damit zu zementieren! Kunst gibt es auch dort zu erkennen, wo wir über das ästhetisch-sinnliche Erlebnis an unsere Möglichkeiten als geistbegabte Geschöpfe erinnert werden. Kunst hat etwas mit dem Bedürfnis zu tun, an unsere Grenzen zu gehen. Es mutet dem Menschen eine gewisse Anstrengung zu, nämlich die, über seinen Horizont hinauszugehen.“ 

Bildende Kunst und Musik sind ein treffliches Paar. Deshalb war bei der Ausstellungseröffnung auch für klanglichen Genuss gesorgt: Michael Finkenzeller entlockte seiner Querflöte zunächst klassische Töne, mit einer Sonate von Johann Sebastian Bach in C-Dur, Adagio Menuett. Als zweites Stück gab es „Syrinx“ von Claude Debussy zu hören. Mit einer Kadenz zu einem Konzert in D-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart schloss er den klassischen Reigen. Zum Abschluss überraschte Finkenzeller Künstler und Gäste mit einer Oberton-Improvisation und mystisch anmutenden, leisen Tönen – fast nur gehaucht. 

Gartenspaziergang mit "Vier auf einen Streich"


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