Zur Haupt-Navigation springen | Zum Inhalt springen

50 Jahre KWA Kuratorium Wohnen im Alter
Menue
Immer auf dem Laufenden

Fehldiagnose Alzheimer!?

Existiert die Krankheit Alzheimer oder ist sie nur ein Phantom? Kontroverse Diskussion mit Experten beim KWA Forum im KWA Albstift Aalen

Aalen, 12.06.2013. Ist Alzheimer eine diagnostizierbare Krankheit oder nur ein Phantom, von Ärzten und der Pharmaindustrie erfunden, um Profit zu machen? Dieser provokanten Frage wurde beim KWA Forum im KWA Albstift Aalen nachgegangen. 150 Personen, darunter zahlreiche Angehörige, aber auch Betroffene, diskutierten mit den Experten. 

„Wir sollten uns nicht vorgaukeln lassen, Alzheimer ist eine behandelbare
Krankheit. Es ist ein gezielt geschaffenes Konstrukt, mit dem Ängste geschürt und auf Kosten der Betroffenen ein Geschäft gemacht wird,“ so die Auffassung von Cornelia Stolze. Die Wissenschaftsjournalistin erklärte, dass Alzheimer weder als Krankheit klar definiert werde, noch zu diagnostizieren sei. Auch die als Ursache genannten Kalkablagerungen im Gehirn, die sogenannten Plaques, seien keineswegs ein Beweis für die Existenz von Alzheimer, denn ein Drittel aller normal alternden Menschen habe diese Plaques. Umgekehrt seien bei vielen dementen Menschen keine festzustellen.

Sitzen wir in Sachen Alzheimer also tatsächlich einem Irrglauben auf? Mit einem klaren „Nein“ beantwortete Prof. Dr. Hans Förstl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der TU München, diese Frage, auch wenn er in 80 Prozent mit Stolzes Aussagen übereinstimme. Der renommierte Demenz-Forscher erläuterte anhand von Forschungsergebnissen, dass die Krankheit Alzheimer existiert, auch wenn es wohl in den nächsten zwei Jahrzehnten keine revolutionären Behandlungsmethoden geben wird.
„Vielleicht wird aber zumindest eine Strategie entwickelt, die den Prozess verlangsamen kann, z.B. eine Impfung“, so Förstls Hoffnung. Mit dem Begriff Alzheimer sei er ebenfalls unglücklich, denn er verbreite Angst. 

Peter Wißmann, Geschäftsführer Demenz Support Stuttgart, schlug als Bezeichnung „Gehirnalterung“ vor und warnte: „Wenn wir weiterhin die Krankheitsschiene bedienen, schürt das die Ängste noch mehr.“ Patienten, die an demenziellen Veränderungen leiden, empfahl Dr. Christoph Garner, Chefarzt der KWA Klinik Stift Rottal, unbedingt eine Zweitdiagnose einzuholen. Er befürchte, dass manche niedergelassenen Kollegen aus Zeitmangel die Diagnose „Alzheimer“ stellten, denn nur dann könne auch ein Alzheimer-Präparat verschrieben werden. 

„Was wir zudem tun müssen ist, deutlich zu machen, dass auch ein Leben mit Demenz ein gutes Leben sein kann“, betonte KWA Vorstand Dr. Stefan Arend am Ende der Podiumsdiskussion. Und Stiftsdirektor Manfred Zwick ergänzte: Wir versuchen in unserem Haus neue Konzepte für Menschen mit Demenz umzusetzen, die dies ermöglichen, und können täglich feststellen, wie viel Lebensfreude sie noch haben. Das müssen wir der Gesellschaft mitteilen!“


« zurück
nach oben

© KWA

nach oben