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KWA Hanns-Seidel-Haus
Leben - so wie ich es will im KWA Hanns-Seidel-Haus

Leben bis zum Tod

Palliative Care ist ein Thema, das uns alle angeht

Ottobrunn, im Juli 2015. – Der Umgang mit sterbenden Menschen, ihr Tod und die Trauer der Angehörigen sind eine tägliche Herausforderung in Senioreneinrichtungen. Immer mehr Menschen verbringen dort ihren letzten Lebensabschnitt. Über 30 Prozent der deutschen Senioren sterben inzwischen auch dort, weil sie zu Hause nicht mehr ausreichend versorgt werden können. Tendenz steigend.

Betreuung und Pflege wird daher auch in den KWA Wohn- und Pflegestiften immer wichtiger. Im Jahr 2007 startete das KWA Hanns-Seidel-Haus zusammen mit dem Hospizkreis Ottobrunn das Projekt „Implementierung der Palliativversorgung“. Die Zusammenarbeit begann bereits im Jahr 2002. Seit dieser Zeit werden Bewohner durch ehrenamtliche Hospizbegleiter betreut und durch hauptamtliche Fachkräfte des Hospizkreises unterstützt. Die Hospizbegleiter ergänzen das Pflegeteam. Sie bringen dem sterbenden Menschen einen deutlichen Zugewinn an persönlicher Zuwendung.

Ein Grundsatz, der bei KWA im Alltag auch für Begleitung und Pflege gilt: Nur der eigene Wille des Bewohners zählt

Das Thema Sterben wird im Gespräch mit Bewohnern und ihren Angehörigen ganz offen behandelt. In Sterbebegleitung geschulte Mitarbeiter stecken mit ihnen gemeinsam einen individuellen Weg ab. Was ist möglich? – Womit fühle ich mich wohl? – Was kann ich mir gar nicht vorstellen? Nur der eigene Wille zählt. Die Pflegekräfte umsorgen die Bewohner und beraten sie.

Ein Großteil der Mitarbeiter des Hanns-Seidel-Hauses wurde zwischenzeitlich in einem Grundkurs Palliative Care geschult. Sieben Mitarbeiter haben sich mit einer einjährigen Weiterbildung zu Palliative-Care-Fachkräften ausbilden lassen. Ihr Wissen tragen sie nun in die Teams hinein. Zu den wichtigen Säulen einer guten Palliativversorgung gehört der Aufbau eines Netzwerkes mit Hospiz- und Palliativberatungsdiensten, Palliativmedizinern, Rechtsanwälten, Kliniken und Seelsorgern.

Zudem ist es wichtig, Palliative Care in der Öffentlichkeit und in der Gemeinde zu positionieren – und damit auch in der Politik. Wir wollen einen offenen Dialog darüber führen und der Bevölkerung zeigen, dass der Kranke und Sterbende in einem Wohnstift Aufmerksamkeit und Begleitung erfährt und dass Angehörige eingebunden sind.

Veranstaltungen zu Patientenverfügungen und zu Möglichkeiten der medizinisch-pflegerischen Versorgung: in allen KWA Wohn- und Pflegestiften

Im Rahmen von Informationsveranstaltungen, die auch für die Öffentlichkeit zugänglich sind, erklären Rechtsanwälte und Palliativ-Mediziner in KWA Wohn- und Pflegestiften Patientenverfügungen, Vollmachten und Möglichkeiten der medizinisch-pflegerischen Versorgung. Wichtig ist auch die seelsorgerische Betreuung. Viele Menschen wünschen gerade in der letzten Lebensphase theologischen Beistand. Dieser ist in allen KWA Wohnstiften zu bekommen.

Eine zentrale Rolle nehmen die Angehörigen ein. Sie sind meist sehr nah am Bewohner, kennen dessen Vorlieben, Gedanken und Ängste, können oft wichtige Hinweise geben. Angehörigen, die sich mit der Situation überfordert fühlen, bieten wir Gesprächsrunden an. Rituale helfen beim Abschiednehmen. Viele sind im Hanns-Seidel-Haus inzwischen etabliert: angefangen bei Kondolenztischen über die Teilnahme von Mitarbeitern an Trauerfeiern bis hin zu einer jährlich stattfindenden Gedenkfeier.

Palliative Care bedeutet somit das Zusammenwirken aller Beteiligten mit dem Ziel, für den Betroffenen und sein Umfeld die bestmögliche Versorgung aufzubauen.

 

zur Hörversion des Beitrags auf der KWA Website www.alternovum.de, in der Rubrik Audio: alternovum-Ausgabe 2/2015

Für weitere Informationen zum Thema: KWA Rahmenkonzept Palliative Care

 


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