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KWA Luise-Kiesselbach-Haus
Leben - so wie ich es will im KWA Luise-Kiesselbach-Haus

Den Tagen mehr Leben geben …

Der Bereich Aktivierung und Betreuung im Luise-Kiesselbach-Haus lebt von den vielen verschiedenen Mitarbeitern: zwei Sozialpädagoginnen, neun Betreuungsmitarbeiterinnen und vier Honorarkräften, die gemeinsam unseren Bewohnern ein buntes Feld an Beschäftigungsmöglichkeiten bieten: Lesezirkel, Walkinggruppe, Kraft- und Balancetraining, Wii-Spielekonsole, Hundebesuch, kreatives Gestalten. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der großen Vielfalt des Wochenprogramms.

Zusätzlich finden jeden Monat Veranstaltungen wie Vorträge, Filmvorführungen und Konzerte statt. Um es mit den Worten eines Angehörigen zu sagen: „Bei euch ist ja immer Party.“ Und ja, wir freuen
uns gemeinsam mit unseren Bewohnern, wenn wir ihnen eine sinnvolle Tagesgestaltung bieten können. Der Tag eines älteren Menschen kann sehr lang sein, umso wichtiger ist es, Abwechslung und Struktur zu geben. Musik zum Beispiel ist Teil im Leben eines jeden Menschen – in welcher Form auch immer. Kaum ein anderes Medium vermag derart unterschiedliche Reaktionen auszulösen.

Musik kann in Begeisterung versetzen oder tief berühren. Sie spricht die emotionale Seite eines Menschen an. Geräusche, Klänge und Lieder können ein Kommunikationsmittel sein, wenn andere Wege bereits unmöglich geworden sind. Musik kann in sanfter Weise fördern und fordern. Sie vermag es, Menschen zu einer Gemeinschaft werden zu lassen. Deshalb freuen wir uns, wenn Fritz Laubscher – ein Opernsänger – uns einmal wöchentlich in den Wohnbereichen besucht. „Sein Chor“ ist mittlerweile auf 50 Stimmen angewachsen.

Eine Besonderheit im Luise-Kiesselbach-Haus ist das Angebot der Eurythmie bei Katharina Gleser. Eurythmie ist eine Bewegungskunst, die mit „Gleich- und Ebenmaß in der Bewegung“ übersetzt werden kann. Dabei geht es um langsame, fließende Bewegungen, die die Ganzheit des Menschen ansprechen Eine Bewohnerin, die aufgrund ihrer Demenzerkrankung unstet im
Wohnbereich umhergeht und oft verloren und ängstlich wirkt, findet in der Eurythmie Ruhe und Ausgeglichenheit, die auch nach der Stunde noch zu spüren ist.

Auf der anderen Seite benötigen wir Menschen das Gefühl der Anerkennung und Zugehörigkeit, das Gefühl, etwas bewirken zu können. Nach unserem gemeinsamen bayerischen Abendessen im Café, das wir zusammen mit den Bewohnern vorbereitet hatten, erreichte mich folgende Rückmeldung einer Angehörigen per E-Mail: „Sie war so begeistert davon, dass sie mithelfen konnte. [...] Ich möchte mich bei Ihnen bedanken, dass Sie meine Mama in dieses Vorbereiten eingebunden haben und ihr so eine Aufgabe zugeteilt haben, die ihr wieder Selbstvertrauen gegeben hat.“ Das sind die Momente, die uns im Bereich Aktivierung und Betreuung wieder vergegenwärtigen, warum wir hier sind: Augenblicke von Freude schaffen.

Erschienen in alternovum. Das KWA Journal | 3/2016
Autorin: Elke Stegerer


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