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50 Jahre KWA Kuratorium Wohnen im Alter
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KWA Luise-Kiesselbach-Haus
Leben - so wie ich es will im KWA Luise-Kiesselbach-Haus

Feier in München-Riem zu Ehren von Luise Kiesselbach

Drei Jubiläen auf einen Streich: 90 Jahre Luise-Kiesselbach-Haus, davon 10 Jahre in München-Riem unter der Trägerschaft von KWA, und 50 Jahre KWA – Ausführungen von Stiftsdirektor Michael Pfitzer, KWA Vorstand Horst Schmieder und der Angehörigen Renate Wiesent – Unter den Ehrengästen: Die ehemalige Zweite Bürgermeisterin von München Dr. Gertraud Burkert und KWA Mitbegründer Hermann Beckmann

München-Riem, 25. Juni 2016. – „Ohne Sie, Frau Burkert, und ohne Sie, Herr Beckmann, könnten wir heute nicht hier feiern“, richtete Stiftsdirektor Michael Pfitzer das Wort an die beiden Ehrengäste beim Festakt im KWA Luise-Kiesselbach-Haus. Christian Ude – Münchens langjähriger Oberbürgermeister – habe ihm bestätigt, dass von Seiten der Stadt vor allem die damalige Zweite Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Gertraud Burkert den Neubau des Luise-Kiesselbach-Hauses in München-Riem unterstützt und begleitet hat. „KWA Gründervater“ Hermann Beckmann hat sich, auch nach dem Eintritt in den Ruhestand, für das Bauprojekt stark gemacht und engagiert, sodass am 4. und 5. März 2006 die Mitarbeiter und 140 Bewohner samt 10.000 Umzugskisten von einem veralteten Gebäude in der Einsteinstraße in ein zeitgemäßes Heim in die Graf-Lehndorff-Straße ziehen konnten: trotz 50 Zentimetern Schnee – wie Michael Pfitzer sich erinnert. Alle freuten sich damals auf das neue Haus und nahmen den guten Geist, den Luise Kiesselbach einst gepflanzt hatte, einfach mit.

Burkert und Beckmann bekamen großen Applaus von Bewohnern und Gästen – unter anderem auch von Dr. Erhard Gröpl, der von 2005 bis 2007 stellvertretender Vorsitzender im KWA Aufsichtsrat war, von Friedrich Graffe, der dem Luise-Kiesselbach-Haus von 1993 bis 2010 als Sozialreferent der Stadt München verbunden war, von Otto Steinberger, dem Vorsitzenden des Bezirksausschusses Trudering-Riem, sowie von Gerhard Krug und Wolfgang Hertl, zwei Seniorenbeiräten der Stadt München.

Wie das Luise-Kiesselbach-Haus zu KWA kam? Durch eine Kooperation

Ein Neubau des Luise-Kiesselbach-Hauses wurde bereits Mitte der 1990er in Erwägung gezogen, angesichts des großen Umfangs anstehender Renovierungs- und Brandschutzmaßnahmen im alten Luise-Kiesselbach-Haus. Zu dieser Zeit kam es zur Kooperation mit KWA Kuratorium Wohnen im Alter, um Unterstützung bei der Betriebsführung zu erhalten. Mit der Planung des neuen Luise-Kiesselbach-Hauses wurde dann KWA Baumanagement betraut – weil KWA in München als Experte für Seniorenwohnen bekannt war. Den anwesenden Geschäftsführer von KWA Baumanagement, Bauingenieur Gerhard Schaller, begrüßte der Stiftsdirektor herzlich und berichtete: „Die Vision eines modernen, großzügigen und lichtdurchfluteten Hauses mit einer Konzeption, die sich am Hausgemeinschaftsprinzip orientiert, wurde von Herrn Schaller, wie wir alle seit 10 Jahren erleben dürfen, hervorragend umgesetzt. - Am Vorabend des Umzugs gingen wir durch das Haus und fragten uns, ob alles funktioniert. Ob die Architektur lebenswert ist. – Ich kann Ihnen sagen, wir haben es richtig gemacht."

Luise Kiesselbach: Armenpflegerin, Frauenrechtlerin, Sozialpolitikerin, Stadträtin und Namensgeberin des heutigen Pflegestifts

Im Fokus der Rede von Gastgeber Michael Pfitzer stand jedoch die Namensgeberin des Hauses: Luise Kiesselbach. Sie wuchs in Hanau auf, lebte zunächst mit ihrem Mann in Erlangen, später dann in München. Die früh verwitwete Mutter zweier Kinder wurde angesichts ihres großen sozialen Engagements 1909 die erste Armenpflegerin in Bayern, zehn Jahre später eine von fünf Münchner Stadträtinnen. Die Frauenrechtlerin und Sozialpolitikerin setzte sich unter anderem für das Frauenwahlrecht ein, gründete 1924 den Paritätischen Wohlfahrtsverbands in Bayern und regte den Bau von Kinderheimen in Schwabing und Tutzing an. 1926 gründete sie schließlich die „Gesellschaft der Altersfreunde“ – mit dem Ziel, ein Heim für alte Menschen zu bauen. 

Luise Kiesselbachs Vision: Das Haus sollte für die älteren Menschen so attraktiv sein, dass sie ihre großen Wohnungen für Familien gerne freimachten und so einerseits die damalige Wohnungsnot zu lindern halfen und andererseits ein anregendes Leben in Gemeinschaft genießen konnten, bei einer selbstbestimmten Lebensführung. Das Haus sollte offen für alle sein – unabhängig von Konfession, Partei, Stand oder Rang. Das Haus wurde gebaut, in der Einsteinstraße, und nach ihr benannt. Um auch Mittellosen und Künstlern den Zugang zu ermöglichen wurde ein Teil des Heimentgelts in einen Fonds eingezahlt.

Michael Pfitzer schloss seine Ansprache mit einem klaren Bekenntnis zum Motto, welches die Namensgeberin einst für das Luise-Kiesselbach-Haus gewählt hat: „Ewig ist die Arbeit. Das Werk des Menschen. Es wechseln nur die Hände."

50 Jahre KWA: von regionalen Trägervereinen zur gemeinnützigen Aktiengesellschaft

KWA Vorstand Horst Schmieder ging auf das große Firmenjubiläum des Jahres 2016 ein: auf 50 Jahre KWA. Die ersten Jahre nach der Gründung waren laut Schmieder vor allem von Wachstum sowie vom Reiz des Neuen geprägt. Zunächst gab es an jedem Standort einen eigenen Trägerverein. „Doch KWA hat es geschafft, von einer eher dezentralen Struktur mit einzelnen Trägervereinen zu einem echten Unternehmen zu werden“, so Schmieder. Ein erster Meilenstein war die Verschmelzung der einzelnen Vereine zum Gesamtverein Kuratorium Wohnen im Alter e.V.  im Jahr 1996, ein weiterer Meilenstein dann acht Jahre später die Umwandlung der Rechtsform in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft, in Verbindung mit einer großen Organisationsreform, welche bis heute Bestand hat.

Durch den Zusammenschluss der einzelnen Vereine ist es laut Schmieder gelungen, das Unternehmen wirtschaftlich solide aufzustellen und eine Organisation zu schaffen, die über die Fähigkeiten Einzelner hinaus Kompetenzen entwickelt, welche heute für die Führung eines Unternehmens unerlässlich sind. Beispielhaft nannte der KWA Vorstand  Personal- und Qualitätsentwicklung, Kundenbetreuung und Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen und Unternehmensteuerung, sowie eine leistungsfähige IT-Abteilung. Das  Motto zum Unternehmensjubiläum „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ – ein Aristoteles-Zitat – sei nicht ganz zufällig gewählt. 

10 Jahre KWA Luise Kiesselbach in München-Riem: Kaum eine Einrichtung der stationären Altenpflege wird so gelobt wie das Luise-Kiesselbach-Haus

Mit Blick auf das 10-jährige Bestehen des KWA Luise-Kiesselbach-Hauses am Standort München-Riem betonte Horst Schmieder: „Ohne die gute Zusammenarbeit zwischen KWA und dem Verein der Gesellschaft der Altersfreunde wäre dieses Haus nicht entstanden“, und ergänzte: „Wir haben hinsichtlich der Entwicklung des Hauses immer die gleichen Ziele verfolgt.“ Auch wenn die Gesellschaft der Altersfreunde und KWA nicht den gleichen Vorstand haben, seien die Weichen so gestellt, dass das Haus auch in Zukunft von KWA betrieben und weiterentwickelt werden kann.

Die nächsten Worte des KWA Vorstands gingen in Richtung Gerhard Schaller, der das Riemer Haus in enger Abstimmung mit Michael Pfitzer geplant und dann auch gebaut hat: „Herrn Schallers erklärtes Ziel, dass  das Haus auch noch nach zehn Jahren attraktiv sein muss, ist im Falle des Luise-Kiesselbach-Hauses zweifellos erreicht." Große Anerkennung sprach Schmieder auch dem Hausleiter Michael Pfitzer und seinen Mitarbeitern für ihre Arbeit aus: „Ich kenne kaum eine Einrichtung der stationären Altenpflege, die – völlig zu Recht – dermaßen gelobt wird wie das Luise-Kiesselbach-Haus."

Die Angehörige Renate Wieser: Wir, mein Mann und ich sind hier angekommen in unserem zweiten Zuhause! 

Sowohl Stiftsdirektor Michael Pfitzer als auch KWA Vorstand Horst Schmieder befassen sich seit vielen Jahren mit Pflege und KWA. Deshalb hatte der Gastgeber die Idee, zum Jubiläum auch eine Person sprechen zu lassen, die noch nicht so lange mit KWA und Pflege zu tun hat. Die Angehörige Renate Wiesent hat sich dazu bereiterklärt und trat ans Rednerpult. Sie musste sich – wie viele andere auch – ohne Vorkenntnisse mit dem Thema Pflege auseinandersetzen. Wie es ihr damit ging, dass ihr Mann mit Mitte fünfzig die Diagnose Alzheimer-Demenz bekam und zunehmend mehr Begleitung und Betreuung brauchte, hat sie in einer sehr berührenden Rede geschildert. – Ihr Mann lebt heute im KWA Luise-Kiesselbach-Haus. Renate Wiesent schloss mit den Worten: „Wir, mein Mann und ich sind hier angekommen in unserem zweiten Zuhause!"

Der Feier im Stiftscafé am Vormittag verlieh Pianist Martin Münch eine heitere Note – unter anderem mit Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude", Antonio Vivaldis „Der Frühling" aus „Die vier Jahreszeiten" und Edvard Griegs „Morgenstimmung" aus „Peer Gynt". Zur Unterhaltung im idyllischen Stiftsgarten am Nachmittag bot die „Teneriffa Tanzlmusi" zwischen blühenden Rosen bei strahlendem Sonnenschein bayerische Volksmusik. Mit Darbietungen der Trachtentanzgruppe Dorfen – inklusive Schuhplattln – und bunten Gebilden vom Ballonkünstler Michael Fasiloglu hatten Bewohner und Gäste unter weit aufgespannten Sonnenschirmen ein paar vergnügliche Stunden.

 

>> Die kompletten Ausführungen von Renate Wiesent zum Nachlesen.

 

So schön war es am Nachmittag im Stiftsgarten - mehr Fotos im www.alternovum.de/archiv/ausgabe-22016/bilder-jubilaeumsfeier-kwa-luise-kiesselbach-haus.htmlAlbum zur Feier

 


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