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Georg Weiß: Judoweltmeister im Jahr 1955

Zum Sport mag man ja persönlich stehen, wie man will, der eine trainiert und stählt seinen Körper, achtet auch auf eine gesunde Ernährung und nimmt immer lieber die Treppe als den Aufzug, der andere bewegt sich nur ungern mehr als nötig und isst auch viel lieber Ungesundes.

Eines steht jedoch fest: Für Sportler und deren Leistungen lassen sich fast alle Menschen begeistern – schaut man nur auf die Fußballweltmeisterschaften oder die Olympiaden, denen die Welt alle vier Jahre entgegenfiebert. Der Mann, um den es hier geht, hat jedoch weder als Fußballer noch als Zehnkämpfer Ruhm erworben, sondern als Judoka: Georg Weiß. Er hat während der Weltmeisterschaften 1955 in Moskau eine Goldmedaille im Judo-Halbschwergewicht gewonnen.

Ein Medaillenerfolg beim Judo, einer Sportart, die ihren Ursprung in traditionellen japanischen Kampfkünsten hat, setzt Körperbeherrschung sowie sehr viel Körpereinsatz und Persönlichkeit voraus. Anfang des 20. Jahrhunderts fand die Sportart ihren Weg in den Westen. Vorübergehend nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland sogar verboten, hat sich Judo zu einer faszinierenden olympischen Sportart entwickelt und genießt heute auf allen fünf Kontinenten hohe Popularität.

Judo – aus dem Japanischen übersetzt „der sanfte Weg“ – basiert auf zwei Prinzipien. Das technische Prinzip „Siegen durch Nachgeben“ zeigt sich durch das sinnvolle Einsetzen des eigenen Gewichts und der eigenen Kraft, um die Bewegungen und Schwachpunkte des Gegners für sich zu nutzen. Das zweite Prinzip spricht die moralische Seite dieser Sportart an. Übersetzt könnte es „Gegenseitiges Helfen für den wechselseitigen Fortschritt und das beiderseitige Wohlergehen“ bedeuten und vermittelt eine Lebenseinstellung. Beim Training kommt dieses Prinzip zur Anwendung durch Rücksichtnahme auf Alter, Geschlecht und die körperliche und technische Entwicklung des Trainingspartners.

Der einstige Weltmeister lebt seit 2014 im KWA Stift Urbana in Bottrop. Statur und Haltung des 1,94 Meter großen Mannes sieht man ein sportliches Leben an. „Mein Geld habe ich aber nicht mit Leistungssport verdient“, erklärt Georg Weiß auf die Frage nach dem Broterwerb. Er gründete ein Institut für physikalische Therapie und bildete dort selbst medizinische Bademeister, Masseure und Krankengymnasten aus, natürlich beiderlei Geschlechts. In seiner Freizeit hat er sich nicht nur dem Judo zugewandt, sondern auch viel Tennis gespielt.

„Alles hat seine Zeit“, so der mittlerweile 82-Jährige. Und deshalb gönnt er sich inzwischen auch Ruhe und Muße und manchmal eben auch ein, zwei der köstlichen, von seiner Tochter gebackenen Plätzchen – mehr, als ein Leistungssportler es sich gestatten würde. 

Erschienen in alternovum. Das KWA Journal | 2/2016
Autorin: Martina Lenz

 

 


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