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KWA Stift am Parksee
Leben - so wie ich es will im KWA Stift am Parksee

"Sterben mit Leben füllen"

KWA Stift am Parksee stellte Konzept zur Palliativversorgung vor

Unterhaching, 21.11.2012. „Uns allen blüht der Tod“, heißt es in einem Lied des verstorbenen Musikers Peters Janssens. Doch auch wenn der Tod Gewissheit ist, verdrängen viele Menschen das Thema Sterben und Tod; nach wie vor ist es für viele ein Tabu. Auf der anderen Seite hat sich in den letzten Jahren eine neue Sterbekultur entwickelt: Die Hospizbewegung und die Palliativversorgung machen deutlich, dass Leben, Sterben und Tod zusammengehören, und dass ein würdevoller Umgang mit dem Sterben für die Betroffenen in der letzten Lebensphase mehr Lebensqualität bedeutet (palliativ: lat. für umhüllen). 

Auch in einer Senioreneinrichtung gehört es dazu, die Menschen, die dort leben, im Sterben zu begleiten und bis zu ihrem Tod zu betreuen. Um diese nicht immer einfache Aufgabe professionell leisten zu können, hat das KWA Stift am Parksee ein Konzept zur Palliativversorgung entwickelt, das die Verantwortlichen am 20. November der Öffentlichkeit vorgestellt haben. Das Konzept wurde in einer Projektgruppe, bestehend aus Führungskräften und Mitarbeitern aller Bereiche des Hauses, in den letzten eineinhalb Jahren entwickelt. Die Leitung des Projekts hatten Katja Goudinoudis vom Zentrum für Ambulante Hospiz- und Palliativversorgung (ZAHPV) München Land und Stadtrand der Caritas Taufkirchen und Martin Alsheimer von der Hospiz Akademie Ingolstadt, Kompetenzzentrum Palliative Care und Hospizkultur. Mit dem ZAHPV wird das Unterhachinger Seniorenwohnstift auch in Zukunft eng vernetzt sein. Goudinoudis und Alsheimer informierten die zahlreich erschienenen Bewohner, Mitarbeiter und Ärzte über fachliche wie rechtliche Aspekte der Palliativversorgung. Was so manch einer zum Beispiel bisher noch nicht wusste: Seit ein paar Jahren haben gesetzlich Versicherte in bestimmten Fällen Anspruch auf eine sogenannte „Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV)", auch in einer Senioreneinrichtung. 

Besonders freuten sich Stiftsdirektorin Gabriele Franke-Lechner und Dr. Stefan Arend, Vorstand von KWA Kuratorium Wohnen im Alter (KWA), darüber, dass auch Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer trotz seines vollen Terminkalenders zu der Veranstaltung gekommen war. Es zeige, wie sehr ihm dieses Thema am Herzen liege, aber auch wie gut das Haus in der Gemeinde integriert sei, so Arend. „Mit diesem Konzept zur Palliativversorgung positioniert sich nicht nur das Stift am Parksee, sondern KWA als gesamtes Unternehmen: Die Menschen, die zu uns kommen, können gewiss sein, dass sie in ihren letzten Stunden nicht allein gelassen werden. Das gibt jedem ein Gefühl der Sicherheit und des Sich-Gut-Aufgehoben-Fühlens“, sagte der Vorstand. Das KWA Stift am Parksee nehme hier zusammen mit dem KWA Hanns-Seidel-Haus und dem KWA Luise-Kiesselbach-Haus, in denen Konzepte zur Palliativversorgung bereits umgesetzt worden sind, eine Vorreiterrolle im Un-ternehmen ein.

Einen schwerkranken oder sterbenden Menschen zu betreuen, ist keine leichte Aufgabe, auch für fachlich kompetente Pflegemitarbeiter nicht. Deshalb werden die Mitarbeiter des KWA Stift am Parksee ab sofort entsprechend fortgebildet. „Es ist nicht immer einfach zu erkennen, wann jemand gehen will, und was man beachten sollte, um ihn in Würde gehen zu lassen. Wenn ein Mensch z.B. das Trinken verweigert, kann es in den letzten Stunden auch ausreichen, ihm nur die Lippen zu befeuchten“, erklärt die Stiftsdirektorin. „Andere Dinge können in diesem Moment viel wichtiger für einen würdevollen Abschied sein. In nicht ganz eindeutigen Fällen berufen wir eine ethische Fallbesprechung ein, zu der neben den Mitarbeitern des Hauses und des ZAHPV-Teams auch der Hausarzt, die Angehörigen, und wenn möglich die Betroffenen selbst hinzugezogen werden“, erläutert Franke-Lechner.“ Die Angehörigen nehmen eine wichtige Rolle bei einer guten Palliativversorgung ein. Im vorgestellten Konzept werden sie als Partner, aber auch als Mitbetroffene angesehen, die ebenfalls Unterstützung benötigen. Viele sind unsicher oder haben Angst. „Um das alles leisten zu können, sind wir als Leitungskräfte besonders gefordert, das große Engagement unserer Mitarbeiter in der Palliativversorgung und der Sterbebegleitung immer wieder aufs Neue anzuerkennen. Die Würde der Sterbenden beginnt für uns mit der Würdigung der Mitarbeiter“, so Franke Lechner.

Übrigens: Die letzte Strophe des eingangs zitierten Liedtextes lautet: „Wenn es so weit sein wird mit mir, brauche ich den Engel in dir.“


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