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KWA Stift Rupertihof
Leben - so wie ich es will im KWA Stift Rupertihof

Dr. Manfred Wahl: ein Manager mit Verantwortungsbewusstsein

Der einstige Pionier der elektronischen Datenverarbeitung engagiert sich heute gemeinsam mit seiner Frau für ethisches Handeln in der Wirtschaft.

Seit einem knappen Jahr lebt Dr. Manfred Wahl gemeinsam mit seiner Frau Marianne im KWA Stift Rupertihof. Hinter ihm liegen 89 Jahre intensiv gelebtes Leben, das heute noch Einfluss auf sein Engagement für ethisches Handeln in der Wirtschaft hat.

1925 als Sohn eines Verlagsbuchhändlers in Stuttgart geboren, konnte er noch das Notabitur ablegen, ehe er zum Arbeits- und Wehrdienst eingezogen wurde. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre in Stuttgart und der Promotion an der Uni Tübingen war Wahl unter anderem für IBM Deutschland in Sindelfingen tätig. Hier unterstützte er die IG Bau gemeinsam mit deren Vorsitzendem Georg Leber durch Lieferung und Organisation der erforderlichen maschinellen Ausrüstung für die erste deutsche Lohnausgleichskasse. 1,5 Millionen Arbeiter der deutschen Bauindustrie konnten so vor der jährlichen Winterarbeitslosigkeit bewahrt werden. Mit Georg Leber verband ihn eine lebenslange respektvolle Freundschaft.

Bei der IBM machte er schnell Karriere, auch international: unter anderem in New York und in Paris als Vice President von IBM Europa. In seiner Zeit als "Regional Manager Middle East" verhandelte Wahl mit Repräsentanten der Arabischen Liga und traf auch auf König Hussein von Jordanien. Er erreichte, dass IBM von der Boykottliste der Arabischen Liga gestrichen wurde.

Als erster deutscher Teilnehmer besuchte Wahl am neu gegründeten IMEDE-Institut in Lausanne, eine Art Harvard Business School, einen Lehrgang für Unternehmensführung, obwohl in Deutschland damals noch die Meinung vorherrschte, dass man zur Führung eines Unternehmens geboren sein muss. Er selbst übernahm später – während seiner Zeit als Geschäftsführer der IBM Deutschland – einen Gastlehrstuhl für Unternehmensführung an der TU Karlsruhe, weil er zur Überzeugung gelangt war, dass Unternehmensführung erlernbar ist.

Nach seiner Zeit bei IBM ließ sich Dr. Manfred Wahl als Unternehmerberater in seiner Heimat bei Stuttgart nieder, wurde Mitglied in verschiedenen Aufsichtsrats- und Verwaltungsratsgremien mittelständischer Unternehmen. So blieb ihm mehr Zeit für seine Familie und seine Freunde – und für Hobbys.

Erschüttert vom öffentlichen Berufsbild des Managers seit der Finanzkrise 2008, gründete er 2009 gemeinsam mit seiner Frau die Stiftung "Wirtschaft und Ethik". Sie verfolgt den Zweck, "Nachwuchskräften die Erkenntnis und Überzeugung zu vermitteln, dass wirtschaftliches Handeln und die Einhaltung ethischer Normen sich nicht ausschließen, sondern ergänzen und für einen nachhaltigen unternehmerischen Erfolg wesentlich sind". (Zitat aus der Stiftungssatzung) Gefördert werden damit der wissenschaftliche Nachwuchs an Hochschulen und Schüler, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen. Sehr erfolgreich ist die Zusammenarbeit mit mehreren dualen Hochschulen und Gymnasien im fränkischen Raum. Dieses Engagement möchte Dr. Manfred Wahl nun im Tegernseer Tal fortsetzen. Beim Treffen der Generationen im KWA Stift Rupertihof hat er bereits erste Kontakte geknüpft: im Gespräch mit Schülern des Gymnasiums Tegernsee.

Autor: Hauke Thomas | Erschienen in alternovum. Das KWA Journal 03/2015


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