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KWA Stift Brunneck
Leben - so wie ich es will im KWA Stift Brunneck

Philosophie als Quelle der Erkenntnis

Einmal im Monat kamen Schüler des Gymnasiums Neubiberg im Schuljahr 2015/16 im Rahmen ihres Philosophiekurses ins Wohnstift, zu einem Austausch auf intellektueller Ebene. Im Januar 2017 geht es mit einem neuen Kurs weiter.

Was ist gut? Was ist böse? Ist die menschliche Seele unsterblich? Und was ist eigentlich der Sinn des
Lebens? Mit diesen und ähnlichen Fragen befasste sich die abendländische Philosophie ab dem 6. Jahrhundert vor Christus im antiken Griechenland – weil andere Wissenschaften keine Antworten geben konnten. Auch heute noch geht es in der Philosophie um Weltbilder, Wahrhaftigkeit und Weisheit, aber auch um Werte und ethische Regeln. „Philosophie ist die Wissenschaft, über die man nicht reden kann, ohne sie selbst zu betreiben“, formulierte der Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker. Dass jungen Menschen schon an der Schule ein Philosophiekurs angeboten wird, ist sicher in seinem Sinn. – Was dies alles mit dem KWA Stift Brunneck zu tun hat, berichten zwei Bewohnerinnen:

Anfang des Jahres 2016 wurde bei uns im Wohnstift nachgefragt, ob Bewohner am Philosophiekurs der Abiturklasse des Gymnasiums Neubiberg teilnehmen wu?rden. Interesse bestand. So kam es zu einem ersten Treffen zwischen Schülern und Bewohnern im KWA Stift Brunneck. Drei Schülergruppen setzten sich mit je drei Stiftsbewohnern zusammen.

Der erste Eindruck von uns Bewohnern war, dass sich sehr sympathische, wohlerzogene junge Menschen mit uns über ihre Zukunft und unsere Vergangenheit austauschen wollten. Auch das allgemeine Weltgeschehen sollte miteinbezogen werden. Zunächst saß man sich doch etwas befangen gegenüber. Doch schon bald kamen lebhafte Gespräche auf und es war beeindruckend, mit welcher Anteilnahme sich unsere Gäste für unsere Schicksale interessierten, hatten wir doch alle das Dritte Reich erlebt und den Zweiten Weltkrieg mitgemacht. Schnell kam es zu einem Vergleich zwischen dem Schicksal der Flüchtlinge von damals und der Flüchtlinge von heute.

Die Schüler waren sehr überrascht, dass sich uns weit weniger Möglichkeiten der Schulbildung und der Berufswahl geboten hatte als ihnen heute. Für sie ist das heutige Bildungsund Berufsangebot oft unüberschaubar und sie sind durch das Bildungssystem gezwungen, sich sehr früh zu spezialisieren. Doch auch die Liebe, das Leben und noch so einiges andere wurde in den Gesprächsrunden hinterfragt.

Was uns beim Umgang mit den jungen Menschen auffiel: Sie sind sehr offen und aufgeschlossen. Sie
können sehr gut zuhören. Sie können sich sehr gut ausdrücken. Sie lehnen nicht gleich ab, sondern überdenken das Besprochene gründlich. Sie sind fähig, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Mädchen und Jungen behandeln sich gleichberechtigt und respektvoll. Sie erkennen sachlich begründete Argumente anderer an. Wir denken, dass dies auch ein Erfolg von gemischten Klassen ist. Für uns war das ein sehr beeindruckendes Erlebnis.

Erschienen in alternovum. Das KWA Journal | 3/2016
Autorinnen: Elisabeth Steinlehner, Hedwig Wagner


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