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KWA Caroline Oetker Stift
Leben - so wie ich es will im KWA Caroline Oetker Stift

Leben, wo es bodenständig zugeht: dank Natur und Kultur voller Glück

Über die Lebensart in Ostwestfalen - wozu auch Bielefeld und das KWA Caroline Oetker Stift gehören.

Bielefeld, im März 2018. - In Ostwestfalen-Lippe leben gut 2 Millionen Menschen – davon rund 330.000 in Bielefeld, am Rande des Teutoburger Waldes. Das Hermannsdenkmal, auf der Grotenburg in exponierter Lage, hat eine große Strahlkraft weit über die Region hinaus. Sehr markant am Stadtrand von Bielefeld: Der Sparrenberg mit der Sparrenburg. Diese wurde, vermutlich im frühen 13. Jahrhundert, durch die Grafen von Ravensberg erbaut. Ausgangs des 17. Jahrhunderts verlor die Festungsanlage jedoch an Bedeutung. Erst im Zuge der Burgenromantik gründete sich in Bielefeld ein Bürgerverein und betrieb den Wiederaufbau des Turmes, der 1843 abgeschlossen wurde. Seitdem ist die Sparrenburg wieder Liebling und Wahrzeichen der Bielefelder. Heute beherbergt sie ein Restaurant. Kulturelle Aktivitäten sind auf der Sparrenburg fest etabliert. 

Als Stadt wurde Bielefeld erstmals im Jahr 1214 bezeichnet. Sie galt über Jahrhunderte hinweg als Kaufmannsstadt und war lange Zeit durch die Leinenindustrie geprägt. Heute ist sie Universitätsstadt und Industriestandort. Viele große Unternehmen kommen aus der Region, unter anderem Bertelsmann, Oetker, Schüco, Storck und Gerry Weber. Insbesondere Familienunternehmen haben Stadt und Umland gefördert und tun es noch heute. Die Schüco Arena, Heimat von Arminia Bielefeld, sowie die Rudolf-Oetker-Halle und das Gerry Weber Stadion in Halle verweisen darauf.

Abseits der Städte findet sich immer noch viel Natur. Doch so schön die Landschaften in Ostwestfalen sind, so derbe ist die regionaltypische Küche. Da gibt es zunächst den „Pickert“, ein Hefekuchen, der früher wie heute gerne als ein Art Brunch zu sich genommen wird. Am besten schmeckt Pickert mit Marmelade oder Rübensirup. Manche essen ihn auch mit Leberwurst. Dann wäre da noch der „Wurstebrei“, von einigen auch „Stippgrütze“ genannt – eine lippische Spezialität. Meist besteht er aus Fleisch und Innereien, Wurstbrühe und gekochter Gerstengrütze. Zu den Spezialitäten Bielefelds zählt das überall in Westfalen bekannte und beliebte „Pumpernickel“: ein Schwarzbrot, welches nicht im Backofen gebacken, sondern mit Dampf gegart wird. Zu den bevorzugten Brotbelägen gehört geräucherter und stark gewürzter westfälischer Schinken.

Und was kennzeichnet die Menschen, die diese Speisen so gerne essen? Sie selbst charakterisieren sich als bescheiden, bodenständig und fleißig. Große Sprüche klopfen ist nicht ihre Art. Es gilt die Devise: Nicht lange reden – machen. Ab und an werden sie als stur und dickköpfig bezeichnet – sie sind aber auch offen und neugierig. „Zugezogene“ Mitbürger werden herzlich aufgenommen. Das hängt sicher damit zusammen, dass die Ostwestfalen ein geselliges Völkchen sind. Ob Braufeste in Lübbecke und Herford, Kirchen- und Volksfest Libori in Paderborn, Annentag in Brakel, Schützenfeste oder Bielefelder Sparrenburgfest: Man trifft sich und feiert gerne, auch, um sich zu unterhalten. Dabei sprechen die Bielefelder, ähnlich wie die Niedersachsen, ein klares Hochdeutsch. Wenn sie es sprechen. Denn natürlich gibt es auch Mundart und so manchen erklärungsbedürftigen Begriff: Oder kennen Sie etwa den Pölter, das Beulchen, den Pättges, die Schluffen, die Trecke oder den Kniepekopp?

Für alle, die nicht wissen, was damit gemeint ist: Wer einen „Pölter“ trägt, flaniert damit in der Regel nicht auf einem „Pättges“. Oder würden Sie sich in einem Schlafanzug auf einem Fußweg zeigen? Passend zum Pölter schlüpft der Westfale in „Schluffen“ – bequeme Hausschuhe. Vielleicht holt er sich dann auch noch ein „Beulchen“ aus der „Trecke“ – ein Bonbon aus der Schublade. Wenn er ein „Kniepekopp“ ist, hat er das Beulchen aber bestimmt irgendwo „geschnorrt“. Weil das Pfennigfuchser in der Regel so machen.                                                                            

Autorin: Christiane Reese
Erschienen in: Alternovum 1/2018

 

 

 


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