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Wer pflegt Deutschland?

14. KWA Symposium: am 17. Februar 2016 im KWA Georg-Brauchle-Haus in München – zum Themenkomplex „Transnationale Pflegekräfte“

München / Unterhaching, 22. September 2015. – Ohne Mitarbeiter aus dem Ausland müssten viele Heime in Deutschland schließen, und ohne die Haushaltshilfen aus Mittel- und Osteuropa würde die häusliche Pflege kollabieren.  Pflege in Deutschland ist schon lange transnational und der allgemeine Fachkräftemangel dramatisch. 

Bei weiter rückläufigen Zahlen bei den Schulabgängern und einem gleichzeitig wachsenden Bedarf an Mitarbeitern, die in einer Gesellschaft des langen Lebens für andere sorgen, wird sich die Situation eher verschärfen als entspannen. Professor Heinz Rothgang von der Universität Bremen verdeutlichte dies bei der Vorstellung des Barmer GEK Pflegereport 2015 mit dem dramatischen Hinweis: "Angesichts der hohen Zahl an Pflegebedürftigen ist es nötig, die Zahl der Pflegefachkräfte bis 2050 zu verdoppeln." Bei der Vorlage der überarbeiteten Demografie-Strategie der Bundesregierung im September 2015 unterstrich auch Bundesinnenminister Thomas de Maiziére,  dass der Fachkräftebedarf nur durch „Ausschöpfung der inländischen und Erschließung ausländischer Fachkräftepotenziale“ gedeckt werden kann. 

Mehr Mitarbeiter für die Pflege durch "Triple Win"?

Träger von Pflegeeinrichtungen suchen mittlerweile nicht nur – wie schon früher üblich - im europäischen Raum, sondern nunmehr fast weltweit nach Pflegekräften. Mit Vietnam, den Philippinen und China wurden offizielle Verabredungen zum Anwerben von Pflegekräften für den deutschen Markt getroffen. Die Agentur für Arbeit unterstützt im Rahmen des Projekts „Triple Win“ aktiv deutsche Pflegeunternehmen bei der Gewinnung von Mitarbeitern aus dem Ausland. Denn der Druck ist groß: Seriöse Berechnungen gehen davon aus, dass schon in wenigen Jahren mehrere hunderttausend Mitarbeiter in den deutschen Pflegeunternehmungen fehlen könnten.

Doch mit welchen Argumenten und „hard facts“ kann der deutsche Pflegearbeitsmarkt Mitarbeiter aus dem Ausland locken und im harten Wettbewerb um gut ausgebildete Pflegefachkräften weltweit bestehen? Kann die deutsche Pflegebranche  überhaupt Mitbewerber, sprich andere Arbeitsmärkte in Europa ausstechen?

Was muss man für "Arbeitsmigranten" tun?

Ebenso dramatisch wie in den professionellen Pflegediensten stellt sich die Situation in den Privathaushalten in Deutschland dar, in denen bereits heute schätzungsweise 200.000 bis 300.000 Haushalthilfen, vor allem aus Mittel- und Osteuropa, pflegebedürftige Senioren betreuen. Da die Zahl der zeitlebens kinderlos bleibenden Paare und Singles zunimmt, wird auch hier der Bedarf an Unterstützung durch so genannte „care worker“ wachsen. In diesem Sektor stehen vor allem die rechtlichen Regelungen auf dem Prüfstand, die leider noch immer eher prekäre Arbeitsverhältnisse fördern – trotz internationaler Bemühungen, die Situation von im Haushalt arbeitenden Arbeitsmigranten zu verbessern. 

Es stellt sich daher die Frage, wer unter welchen rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland mittlerweile pflegt, und, wie es der deutschen Pflegebranche gelingen soll, immer mehr transnationale Mitarbeiter nachhaltig zu gewinnen, in den Betrieben zu integrieren und für die Aufgabenstellungen zu befähigen. Namhafte Referenten gehen beim 14. KWA Symposium „Transnationale Pflegekräfte – Wer pflegt Deutschland?“ diesen und anderen Themenkomplexen nach. Es soll aber auch beleuchtet werden, wie das „Geschäft“ mit der mittlerweile weltweit heißbegehrten „Ware Pflegekräfte“ funktioniert.

Das KWA Symposium wird in Kooperation mit dem Bayerischen Gesundheits- und Pflegeministerium und mit Unterstützung der Bank für Sozialwirtschaft (BfS) und Vincentz Network durchgeführt. Die Teilnahme ist kostenlos. Da die Zahl der Plätze begrenzt ist, ist jedoch eine schriftliche Anmeldung erforderlich.

Eckdaten:
14. KWA Symposium – „Transnationale Pflegekräfte – Wer pflegt Deutschland?“
Termin: 17. Februar 2016
Ort: KWA Georg-Brauchle-Haus München

Anmeldung bei:
KWA Kuratorium Wohnen im Alter
Monika Döbl
Biberger Straße 50
82008 Unterhaching

Telefon: 089 / 66558-566
E-Mail: doebl-monika@kwa.de


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