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KWA Stift Rupertihof
Leben - so wie ich es will im KWA Stift Rupertihof

Kleinod aus dem Mittelalter: das Kloster Tegernsee

Mit einer Veranstaltungstrilogie wurde für Bewohner des KWA Stifts Rupertihof das Ensemble beleuchtet. Eine Teilnehmerin berichtet.

Kirchenhistoriker Dr. Roland Götz referierte zunächst im Rupertihof über das schicksalhafte Leben der beiden adeligen Brüder Adalbert und Ottokar, die im 8. Jahrhundert am Tegernsee lebten. Der Sohn Ottokars wurde im Jähzorn erschlagen, die Bewältigung des Schmerzes wurde zur Bewährungsprobe für den christlichen Glauben der beiden. Als Zeichen der Vergebung gründeten die Brüder am Tegernsee ein Kloster.

Die zweite Veranstaltung führte uns in die Klosterkirche. Nach Erklärungen von Dr. Götz erkannten wir in den Fresken und Malereien die geschichtlichen Zusammenhänge und konnten so die Kunstwerke einordnen. Über dem Eingangsportal erinnert ein Relief an die Klostergründer Adalbert und Ottokar, im Kirchenvorraum zeigt ein Deckengemälde die Leiden und die Verherrlichung des Heiligen Quirinus Im lichtdurchfluteten Innenraum der Kirche finden sich Gemälde, welche das Leben Christi darstellen. Das gewaltige Asam-Kreuzigungsbild beherrscht den Hauptaltar. Von der großen Kuppel des Mittelschiffes prangt eine farbenfrohe Szene zur Auferstehungsgeschichte.

Zur dritten Veranstaltung, diesmal wieder im Rupertihof, erwartete uns unter dem Titel „DE FUNDATIONE“ eine Multimedia-Aufführung des Oratoriums zur Gründungsgeschichte des Klosters, eine Aufzeichnung des Bayerischen Fernsehens. Der Komponist Thomas Rebensburg, der auch durch seine Arrangements für den Nockherberg bekannt ist, hielt zunächst einen Einführungsvortrag, widmete den Abend dann dem Ende 2015 verstorbenen Schriftsteller Michael Heim, der das Libretto zu diesem Werk geschrieben hat.

Im ersten Satz des Oratoriums – „Der Tod“ – schildern Chor, Orchester und ein Vorsprecher das Geschehen um den Mord an Ottokars Sohn. Der Chor beginnt mit gregorianischen Gesängen, die im Kloster Tegernsee ihren Ursprung haben, steigert sich dann zusammen mit dem Orchester bis hin zum gewaltigen Gesamtklang. Im zweiten Satz – „Die Nacht“ – erklingen beschwörende Stimmen von
Solisten, welche die Rachsucht, die Resignation und die Vergebung symbolisieren. Die Vergebung siegt. Und so hörten wir beim dritten Satz – „Der Aufbruch“ – die frohe Gründerstimmung heraus. Tief berührt lauschten wir dem großen Chor zum Schluss beim ergreifend gesungenen AMEN.

Erschienen in alternovum. Das KWA Journal | 2/2016
Autorin: Kunigunde Bagemihl

 

 


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