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KWA Stift Brunneck
Leben - so wie ich es will im KWA Stift Brunneck

Drei erste Preise beim 7. KWA Schülerliteraturwettbewerb: Leni Maag, Flurina Rathmer und Lisa Pfefferseder überzeugten

Grußwort von Schirmherr Christoph Göbel. – Jurymitglieder Dr. Stefan Arend, Dr. Gabriele König, Dr. Harald Parigger und Prof. Helmut Zöpfl, Wettbewerbsleitung Gisela Hüttis. – Musik zur Preisverleihung vom Vokalensemble des Gymnasiums Ottobrunn, unter der Leitung von Matthias Müller.

München/Ottobrunn, 13. März 2015. – Nun schon zum siebten Mal hat KWA Kuratorium Wohnen im Alter einen Schülerliteraturwettbewerb für die Region München ausgelobt, dieses Mal zum Thema „Bis zum nächsten Sommer dann!“. Mit der Preisverleihung wurde der im Herbst 2014 gestartete Wettbewerb abgeschlossen. Die Gastgeberin der Veranstaltung im KWA Georg-Brauchle-Haus Verena Dietrich, Stiftsdirektorin des Seniorenwohnstifts, wünschte den anwesenden Wettbewerbsteilnehmern bei der Begrüßung, dass „Freitag der 13.“ ein Glückstag für sie werde.

Für drei wurde es dann auch einer. Drei Kurzgeschichten ragten aus vielen anderen guten Texten heraus, deshalb wurden drei gleichwertige Preise vergeben: an Leni Maag, Flurina Rathmer und Lisa Pfefferseder. Mit Urkunden und jeweils 250 Euro Preisgeld wurden die Beiträge der Schülerinnen prämiert. – Alle drei Autorinnen haben zum ersten Mal am KWA Schülerliteraturwettbewerb teilgenommen.

Wettbewerbsleiterin Gisela Hüttis, Stiftsdirektorin im KWA Stift Brunneck in Ottobrunn, wies darauf hin, dass es bei KWA viele Begegnungen von Jung und Alt gibt, dieser Schülerliteraturwettbewerb jedoch etwas Besonderes sei, worauf sie sich jedes Jahr freue. Die Begegnung von Jung und Alt zeigte sich im Publikum: Wenigstens drei Generationen waren vertreten, neben Wettbewerbsteilnehmern und ihren Familienangehörigen hatten sich auch Stiftsbewohner eingefunden.

Schirmherr Christoph Göbel: Der Schülerliteraturwettbewerb ist eine Plattform für den Dialog der Generationen

Auf die Begegnung von Jung und Alt ging als Schirmherr auch Landrat Christoph Göbel ein. Mit dem Schülerliteraturwettbewerb sei eine Plattform geschaffen, durch die ein Dialog der Generationen möglich ist: mit Themen, die jungen und alten Menschen wichtig sind. Der Dialog sei auch ihm ein großes Anliegen. Er dankte allen Teilnehmern für ihr Engagement und resümierte: „Das widerlegt Unkenrufe, dass junge Menschen nicht daran interessiert seien, sich in die Gesellschaft einzubringen, kreativ zu wirken oder auf die ältere Generation zuzugehen. Im Gegenteil: Ihr alle belegt mit eurer Teilnahme ein hohes Maß an Verantwortungsbereitschaft.“

Über den Auftritt des Vokalensembles des Gymnasiums Ottobrunn unter der Leitung von Matthias Müller freute sich der Landrat als Zweckverbandsvorsitzender ganz besonders. Das sei ein musikalischer Gruß des Landkreises an die Stadt München. – Ein Gruß, der beim Publikum bestens ankam. Für die Stücke „Sweet Dreams“, „Only Time“ und „Happy“ gab es so großen Beifall, dass Chorleiter und -mitglieder mit einem Madrigal die gewünschte Zugabe zum Abschluss der Preisverleihung gewährten.

Den Anfang nahm die Preisverleihung bereits vor einigen Wochen: Alle eingereichten Beiträge wurden von einer hochkarätigen Jury gelesen und bewertet: von Dr. Harald Parigger, dem Leiter der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, von Dr. Gabriele König, der Geschäftsführerin der Kinder-Akademie Fulda, von Professor Helmut Zöpfl, dem in München wohlbekannten Autor, sowie von KWA Vorstand Dr. Stefan Arend, der seine Kompetenz als
promovierter Germanist ebenso gerne einbrachte wie die anderen Jurymitglieder – alle ehrenamtlich, in ihrer Freizeit.

Dr. Stefan Arend: In Leni Maags Geschichte geht es flott zur Sache, mit kurzen, prägnanten Sätzen und klarer Sprache

Juror Dr. Stefan Arend würdigte mit einer Laudatio den Beitrag „Brasilien“ der dreizehnjährigen Leni Maag aus München, einer Schülerin des Luisengymnasiums. Lenis Geschichte handelt von einem 11-jährigen Mädchen, das von einer unheilbaren Krankheit bereits sehr geschwächt ist und nur noch kurz zu leben hat. Des Mädchens größter Wunsch ist es, noch einmal nach Brasilien zu reisen.

Dass dem Mädchen nur noch wenig Zeit bleibt, ist laut Laudator Arend beim Lesen zu spüren. „Als wäre diese kurze Spanne des Lebens, die das Mädchen noch vor sich hat, der Tempogeber für die Geschichte.“ Es gehe flott zur Sache, mit kurzen, prägnanten Sätzen und klarer Sprache – wie in einem Drehbuch: Krankenhaus, Familie, Flughafen, Flugzeug, Hotel, Strand. „Man sieht Brasilien vor sich. Und das Mädchen, wie es hofft, und wie es dafür kämpft, diesen Urlaub erleben zu dürfen.“ – Sodass man am Ende dem Mädchen die Daumen drückt, dass sie die Krankheit vielleicht noch besiegt. Diese Geschichte hat laut Arend alle Juroren gleichermaßen fasziniert.

Weshalb Leni Maag ihre Protagonistin Lola ausgerechnet von Brasilien träumen lässt? Die Autorin war zwar noch nie dort, würde das Land jedoch gerne einmal kennenlernen: „Weil es ein so schönes, buntes Land ist. – Und, weil eine gute Freundin aus Brasilien kommt.“

Dr. Harald Parigger: Flurina Rathmers Erzählung ist realistisch, mit der richtigen Portion Emotion und professionellem Aufbau

Juror Dr. Harald Parigger ehrte die zwölfjährige Preisträgerin Flurina Rathmer aus Hohenbrunn, eine Schülerin des Gymnasiums Ottobrunn, mit einer Laudatio auf ihren Beitrag „Bis nächsten Sommer dann“. Flurinas Geschichte begleitet ein Mädchen und ihre zwei kleineren Brüder auf ihrer Flucht nach Europa übers Mittelmeer. Die Eltern müssen zurückbleiben, weil sie den Schleppern nur Geld für die Kinder geben können. 

Laudator Parigger gestand, dass er sehr empfindlich auf Kitsch reagiere, beschrieb ein Negativbeispiel. In Flurinas Geschichte sei hingegen von Kitsch keine Rede, sie habe ihn sehr beeindruckt. Die Erzählung sei knapp gefasst und realistisch, „mit der richtigen Portion Emotion – da, wo sie dazu dient, den Leser in die Geschichte hineinzuziehen“. Junge Menschen kommen unter unvorstellbaren Strapazen zu uns und versuchen hier, ein neues Leben zu beginnen. Auch aus diesem ernsten, traurigen Thema hätte man eine Soap Opera machen können. Doch das sei nicht der Fall. „Ungeheuer professionell ist der Aufbau, unterwegs eine sorgsam entwickelte Spannungskurve, mit der allmählich dramatisch werdenden Flucht.“

Flurina Rathmer haben „die vielen Nachrichten und Berichte über Flüchtlinge, die es im Moment gibt“ nachdenklich gestimmt und zur Geschichte inspiriert. Möglicherweise auch die jugendlichen Flüchtlinge, die bei der Weihnachtsfeier des Gymnasiums Ottobrunn zugegen waren.

Dr. Gabriele König: Lisa Pfefferseders Geschichte ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass Geschichte Schicksale ausmacht

Jurorin Dr. Gabriele König hielt eine Laudatio auf den Beitrag „Bis nächsten Sommer dann!“ der sechzehnjährigen Lisa Pfefferseder aus Sauerlach, einer Schülerin des Gymnasiums Oberhaching. Die Kurzgeschichte spielt in Deutschland, kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges.

Die Autorin beschreibe eindringlich, was eine heranwachsende junge Frau auszuhalten hat: Dass eine Freundin durch einen Bombenangriff ums Leben kam – und das Leben trotzdem weitergehen muss. „Der dichte Text lässt beim Leser Bilder im Kopf entstehen. Man sieht die Protagonistin, den Bruder, die Mutter, die Oma in der jeweiligen Situation.“ Die Zerrissenheit der Protagonistin, die Zweifel am Nationalsozialismus, die Angst, dass man sich durch ein falsches Wort verrät, seien zu spüren. Die Autorin sei überzeugend, denke sich gut in die Personen hinein. „Ein gelungener Text und ein hervorragendes Beispiel dafür, dass Geschichte nicht nur aus nüchternen Zahlen und Fakten besteht, sondern Schicksale ausmacht, die Menschen und Familien über Generationen hinweg prägen.“

Lisa Pfefferseder interessiert sich für das, was Kriege für Menschen und ihr Leben bedeuten, schon lange. Sie weiß vieles aus dem Unterricht und aus Büchern. Auf die Frage, ob sie den Ausgang ihrer Geschichte schon von Anfang an so plante, antwortete Lisa: „Das Ende hat sich während des Schreibens entwickelt. Wenn es gut ausgegangen wäre, hätte es einfach nicht gepasst.“ Ein Happyend nach Bombardierungen schien ihr falsch, „bei all den schlimmen Dingen, die im Krieg passiert sind.“

Als die Preisverleihung eigentlich schon beendet war, griff Juror Parigger nochmals zum Mikrofon – um eine Botschaft für den nächsten Wettbewerb ins Land zu schicken: „Dieses Mal haben drei traurige Geschichten gewonnen. Wir würden so gerne auch mal wieder eine lustige, richtig komische Geschichte lesen!“ – Für alle anwesenden Wettbewerbsteilnehmer gab es Urkunden und Kinogutscheine. Das Thema des 8. KWA Schülerliteraturwettbewerbs für die Region München wird Gisela Hüttis im Oktober bekanntgeben: in der regionalen Presse und auf der Website – wo über das Suchwort „Schülerliteraturwettbewerb“ alle bisher prämierten Beiträge zu finden sind und gelesen werden können – oder über die Seite: KWA Schülerliteraturwettbwerb München.

Prämierter Beitrag "Brasilien" von Leni Maag
Prämierter Beitrag "Bis nächsten Sommer dann" von Flurina Rathmer
Prämierter Beitrag "Bis nächsten Sommer dann!" von Lisa Pfefferseder


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