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Leben - so wie ich es will im KWA Hanns-Seidel-Haus

Geschichten von der Liebe

Heinz und Irene Eberl sind seit 65 Jahren verheiratet. Paul und Elisabeth Abriel blicken auf 70 Ehejahre zurück. Beide Paare leben im Hanns-Seidel-Haus in Ottobrunn. Beide erzählen vom Geheimnis einer langen und glücklichen Ehe.

Ehepaar Eberl - die Musik als gemeinsame Leidenschaft

Wir schreiben das Jahr 1938. Die kleine Irene ist elf, Heinz zwölf Jahre alt, sie leben in Teplitz-Schönau. Mädchen und Knabenschule liegen sich gegenüber und so werden erste heimliche Blicke ausgetauscht. Heinz verdient sich nebenbei auf dem Tennisplatz ein kleines Taschengeld, wo er Bälle aufsammelt, während Irene ihren Hund gerne dort ausführt. Nach und nach entsteht eine Freundschaft, die jäh von den Wirren des Krieges unterbrochen wird. Die beiden jungen Menschen verlieren sich aus den Augen. 1944 gerät Heinz in russische Kriegsgefangenschaft und kehrt erst fünf Jahre später nach Deutschland zurück. Dort trifft er Irene wieder. Beide eint eine große Liebe zur Musik. Irene entstammt einer Musikerfamilie, besucht selbst ein Musikkonservatorium. Es wird über Heirat gesprochen. Auch Irenes Eltern sind mit der Wahl ihrer Tochter einverstanden – musikalisch und katholisch solle der Heiratskandidat sein. Beide Kriterien kann Heinz erfüllen. Am 16. September 1950 findet in Marburg die Hochzeit statt. Bald darauf wird eine Tochter geboren.

65 Ehejahre später blicken sich Heinz und Irene Eberl liebevoll in die Augen. Seine Frau sei einfach die Richtige für ihn gewesen, sagt Heinz Eberl sichtlich gerührt. „Ich habe sie immer gemocht.“ Seine Frau nickt bestätigend: „Es gab nie große Unterschiede zwischen uns.“ Die Gemeinsamkeiten und vor allen Dingen die Musik haben das Paar durch 65 Jahre Ehe getragen. Große Zwistigkeiten gab es nie und böse sei man auch niemals ins Bett gegangen. Auf die Frage nach dem Geheimnis einer glu?cklichen Ehe lacht Irene Eberl und wirft den Ball ihrem Mann zu: „Sag du, du bist doch der Herr im Haus!“ Letztlich finden sie ein gemeinsames Fazit: „Hört aufeinander und seid lieb zueinander!“ Manche Geheimnisse sind eben gar nicht so geheimnisvoll. 

Ehepaar Abriel - eine Münchner Liebesgeschichte

„Der Paul, der Hund, der hat sich des schöne Lieserl gschnappt!“ Paul Abriel lacht aus vollem Herzen, während er im Münchner Dialekt von der Reaktion seiner Brüder erzählt, als er ihnen vor knapp 70 Jahren von der Verlobung mit dem „Nachbarsmädl“ Elisabeth berichtete. Schon als Kinder hatten sich Paul und Elisabeth angefreundet, als sie in München-Schwabing im gleichen Haus wohnten. So richtig gefunkt hatte es allerdings erst, als Paul, damals 22 Jahre jung, während des Krieges 1943 im Heimaturlaub war. Der zwei Jahre jüngeren Elisabeth gefällt Pauls aufrichtiger Charakter. 1946 hat das junge Paar eine kleine Wohnung in Aussicht – aber unverheiratet zusammenziehen? Undenkbar! Am 19. Januar 1946 findet die Hochzeit statt. 1949 kommt ein Sohn zur Welt.

Paul und Elisabeth Abriel sitzen händchenhaltend auf der Couch in ihrem Wohnzimmer. „70 Jahre Ehe, das muss uns erst mal einer nachmachen!“ Paul Abriel blickt stolz zu seiner Frau und macht ihr ein Kompliment: „Sie ist eine einmalige Ausgabe, so etwas gibt es nicht noch einmal!“ Die Frage, wer denn in der Ehe der Klügere sei und auch mal nachgebe, beantwortet Elisabeth Abriel ziemlich prompt: „Das bin schon ich!“, und Paul Abriel bestätigt lachend: „Alles ihr Verdienst!“ Ingesamt sei es harmonisch gewesen in ihrer Ehe. Wenn es mal gekracht habe, dann kurz und heftig. An die Abmachung, niemals unversöhnt einzuschlafen, hätten sie sich immer gehalten. Elisabeth Abriel wird ein wenig nachdenklich: „Es sind nicht nur die schönen Jahre, die einen zusammenbringen, gerade die schweren Zeiten haben uns enger verbunden. Und das Gefühl muss stimmen“, sagt Elisabeth Abriel noch. „Wenn man aus Liebe heiratet, dann muss man die Liebe auch pflegen. Und ohne echte, tiefe Liebe hält es auch nicht.“

Erschienen in alternovum. Das KWA Journal | 2/2016
Autorin: Agnes Gsell


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