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KWA Luise-Kiesselbach-Haus
Leben - so wie ich es will im KWA Luise-Kiesselbach-Haus

Erste philippinische Pflegemitarbeiterin erhält deutsche Anerkennung als Fachkraft

Damit die Begleitung und Pflege in der Langzeitpflege auch künftig gesichert werden kann, müssen Pflegekräfte aus dem Ausland angeworben werden. Um geeignete Fachkräfte zu gewinnen, beteiligt sich KWA am Projekt "Triple Win".

München, im Herbst 2018. - In diesem Projekt gewinnen die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) qualifizierte Pflegefachkräfte, unter anderem von den Philippinen, und tragen damit zur Fachkräftesicherung in der Pflege bei.

Die nachhaltig orientierte und faire Gewinnung von Pflegefachkräften über das Projekt "Triple Win" erfolgt in Staaten, die über den Eigenbedarf hinaus Pflegekräfte ausbilden. Auf diese Weise werden die Arbeitsmärkte der Herkunftsländer entlastet; die Menschen profitieren von einer neuen beruflichen Perspektive und tragen zur Deckung des wachsenden Bedarfs an qualifiziertem Pflegepersonal in Deutschland bei. Das KWA Luise-Kiesselbach-Haus hat sich entschieden, philippinische Pflegekräfte einzusetzen.

Im September 2017 war es dann soweit. Karen Angelada kam nach München. In den nächsten Wochen folgten noch zwei weitere philippinische Kollegen. 

Eine Wohnung war angemietet und eingerichtet worden. Damit sie sich besser in der "neuen" Welt zurechtfinden konnten, wurden sie bei anstehenden Behördengängen begleitet. Sprachlich hatten die neuen Kollegen bereits in ihrem Heimatland das B1 Sprachniveau erlangt. Kaum angekommen belegten sie den geforderten B2-Sprachkurs. Denn eine erfolgreich abgelegte Sprachprüfung nach B2-Niveau ist eine notwendige Voraussetzung, um eine Anerkennung als Pflegefachkraft in Deutschland zu bekommen. 

Unterlagen der beruflichen Ausbildung auf den Philippinen und weitere Dokumente wurden bei der Regierung von Oberbayern eingereicht. Diese Behörde entscheidet über die Gleichwertigkeit der Ausbildung und vergibt, wenn alle Voraussetzungen gegeben sind, die Anerkennungsurkunde. 

Auch nach Erlangung der beruflichen Anerkennung benötigen die philippinischen Mitarbeiter weiterhin Unterstützung durch ihre Kollegen. Pflegestandards, Dokumentation, aber auch der Umgang mit Bewohnern und Angehörigen einer fremden Kultur müssen erlernt werden. Hier sind Offenheit, Respekt, Toleranz und Geduld gefordert. Doch allen Beteiligten ist längst klar, ohne Zuwanderung kann es nicht gelingen, die Begleitung und Pflege der Bewohner in Senioreneinrichtungen sicherzustellen. Pflegeeinrichtungen sind oftmals Beispiele für gelungene Integration. Hier arbeiten Menschen aus vielen Nationen zusammen und gewährleisten gemeinsam, dass Altenpflege funktioniert.

Bei Karen Angelada hat sich vieles zum Positiven entwickelt. Sie erhielt bereits im Juni 2018 ihre Anerkennung als Gesundheits- und Krankenpflegerin. 

Die philippinischen Mitarbeiter sind jedoch nicht nur wegen ihrer Qualifikation willkommen. Aufgrund ihrer angenehmen, zugewandten und freundlichen Art werden sie von den Bewohnern sehr geschätzt. 

Die Integration verlangt von allen viel Engagement. Denn es kommen nicht nur Mitarbeiter, sondern Menschen zu uns. Bürokratische Hürden, das Einleben in einer neuen Kultur und die Schaffung eines sozialen Umfeldes sind zu bewältigen. Dies kann nur mit Unterstützung der Kollegen, die das Maß einer üblichen Einarbeitung weit übersteigt, erreicht werden.

Der Einsatz lohnt sich indes für alle Beteiligten und ist alternativlos. Nur durch gute und attraktive Ausbildung in den Pflegeberufen und zusätzlicher Zuwanderung können wir die Menschen, die auf Pflege und Begleitung im Alter angewiesen sind, in Zukunft würdig begleiten und pflegen.

Autor: Michael Pfitzer
Erschienen in: Alternovum 3/2018

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