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Vom KWA Maibaumdiebstahl und den Folgen

Kaum dass der Baum da war, war er auch schon weg. - Ein Kommentar von Sieglinde Hankele.

Unterhaching, 4. Mai 2016. – Dass wir diesen Text hier nicht früher veröffentlicht haben, ist dem großen Zittern geschuldet: Wir wollten unter keinen Umständen weitere Aufmerksamkeit auf unseren KWA Maibaum lenken. Und wenn er ein zweites Mal gestohlen worden wäre, hätte ich diesen Kommentar ja auch noch umschreiben müssen. Obwohl wir nach dem ersten Diebstahl gewisse Sicherungsmaßnahmen getroffen haben: Im Hinterkopf hatten wir einen weiteren Diebstahl bis zur letzten Stunde vor dem Aufstellen - nach den bitteren Erfahrungen des ersten Wochenendes ...

Nach der Ankunft des Baumes in der Hauptverwaltung an einem Samstagmorgen haben wir uns erst einmal gefreut wie Schellkönige und uns mit den Maibaumlieferanten bei einem Weißwurstfrühstück zusammengesetzt. Auch KWA Vorstand Horst Schmieder war dabei. Die Freude ging so weit, dass wir das Ereignis der Baumankunft und den Liegeplatz in der Tiefgarage sogar mit Bildern auf Facebook gezeigt haben. Die Maibaum-Projektleiterin Karin Ihringer hatte zur Meldung grünes Licht gegeben, verbunden mit den Worten: "Das haben doch sowieso alle mitbekommen. - Und wer sollte schon unseren Maibaum stehlen. Das machen die Burschen doch nur untereinander." Zudem ist die Tiefgarage ja durch ein Tor verschlossen. Was also sollte schon passieren?

Eine "Sunny Sunrise" hatte auf Facebook zwar noch "Maibaumdiebstahl?" gepostet, vermutlich als gut gemeinte Warnung. Doch das beunruhigte mich nur bedingt. Ich habe höchstpersönlich folgenden Kommentar dazu geschrieben: "Der ist eingesperrt. - Wir erwarten natürlich, dass alle, die Zugang haben, den Zugang schützen und den KWA Maibaum verteidigen. Im Übrigen: Es ist ein eher kleiner Maibaum, es gibt Objekte, die sicherlich begehrter sind." Auch die Replik "Ein kleinerer ist aber auch leichter mitzunehmen" hat mir noch keine Kopfschmerzen bereitet. So ein zwölf, dreizehn Meter langer, nackter Baumstamm kann doch wohl nicht das Objekt der Begierde von Maibaumdieben sein.

Tja nun: Wir alle wurden eines Besseren belehrt. Bei der Einfahrt in die Tiefgarage am darauf folgenden Montagmorgen begrüßte uns gähnende Leere. Die Böcke, auf denen wir den Baum abgelegt hatten, waren feinsäuberlich zusammengeschoben und abgedeckt. Immerhin brauchten wir uns nicht auf Spurensuche begeben: Die Maibaum-Diebe haben freundlicherweise (grrr...) ein "Bekennerschreiben" hinterlassen:

Die Debatten in der KWA Hauptverwaltung an selbigem Montagmorgen waren vielfältiger Natur, reichten von: "Hätten wir nicht doch vielleicht Wache halten sollen?" über "Lassen wir ihn doch einfach im Georg-Brauchle-Haus, dann können die unseren Baum mit bewachen" bis hin zu: "Darf ein Kind wirklich die eigene Mutter bestehlen?" - Zumal das KWA Georg-Brauchle-Haus das älteste Kind des Unternehmens ist und im Alter von 47 Jahren doch nicht solchen Unsinn treiben sollte. Man ahnte da schon, dass der Diebstahl gewisse Kosten nach sich ziehen könnte. Man dachte an ein Fässchen Bier oder so.

Doch der ausgesandte Unterhändler kam am selben Nachmittag mit knallharten Forderungen der Stiftsdirektorin Verena Dietrich zurück: Die Maibaumdiebe - eine wackere Truppe rund um die Haustechniker des Brauchle-Hauses - und sämtliche Stiftsbewohner des Standorts sollten noch in derselben Woche Weißwürste und Bier von der Hauptverwaltung bekommen.

Und so kam es dann auch.

Angesichts der Kürze des zeitlichen Vorlaufs war nur eine kleine "Stoßtruppe" aus Unterhaching verfügbar, um Bewohnern und Maibaumdieben Bier und Würste und Brezen zu servieren. Doch die Maibaumdiebe und ganz viele "GBH"-Mitarbeiter bewiesen Charakter, zeigten sich großherzig: Sie übernahmen den Aufbau zur Verköstigung im Festsaal, unterstützten beim Bieranstich, beim Einschenken, beim Servieren, einfach bei allem. Man könnte auch sagen: Sie haben den Service übernommen und wir haben unterstützt, um unseren guten Willen zu zeigen. - Und am Ende haben wir uns auch zugeprostet.

Kurzum: Wir mögen uns wieder. - Vielleicht noch mehr als je zuvor.

Das Echo unter den Stiftsbewohnern auf den Weißwurstfrühschoppen war übrigens groß: Gefühlte 120 Prozent kamen zur Maibaum-Auslöse, lauschten den Ausführungen der Mitarbeiter zum Diebstahl, ließen sich Weißwürste und Bier und Brezen schmecken. - Auch KWA Mitbegründer Hermann Beckmann klopfte den Maibaumdieben auf die Schulter angesichts des gelungenen Streichs. 

Wer jetzt glaubt, dass wir mit dem Facebook-Post den Maibaum-Diebstahl provoziert haben und das Ganze ein cleverer, mit dem Georg-Brauchle-Haus abgesprochener PR-Gag war - oder so etwas wie Guerilla-Marketing: Na, der darf das ruhig glauben. Marketingleiterin Karin Ihringer und ich werden uns zum Thema Maibaum-Diebstahl ab sofort in Schweigen hüllen. Wir sind sooo froh, dass der Baum jetzt endlich steht, werden bei einem Blick aus dem Fenster ganz viele Erinnerungen damit verbinden.



Weißwürste, Wienerle und Brezen zum frisch gezapften Bier für Bewohner und Maibaumdiebe


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