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KWA Georg-Brauchle-Haus
Leben - so wie ich es will im KWA Georg-Brauchle-Haus

Dr. Thomas Goppel: Es wird immer wichtiger, dass es Relleckes gibt!

Grußworte von MdL Dr. Thomas Goppel, MdL Markus Blume, KWA Unternehmensgründer Hermann Beckmann; Ehrung von Marianne Schwoshuber und Anna Bayerlein durch Dr. Gertraud Burkert, Zweite Bürgermeisterin a. D. und Ehrenbürgerin der Stadt München

München, 10. Oktober 2014. – Grußworte zum Festakt und Ehrung von Bewohnerinnen. 

MdL Dr. Thomas Goppel: Es wird immer wichtiger, dass es Relleckes gibt!

Das erste Grußwort zum Festakt sprach der Landtagsabgeordnete Dr. Thomas Goppel. Er sei eingeladen „von jemandem, der sich mit Leib und Seele darum bemüht, dass niemand den Faden verliert, dem man im Leben einen um den anderen Faden abschneidet.“ Dass sich jemand darum kümmert, was mit den Älteren ist, war in unserer Gesellschaft laut Goppel lange nicht üblich. „Es wird jedoch immer wichtiger werden, dass es Relleckes gibt.“ Deshalb sei es ihm wichtig gewesen, herzukommen und zu danken.

Zum Leben älterer Menschen in Senioreneinrichtungen sagte Goppel: „Nicht immer kann man sich wohlfühlen. Aber daheim muss man sich fühlen.“ Das Georg-Brauchle-Haus sei in München dafür bekannt, dass man hier spürt, zu Hause zu sein. Goppel wünschte Rellecke, dass sie die Lust nicht verliert, engagiert zu bleiben.

MdL Markus Blume wünscht sich auch künftig Termine im Haus

Ein weiteres Grußwort sprach der Stimmkreis-Abgeordnete Markus Blume, für den das Georg-Brauchle-Haus fast so etwas wie ein Wohnzimmer ist. Es habe in den vergangenen sechs Jahren viele Begegnungen im Georg-Brauchle-Haus gegeben, unter anderem bei der Grundsteinlegung zum Neubau, beim Richtfest und bei der 40-Jahr-Feier. Sein Kalender habe jedes Jahr mehrere Einträge gehabt, die mit Gisela Rellecke und dem Haus zu tun hatten.

Bei ihrem Antritt habe Rellecke die Öffnung des Hauses angekündigt: Dieses Versprechen hat sie gehalten. Blume nannte als Beispiele das Baby- und Kinderschwimmen, die Begegnungspunkte mit Vereinen, die Einladung von Schulen und die Neujahrsempfänge. Damit habe Rellecke einen wunderbaren Grundstein für die Zukunft gelegt. Nachfolgerin Verena Dietrich gab er die „Hausaufgabe“, den Kalender auch künftig mit besonderen Terminen und Feierlichkeiten zu füllen.

Unternehmensgründer Beckmann hat das KWA Wohnstiftskonzept entwickelt

KWA Gründungsmitglied Hermann Beckmann sprach das dritte Grußwort zum Festakt. Nach der Gründung des Unternehmens am 10. Oktober 1966 war es Beckmanns Aufgabe, eine Konzeption zu entwickeln, wie Wohnen im Alter – außerhalb der Landesaltenpläne – aussehen könnte. „Insofern ist der heutige Tag nicht nur ein Geburtstag des Georg-Brauchle-Hauses, sondern auch ein Geburtstag der Konzeption von KWA“, Beckmanns Worte. Mit dem Georg-Brauchle-Haus ist diese Konzeption dann Realität geworden.

Für die Umsetzung dieses ersten Projekts haben laut Beckmann 1967 „traumhafte Zustände“ vorgeherrscht: Für die gesamte Planung habe man drei Monate gebraucht, für die Genehmigung dann weitere drei Monate – also gerade einmal sechs Monate bis zum Baubeginn. Für eine Hypothek war eine Staatsbürgschaft erforderlich. Der zuständige Beamte konnte jedoch nichts mit dem Wohnstiftskonzept anfangen, hat das Vorhaben an die oberste Baubehörde weitergereicht. Dort wurde alles hinterfragt: Wozu braucht jeder ein Telefon? Wozu in jedem Appartement eine Kleinküche? Wozu eine Schließanlage? Es habe sehr viel Überzeugungskraft gebraucht, „klarzumachen, dass wir ein Haus für die Zukunft bauen wollten.“

Am 4. Juni 1968 wurde mit der Baumaßnahme begonnen, am 3. Dezember das Richtfest gefeiert. Am 1. September 1969 war das Haus fertiggestellt, am 8. November war der erste Tag der offenen Tür – mit 1500 Besuchern! Zwischen dem 15. November und dem 15. Dezember zogen alle Bewohner ein, rund 250, das Haus war damit voll belegt. Beckmann wurde damals gefragt: „Na, werden Sie auch mal hier einziehen?“ – Hermann Beckmann war damals 38. Diese Frage habe ihn lange beschäftigt. Er habe sich bei allen Überlegungen gefragt: Ist das etwas, was ich auch für mich selbst akzeptieren kann? Inzwischen wohnt Beckmann mit seiner Frau tatsächlich selbst im Georg-Brauchle-Haus.

Hermann Beckmann: Die Rellecke-Zeit war eine erfolgreiche Zeit!

Gisela Relleckes Wirken, zunächst in Bad Dürrheim, hat Beckmann als nicht mehr Verantwortlicher beobachtet. „Sie schaffte es, das Vertrauen der Bewohner sehr rasch zu gewinnen. Wie gut das gelungen ist, konnte man in Bad Dürrheim bei dem Fest vor drei Wochen sehen, wo Bewohner und Mitarbeiter auf sie zugingen.“ In München musste sie beim Neubau des Hauses Ramersdorf die Bewohner davon überzeugen, dass das, was mit vielen Belästigungen verbunden war, am Ende auch für sie positiv sein würde. „Und sie schaffte es.“

Beckmann resümierte: „Frau Rellecke führte das Haus in einer freundlichen und bestimmten Art. Bewohner und Mitarbeiter konnten sich auf sie verlassen. Und was ich besonders hervorheben möchte: Frau Rellecke war im Haus präsent. Die Rellecke-Zeit war eine erfolgreiche Zeit!“ – Verena Dietrich wünschte er eine glückliche Hand, und: „Erhalten Sie uns Ihre freundliche und liebenswürdige Art.“

„München dankt“ Marianne Schwoshuber und Anna Bayerlein für ehrenamtliches Engagement – Urkundenübergabe durch Dr. Gertraud Burkert

„Ich möchte mal wissen, was passiert, wenn all die ehrenamtlichen Tätigkeiten, die von älteren Menschen erbracht werden, wegfallen. – Unsere Gesellschaft sähe schlimm aus!“, so die Zweite Bürgermeisterin a. D. und Ehrenbürgerin der Stadt München Dr. Gertraud Burkert in ihrer Laudatio zur Auszeichnung zweier Bewohnerinnen des Georg-Brauchle-Hauses. Sie überreichte Marianne Schwoshuber und Anna Bayerlein Urkunden der Aktion „München dankt“ für ihr ehrenamtliches Engagement. 

Beide Bewohnerinnen engagieren sich in vielfältiger Weise: Sie begrüßen beispielsweise neue Bewohner im Georg-Brauchle-Haus, begleiten sie in der ersten Zeit, stellen Kontakte her, gestalten Veranstaltungen mit und tragen damit zu einem guten Eingewöhnen und Zusammenleben bei. Marianne Schwoshuber und Anna Bayerlein erfuhren mit der Ehrung eine Anerkennung für ihre selbstlosen Bemühungen zum Wohle anderer. Dr. Gertraud Burkert forderte dazu auf, dem guten Beispiel zu folgen.


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