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Talk in der Rosenau: Monique Würtz im Gespräch mit Jürgen Norbert Baur

Der Inhaber der Edeka Frischmärkte Baur war 2014 Gewinner des EDEKA-Supercups - Auszeichnung "bestes E-Center Deutschlands"

Konstanz, im Oktober 2015. – „Edeka: Wir lieben Lebensmittel!" – Sag‘ bloß jemand, er kenne den Slogan aus der Fernsehwerbung nicht. Und für die Druckversion haben sich Werbeexperten noch einen besonderen „Gag"  ausgedacht: Das Wörtchen „lieben" wird durch ein pfiffiges kleines gelbes Herz ersetzt. „Ob ma mog oder nedd, 's Herzle löst halt positive G‘fühle aus!"

Jürgen Baur ist ein „Bub" der Bodenseeregion und – mit allem Respekt – ein echtes Cleverle: Nach der Schule entschied er sich für eine kaufmännische Lehre in einem Großunternehmen, machte dort sehr schnell Karriere und entdeckte – so sagt er selbst – dass man „weniger fremdgesteuert durch noch so wohlmeinende Vorgesetzte" allein noch sehr viel mehr bewegen könnte, wenn man sich nur traue und neugierig auf die Grenzen der eigenen Kreativität sei. Der junge Mann hat sich getraut und vor 22 Jahren in der Konstanzer Kanzleistraße seinen ersten, einen schon etwas „angejahrten" Supermarkt mit etwa dreißig Angestellten übernommen. Die Mannschaft blieb, man packte gemeinsam an, es ging bergauf und ging bergab, dabei hat man gelernt und die richtigen Schlüsse gezogen. Und die Kunden kamen zurück.

Talkgast Baur: als Inhaber von neun Supermärkten Arbeitgeber von mehr als 500 Menschen

Was denn das „Zauberwort" für diesen Erfolg gewesen sei, möchte Monique wissen. Es gebe keine Formel, die man nur zu entdecken und eins zu eins umzusetzen brauche, so der Gast. Der Anfang sei schwer, aber die Zugehörigkeit zu Edeka Südwest als Genossenschaft sei hilfreich gewesen. „Aus den richtigen Schlüssen sind inzwischen neun Märkte hervorgegangen, mit mehr als fünfhundert Arbeits- und Ausbildungsplätzen", so Monique. Der Gast präzisiert: „Neun Märkte mit mehr als fünfhundert kompetenten Mitarbeitern!" Die auch noch Spaß an ihrer Arbeit haben sollen, wie er das für sich selbst auch in Anspruch nehme. Darauf lege er großen Wert.

„Wir leben in einer Marktwirtschaft und wir sind intensivem Wettbewerb ausgesetzt. Natürlich haben auch wir eine Strategie, die für alle unsere neun Frische-Märkte gilt." Er nennt dazu die Stichworte: Qualität und Frische, Kundennähe, qualifizierte Mitarbeiter und Flexibilität. „Gutes aus der Region" sei bei Baur kein Werbegag, sondern „eine ernstgemeinte Verpflichtung gegenüber unseren Kunden", durch bewusste Nähe zu ausgewählten Lebensmittel-Erzeugern in der Region für Obst, Gemüse, Fleisch sowie Molkereiprodukte und Getränke dieses Frische-Versprechen auch konsequent einzulösen.

Der Unternehmer setzt auf Frische, Qualität und Kundennähe

Monique: „Qualität hat natürlich ihren Preis. Wie reagieren Sie auf Wettbewerber, die mit Parolen wie Geiz ist geil Kunden in ihre Märkte locken?" - „Unsere Kunden", so Baur, „entscheiden selbstbestimmt. Und sie kommen zu uns, weil wir sie mit Frische und Qualität überzeugen. Und sie honorieren auch unser Bemühen um Kundennähe. Wir haben Standorte, mit denen wir unseren Kunden entgegengehen, wie unser Markt in der Fußgängerzone in der historischen Konstanzer Innenstadt, der Bodanstrasse, wo man auch mal zu einer Tasse Kaffee vorbeischauen, sich an der Käse-, der Fisch-Theke oder dem schick  präsentierten Obstsortiment Lust auf mehr holen kann und auch der Rollator oder der Kinderwagen durch Rolltreppen und einen Aufzug dem Einkaufserlebnis nicht im Weg stehen."

In Konstanz ist die Gruppe inzwischen fünf Mal vertreten. Wer in der Reichenaustraße vorbeischaut – schon fast Stadtrandlage – den entschädigt laut Baur ein großzügiges Parkplatzangebot auf dem Parkdeck im gleichen Haus und im Erdgeschoss ein attraktiv gestaltetes Warenangebot, das circa 60.000 Einzelprdukte enthält, mit der Chance, aus dem „Wocheneinkauf" ein Einkaufserlebnis zu machen.

Der Gebetomat in der Reichenaustraße in Konstanz: eine Begegnungsstätte zum Innehalten

„Herr Baur“, so Monique, „ich hätte noch so viele Fragen an Sie, aber eine möchte ich doch noch loswerden: In Ihrem Markt in der Reichenaustraße haben Sie einen Gebetomat. Verraten Sie uns, was das ist?“ – Der Gast klärt auf: Der Gebetomat sei ursprünglich als ein Kunstobjekt gedacht gewesen. Ein Kasten, bei dem man zunächst an Passfotos denke oder einen Automaten, der „Tonträger ausspucke". – Doch der „Kasten" habe inzwischen ein Eigenleben entwickelt, sich zu einer Begegnungsstätte entwickelt, zum Innehalten in der Hektik des Marktgeschehens.

Der Gast wendet sich den Zuschauern im Saal zu: „Kommen Sie doch mal selbst vorbei, und lassen Sie sich überraschen und berühren, durch ein Gebet, das Sie dem Gerät entlocken können und das der Automat dann nur für Sie ganz alleine spricht. Haben auch Sie sich kürzlich von dem Edeka-Spot im Fernsehen berühren lassen, in dem ein einsamer Opa kurz vor Weihnachten seinen eigenen Tod inszeniert, weil die ganze große Familie einfach keine Zeit mehr für ihn hat? Und wie aus der erwarteten Trauerfeier dann doch noch ein großes fröhliches Weihnachtsfest mit der ganzen Familie bei dem pfiffigen Opa wird?"

Ob der clevere Unternehmer und inzwischen stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von EDEKA Südwest, Jürgen Norbert Baur, bei der Idee für diesen Werbespot auch seine Finger oder besser seine Kreativität im Spiel hatte? – Zuzutrauen wär‘s ihm ja.

Giselher Sommer 

 


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