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Talk in der Rosenau: Monique Würtz im Gespräch mit Bertold Siber

Der prominente Sternekoch hat die Konstanzer jahrzehntelang mit Gastronomie auf hohem Niveau beglückt - und nun mit einem Gespräch im KWA Parkstift

Konstanz, 19. September 2015. – Dass Konstanz seine Heimat ist, der er sich tief verbunden fühlt: Das wird an diesem Abend im Gespräch mit Monique Würtz immer wieder durchklingen, auch wenn der prominente, langjährige Konstanzer Sternekoch inzwischen seinen Hauptwohnsitz nach Südfrankreich verlegt hat: aber nur wegen des französischen „Savoir vivre", wie er betont, bei dem „wir hier am See halt noch a bissele Nachholbedarf habbed". Einem wie Bertold Siber nehmen das die 150 Gäste im Saal nicht krumm. Überhaupt: Mit dem 31. Talk fahren Monique Würtz und Bertold Siber den absoluten Besucherrekord ein. Der Talkgast ist extra für diesen Abend aus Frankreich angereist; schon vor Veranstaltungsbeginn ist er in die Empfangshalle der Rosenau gekommen, weil er ahnte, dass viele Gäste und Freunde ihm die Hand schütteln, ein paar Worte mit ihm wechseln wollten.

Herbert Schlecht, Stiftsdirektor im KWA Parkstift Rosenau, nennt Bertold Siber in seiner offiziellen Begrüßung auf der Bühne „ein Konstanzer Markenzeichen, einen Garanten mit Stern für Lebensqualität und Lebensfreude" in dieser Stadt, ehe er das Mikrofon an Moderatorin Monique Würtz weiterreicht. Und diese berichtet: „Bertold, wir kennen uns seit vielen Jahren, unsere Wege haben sich privat und beruflich immer wieder gekreuzt. Du hast immer Kurs gehalten, bist konsequent deinen Weg gegangen, der dich bis nach oben in die kleine, aber feine Schar  deutscher Nachkriegs-Gastronomen geführt hat, der unsere Gastronomie und Hotellerie auf ihrem Weg bis in die europäische Spitzenklasse viel verdankt."

Bertold Siber: mit 30 bereits ein Sternekoch

Die Moderatorin beschreibt den Start Sibers als 14-jähriger Kochlehrling im bekannten Konstanzer Hotel Halm, wo, wie damals üblich, in großer Hitze auf riesigen kohlebeheizten Herden gekocht wurde, und schwere Eisentöpfe und –pfannen hin– und hergeschleppt werden mussten. Das alles konnte den Gast nicht bremsen. Schon mit dreißig war er ein Sternekoch. "Du hattest inzwischen den schnuckeligen Konstanzer Stephanskeller zu einem echten Geheimtipp für Feinschmecker und zu einer der Top-Adressen in der Konstanzer Erlebnis- und Genuss-Gastronomie gemacht; das Restaurant hast du nach zehn Jahren aufgegeben, deine Philosophie aber weiterentwickelt, mitgenommen in dein neues Haus, das kleine Konstanzer Seehotel Siber, das du dann 21 Jahre lang mit einem Team von rund fünfzig Mitarbeitern sehr erfolgreich geführt hast – und wieder als Top-Adresse am See."

Seine Vorbilder der Nouvelle Cuisine: Paul Bocuse und Roger Vergé

Bertold Siber erinnert sich: „Die Schließung meines Konstanzer Ausbildungsbetriebes habe ich zum Ende meiner Lehrzeit zunächst als persönlichen Verlust erlebt, aber dann auch als Chance begriffen." So sei er zunächst nach Triberg ins Parkhotel Wehrle gewechselt, dann nach Stationen im berühmten Erbprinzen im badischen Ettlingen, einem weiteren Spitzenhaus in Megève, habe er den Sprung über den Kaiserstuhl ins Elsass gewagt, später bei Paul Bocuse in Lyon und Roger Vergé – zwei "Päpsten" der französischen Nouvelle Cuisine – vorbei und in die Töpfe geschaut, natürlich auch Französisch gelernt und dann „Anlauf zum Sprung nach Norden – Schweden – genommen. Aus Stockholm  hat er seinen schwedischen Meisterbrief mitgebracht und  auch die Landessprache. Jahre später habe er in Konstanz einmal mit Carl Gustaf König von Schweden zusammen an seinem Küchentisch gesessen und sich vergnügt bis früh in den Morgen über alte Zeiten unterhalten – auf Schwedisch.

Die Moderatorin ergänzte: „Zu deiner Erfolgsgeschichte gehört auch deine Kreativität! So bist du im Fernsehen präsent gewesen, oft zusammen mit Kollegen wie Johann Lafer oder Wolfram Siebeck. Du hast Bücher geschrieben und Zeitungsartikel veröffentlicht, hast dich um begabten Nachwuchs gekümmert. Mit vielen Großen deines Faches pflegst du bis heute Freundschaften, mit Eckart Witzigmann in München und vielen anderen besternten Köchen." Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur haben sich von  ihm bekochen lassen, hier am See, aber auch wenn er als geschätzter Gastkoch durch die Welt gejettet sei; Zu zahlreichen deutschen und internationalen Ehrungen und Auszeichnungen gehört auch eine Auszeichnung in Bregenz für sein Lebenswerk, nach 31 Berufsjahren. „Wie denkst du heute – im Blick zurück – über die berühmt-berüchtigte, manchem sogar verhasste Nouvelle Cuisine, mit der auch bei dir so vieles angefangen hat?“, möchte Monique Würtz wissen.

 

Fortsetzung auf Seite 2

 


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