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Talk in der Rosenau: Monique Würtz im Gespräch mit Landrat Frank Hämmerle

Ein Leben für den Landkreis

Konstanz, 20. November. – Wieder ist der Veranstaltungssaal voll besetzt. Bewohner aber auch zahlreiche Freunde der Rosenau aus und um Konstanz herum sind gekommen. Ja – sie alle wollen ihn sehen und hören, „unseren sympathischen Schwaben“, der nach dem Studium in seiner Heimatstadt Tübingen Offizier in der Bundeswehr wurde, nach einem „kleinen Abstecher“ in die freie Wirtschaft aber seine Bestimmung im Öffentlichen Dienst fand, wo er inzwischen eine vierzigjährige Karriere hingelegt hat: Frank Hämmerle.

Im Sommer wurde er vom Kreistag zum dritten Mal als Landrat bestätigt! – Langeweile im Öffentlichen Dienst? „No net hudle“ am Arbeitsplatz? – Der fröhliche Landrat im schicken blauen Blazer lacht auf Moniques kesse Frage. Nein, die habe er nie verspürt: Natürlich spüle die große Politik in Brüssel, Berlin und Stuttgart Mengen an Papier auch in seine „Behörde“ in die verschiedenen Zuständigkeitsbereiche mit mehr als tausend Mitarbeitern. Zum Leitbild des Landkreises und aller Mitarbeiter seiner Behörde gehöre aber: Gesetze sollen dazu beitragen, ,,den Menschen im Landkreis ein zufriedenes Leben zu ermöglichen; und sie haben ein Recht darauf, gleich behandelt zu werden“. Doch die Lebenssituationen der Menschen seien verschieden. Darauf gelte es, Rücksicht zu nehmen, Begleitumstände fair zu bewerten. „Hier sind wir und unser Sachverstand gefordert!“ Er erwarte von sich selbst und seinen Mitarbeitern, dass „wir alle über den Tellerrand schauen“, Ermessenspielräume suchen für unsere Bürger. Dass wir da, wo etwas knapp ist, mit unserer Kreativität reagieren. Er macht das an einigen Beispielen deutlich:

Die Lage am See, die nahe Grenze zur Schweiz, der Hauch von Alpenathmosphäre, der Schwarzwald und die Alb, das seien einzigartige Werte im Wettbewerb der Regionen um Lebensqualität. Wenn aber 50 Prozent der Freiflächen Landschafts-, Trinkwasser- und Naturschutzgebiete seien, sei das für die wirtschaftliche Entwicklung einer Stadt wie Konstanz mit großen Herausforderungen verbunden: bei der Bereitstellung von Bauland, der Planung neuer Verkehrswege, dem weiteren Ausbau des Klinikverbundes, dem Ausbau der beiden Hochschulen, Konstanzer FH und Uni, die echte Magneten für junge Studierende geworden seien.

Über den Tellerrand blickten auch die Konstanzer Nachbarkreise und Kantone. Die Bereitschaft, mit den Nachbarn in der Schweiz, in Österreich und Liechtenstein zusammenzuarbeiten, sich als eine europäische Region zu verstehen, habe zu echter Partnerschaft in der „Vierländerregion Bodensee“ geführt. Eine weitere ganz große Herausforderung für die gesamte Region um den See sei, eine Lösung für den Flugverkehr „über der Region“ zu finden, eine Lösung, die nur noch eine einzige Interpretation der Vereinbarungen zuließe, das sei aber noch ein längerer Weg.

Langeweile bei diesem „badischen“ Landrat? – Die Frage hat sich an diesem Abend wohl von selbst erledigt!

Gastbeitrag von Giselher Sommer


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