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Anne und Luigi Pesaro beim Talk in der Rosenau

Das deutsch-italienische Gastronomen-Ehepaar verwöhnt Konstanz und seine Gäste seit 50 Jahren – heute mit Pizzen, Dünnele und außergewöhnlichen Eisspezialitäten. Stephan Schmutz bat auf die Talk-Bühne.

Konstanz, 16.6.2018. - Mitte Juni, die Rosenau hat zum letzten Talk mit Stephan Schmutz vor der Sommerpause geladen. Der Saal ist voll besetzt. Wer Stephan Schmutz kennt, weiß, dass der Moderator nicht nur leidenschaftlicher Segler und Motorradfahrer, sondern auch ein richtiger Feinschmecker ist. Kein Wunder in einer Stadt wie Konstanz, wo die Möglichkeiten, Zunge und Gaumen zu trainieren, schier unendlich sind. Die Talk-Einladung der Konstanzer Gastro-Prominenten? Perfekt!

„Ja, ich bin a‘ bissele stolz darauf, einer eurer ältesten Gäscht‘ noch aus deiner Zeit als Kellner im Konstanzer „Oldtimer“ zu sein“, bekennt der Moderator. Luigi Pesaro kann in diesem Jahr feiern: Seit fünfzig Jahren arbeitet er inzwischen in Konstanz, ist dienstältester Gastwirt der Stadt. Nach einem kurzen Gastspiel als Kellner im Ruhrgebiet war er damals an den See gekommen. „Du warst jung, ehrgeizig, mutig, hast Stehvermögen bewiesen, neue Geschäftsideen mitgebracht und – was ganz wichtig ist – immer wieder ein Händchen fürs richtige Timing gehabt. Das ist das Holz, aus dem bei uns erfolgreiche Mittelständler geschnitzt sind!“, so die Einschätzung des Moderators.

Seit vielen Jahren begleitet Luigi Pesaro seine Frau Anne, die als Seiteneinsteigerin eine andere Geschäftsidee erfolgreich „in die Welt gesetzt“ hat. Heute sind beide Prominente in der Konstanzer Gastro-Szene; im Kreis von Wirte-Kollegen hat Luigi Pesaro einen Wirtekreis gegründet, dem er immer noch vorsteht, um gemeinsame Interessen zu vertreten.

Von der Imbissbude über eine Studentenkneipe zum "Old Mary's Pub"

Luigi PesaroDer Gast springt gedanklich 50 Jahre zurück, bestätigt, dass er der erste Italiener war, der Konstanzern und Gästen der Stadt Pizzas schmackhaft gemacht hat. Ein Kollege im Rheinland habe das Gleiche versucht, sei leider gescheitert, die Zeit sei dort einfach noch nicht reif gewesen. „In Konstanz hat das Timing gestimmt!“, so Pesaro. Warum er ausgerechnet in Konstanz geblieben sei, fragt der Moderator. – „Konstanz ist eine Stadt an einem See, mit Lebensqualität. Ich komme ja auch von einem See – nur drei, vier Autostunden entfernt – vom Lago Maggiore.“

In der Konstanzer Bahnhofstraße habe er zunächst die Chance bekommen, einen Imbiss zu übernehmen, in dem es Currywurst und Hamburger gab. Dann seien aber Mac Donalds und Co. in die Stadt gekommen, da war es an der Zeit, sich etwas Neues zu suchen. Konstanz war da gerade auf dem Weg zur Universitätsstadt; wieder habe er das richtige Näschen gehabt und auf dem Uni-Campus „die Arche“ übernehmen können – eine Studentenkneipe. Und gleichzeitig habe er noch einen „Volltreffer“ gelandet: seine Frau Anne, Studentin der Biologie und Genetik an der Konstanzer Uni, die gerade einen Nebenjob suchte, sei ihm über den Weg gelaufen. „Klar, dass ich da zugegriffen habe!“

Stephan Schmutz: „Fünfzig Jahre und tausend Pizzen weiter, die du deinen Gästen unermüdlich serviert hast, wenn andere Freizeit hatten: Was braucht man, um das durchzustehen? – Erfolg?“ Der Gast sagt: „Nicht nur: Auch Überzeugung und eine tolle Partnerin!“ Der Moderator richtet sich an die Dame: „So, wie es sich gehört nach einem ‚Hauptgang‘, wenden wir uns jetzt der ‚Nachspeise’ zu: Dass du, liebe Anne, als promovierte Konstanzer Naturwissenschaftlerin einmal Gastronomin werden könntest, ist dir auch nicht an der Wiege gesungen worden.“

Ein Hit: die Kreationen von "Anelu Eishandwerk"

Anne Pesaro

Anne Pesaro berichtet: In der Arche habe sie nicht mehr mitgearbeitet, das sie bald ein Paar geworden seien. – Längst haben die beiden ihr eigenes Restaurant in der Kreuzlinger Straße: das traditionsreiche Old Mary’s Pub, wo es nicht nur Pizza gibt, sondern beispielsweise auch – in vielen Belag-Varianten – die beliebten Dünnele, die früher die Bauersfrauen im Süden Deutschlands, im Elsass und in der Schweiz aus Brotteigresten herstellten. Hier war Anne die mutige Initiatorin, die die Speisekarte des Old Marys Pub um diese Spezialität bereicherte. Doch die Gastronomin wollte – wie sie sagt – mehr. Das eigene Eiscafé am Hafen in Konstanz lieferte nur aromatisiertes „Allerwelts-Pasten-Eis, Dutzendware, die nicht mehr meinen Geschmacksvorstellungen entsprach“. Schließlich entdeckte sie Uwe Koch und seine „Erste Deutsche Eisfachschule“, wo sie vor zehn Jahren das Diplom als Eismacherin erwarb. 

Und heute? Oben im Lokal werden die Pizzen hergestellt, im Keller firmiert seit mehreren Jahren das „Anelu Eishandwerk“, eine Manufaktur, in der mehr als 100 Sorten hochwertige Eisvariationen gelistet sind. Die Bandbreite reicht von Sorten wie Lavendel, Lakritz, Buttermilch-Brombeere, Rosmarin-Honig über Eis aus Inselbier der Reichenau bis hin zu Apfel-Sellerie oder Riesling-Eis. Die Eismacherin erklärt: "Erdbeereis besteht bei uns zu fünfzig Prozent aus natürlichen Erdbeeren. Künstliche Aromen haben bei uns null Chance! Wenn Sie beim Eisessen von Erdbeere nicht ein paar kleine Körnchen zwischen den Zähnen spüren, dann haben Sie kein echtes Erdbeereis in Ihrem Becher!“ 

Stolz schwingt in ihrer Stimme mit, als sie von eigenen Eiskreationen erzählt, die sie auf der Basis von Erzählungen Dritter entwickelt hat, darunter iranische Eisspezialitäten oder "Aromen-Feuerwerke aus Marokko" wie ihr Mandeleis mit Rosenwasser, Pfefferminzeis oder Orangenblüten-Eis mit Cilly, nach dessen Genuss man Appetit auf Reis bekommen soll.Nicht nur im Old Mary’s Pub kann man das Anelu-Eis genießen. Auch zahlreiche Restaurants und Cafés der Stadt sind inzwischen Kunden der Eismacherin. Luigis Pizzen – rund gebacken nur fürs Old Mary’s Pub und viereckig auf den Festen und Märkten der Stadt – haben längst Kultstatus in der Stadt. 

Giselher Sommer

 

Von links: Talkgast Luigi Pesaro, Talkmoderator Stephan Schmutz, Talkgast Anne Pesaro, Stiftsdirektor Herbert Schlecht, Talkmanagerin Marina Gernard, Gast Sandra Gräfin Bernadotte

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