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Talk in der Rosenau: über Management und Nächstenliebe bei der Caritas

Stephan Schmutz im Gespräch mit Andreas Hoffmann, einem der beiden Vorstände des Konstanzer Wohlfahrtsverbands.

Konstanz, 22. Mai 2017. – Andreas Hoffmann ist ein Profi. Der Betriebswirt war zehn Jahre lang Landtagsabgeordneter der Konstanzer CDU in Stuttgart, ist jetzt sozial- und gesundheitspolitischer Sprecher ihrer Kreistagsfraktion und ehrenamtlich dem Kolpingwerk sowie der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft verbunden; so ist er in viele Richtungen vernetzt. Im Hauptberuf ist er Manager, als Vorstandsmitglied des Caritasverbands Konstanz. 

„Und in dieser Funktion ist er heute unser Talk-Gast“, so Talk-Moderator Stephan Schmutz. „Politik und Wirtschaft in Deutschland sind zu Recht stolz, unserem Land geht es gut: Etwa 60 Prozent der arbeitenden Menschen bei uns konnten ihre Netto-Realeinkommen in den letzten Jahren kräftig steigern. Aber es gibt auch eine Kehrseite dieser Medaille: An den anderen vierzig Prozent ist Deutschlands Wohlstands-Schub völlig vorbeigerauscht; wer auf dieser Seite steht oder stand, musste Kaufkraft-Verluste hinnehmen! Zur Wahrheit gehört: Wo Licht ist, ist auch Schatten und der hat leider meistens keine Lobby! –  Das weiß unser heutiger Gast am allerbesten.“ 

Elementare Pfeiler von Caritas: Nächstenliebe und Solidarität mit hilfebedürftigen Menschen

Schmutz fährt fort: „Herr Hoffmann. Sie leiten in einer Doppelspitze gemeinsam mit Ihrem Vorstandskollegen Matthias Ehret den größten Wohlfahrtsverband im Landkreis, die katholische Caritas. Was bedeutet dieser Name eigentlich?“ 

Caritas, so Andreas Hoffmann, heiße Liebe! „Wir brauchen nur im Ersten Johannesbrief des Neuen Testaments nachzuschauen. Gemeint ist die Nächstenliebe, die sich mit allen Menschen solidarisiert, die Hilfe und Zuwendung brauchen und die die Bindekraft, ist, die alle Kirchen dieser Welt in ihrem Innersten zusammenhält.“

Und der Gast beginnt zu erzählen: Die Konstanzer Caritas unterstützt seit mehr als hundert Jahren Menschen in den unterschiedlichsten Not- und Lebenslagen. Ihre 700 hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten und betreuen rund ums Jahr etwa 3000 Menschen in und um Konstanz herum; sie werden dabei unterstützt von weiteren 200 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern; ihre Motivation sei gerade jetzt, wo Deutschland riesige Integrationsaufgaben schultere, ein unschätzbares Kapital, ein Glücksfall.    

Die Arbeit von Caritas stützt sich heute sowohl auf hauptberuflich Beschäftigte als auch auf ehrenamtliche Helfer  

Die Caritas verfügt heute über einen Erfahrungsschatz aus mehr als 100 Jahren hier am See. Der Anlass der Entstehung war alles andere als schön: 1914 – der 1. Weltkrieg stand vor der Tür – gab es viele italienische „Gastarbeiter“, die für Gleisbauarbeiten nach Deutschland gekommen waren. Sie wollten nur noch weg und nach Hause. Konstanz war der Sammelpunkt für ihre Reise; sie brauchten Unterstützung – und bekamen diese unter anderem von der Caritas. noch im August des gleichen Jahres brachen die ersten Kriegsflüchtlings-Ströme über Stadt und Region herein. Auch sie bekamen Hilfe von der Caritas. 

Wurde über Jahrzehnte ein erheblicher Teil der Leistungen und Dienste von Freiwilligen und ehrenamtliche Helfern erbracht, kann sich die Caritas im Landkreis Konstanz heute auf gut ausgebildete eigene Mitarbeiter in ihren 34 Einrichtungen und Diensten stützen; man habe auch keine Probleme, Auszubildende zu finden oder angelernte Mitarbeiter – etwa im Pflegebereich – über Weiterbildungs-Maßnahmen zu Berufsabschlüssen zu führen. Dennoch ist das Engagement der vielen freiwilligen Helfer bis heute eine unverzichtbare Stütze des Wohlfahrtsverbandes. 

 „Dabei müssen wir uns bewusstmachen, dass wir nicht auf einer Insel der Glückseligen leben“, so Andreas Hoffmann. „Menschen, die aus Kriegs- und Krisenregionen zu uns kommen, brauchen unsere Hilfe, brauchen neue Lebensperspektiven. Wieder ist dabei unsere solidarische Hilfe äußerst wichtig!“

Deutschlandweit betreibt Caritas 24.000 Einrichtungen und beschäftigt 600.000 Mitarbeiter 

Stephan Schmutz gibt dem Publikum weitere Infos: „Der Deutsche Caritasverband mit Sitz in Freiburg im Breisgau ist in seinen mehr als 24.000 Einrichtungen und Diensten deutschlandweit eine Erfolgs-Story und Arbeitgeber für mehr als 600.000 Beschäftigte, wird  unterstützt von noch einmal rund einer halben Million Freiwilliger und ehrenamtlicher Mitarbeiter. Damit ist die Caritas Deutschlands größter Wohlfahrtsverband“. –  Eine so große Organisation, die inzwischen längst über die Grenzen Deutschlands und Europas hinaus in der ganzen Welt tätig ist, brauche Führung.

Dieses Stichwort nimmt der Talkgast auf. „Wie bei jedem Unternehmen“, so Andreas Hoffmann, „sind die Ressourcen auch für unser Handeln immer begrenzt. Wir sind keine Organisation, die auf Gewinnmaximierung fixiert ist, aber wir streben nach dem Maximum an möglicher Hilfe für die Menschen, um die wir uns kümmern. In unserem Internet-Auftritt haben wir das in einem Slogan zusammengefasst, der – sinngemäß – so lautet: Wo immer eine Chance besteht, wollen wir Hilfe zur Selbsthilfe leisten.“

Hilfe zur Selbsthilfe steht im Fokus bei der Caritas in Konstanz, sagt Andreas Hoffmann

Der Moderator: „Jetzt aber noch ein bissele was zu Ihnen: Sie haben zehn Jahre lang Erfahrungen im Landtag gesammelt, sind heute noch im Kreistag aktiv. – In der Rückschau: Was vermissen Sie?“ – „Es war eine sehr arbeitsintensive Zeit, vier Tage pro Woche im Konstanzer Wahlkreis und drei Tage im Stuttgarter Landtag; es war ein Spagat, aber im Rückblick: auch zehn Jahre Spaß! Sehr vermisse ich Herrn Oettinger.“

„Sicher gibt es noch einiges, das aus Ihrer Zeit in der aktiven Politik nachwirkt und Ihre Handschrift trägt?“, hakt Stephan Schmutz nach. Andreas Hoffmann zögert nur kurz: „So ganz spontan? – Ja, das Projekt Westtangente Wollmatingen, die Planung der B 33, die guten Gespräche mit Herrn Jacoby und der Klageverzicht von BUND und NABU, unterschrieben in Freiburg.“ – Und er fügt hinzu: „Hier war ich dafür zuständig, den Boden zu bereiten!“

„Sooooo jetzt kann ich auch Ihnen unsere Abschlussfrage nicht ersparen, unsere ‚Gäscht‘ warten schon auf Ihre Antwort: Was würde sich der ‚einfache‘ Herr Andreas Hoffmann von unserer guten Fee wünschen, bei der er drei Wünsche offen hat?“ -  Hoffmanns Antwort: Der Familie, den Freunden und Mitarbeitern nur das Allerbeste. Dann schaut er in den Saal und ergänzt: „Und Gesundheit für alle!“

Giselher Sommer

 

Impressionen vom Talk – mit Bildern von Beate Steg-Bayer. – Klick on!

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