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Talk in der Rosenau: Monique Würtz im Gespräch mit Dr. Andreas Osner

Der erste Konstanzer Beigeordnete und Chef des Dezernates II für Soziales, Bildung, Kultur und Sport über den Umgang mit Flüchtlingen vor Ort

Konstanz, 5. November 2015. – Es ist der 33. Talk in der Rosenau, eine schöne Schnapszahl. Doch im Thema, das Monique heute mit ihrem Gast besprechen möchte, stecken so viel Dramatik, Leid und Ängste, dass da kein Platz für einen Kalauer ist. 

Monique Würtz wendet sich ihrem Gast zu: „Herr Dr. Osner, Sie sind in diesen Tagen ein viel gefragter Gesprächspartner; das hat ganz einfach damit zu tun, dass Sie das städtische Dezernat II leiten, in dem die Fäden – ich formuliere es mal etwas griffiger – für das Leben und Zusammenleben in unserer Stadt zusammenlaufen." – „Ja“, so der Gast, „weil dem so ist, fällt in meinen Zuständigkeitsbereich jetzt auch alles, was die Aufnahme, Begleitung, Unterbringung und – längerfristig – die Integration der neuen Flüchtlinge in unserer Stadt betrifft."

Als er vor zwei Jahren nach Konstanz kam, sei die heutige Situation überhaupt nicht vorstellbar gewesen. Nicht nur in der Stadtverwaltung, auch im Landkreis laute heute die Devise: „Packen wir’s an, am besten schaffen wir‘s gemeinsam!“ Circa 500 Flüchtlinge sind derzeit in der Stadt, weitere 1.500 im restlichen Landkreis, wo die Federführung beim Landrat und seinem Team liegt, das gerade weitere 1200 Plätze in Gemeinschaftsunterkünften bis zum Jahresende „aus dem Boden  stampft." Auch Konstanz werde noch einmal mit 600 Erstaufnahmeplätzen nachziehen. Und das werde nicht das Ende der Fahnenstange sein, wenn die städtische Verwaltung, die Betriebe der Stadt und der Landrat und seine Mitarbeiter, „weiter so fest an einem Strang ziehen.“

In Bezug auf Schutz und Aufnahme bedrängter Menschen stehen Konstanzer Kommunalpolitiker zusammen

Demokratie lebe – ihrem Wesen nach – vom Streit um die besten Lösungen, vom Wettbewerb. In der Frage von Schutz und Aufnahme der bedrängten Menschen stehe in diesen Tagen die gesamte Konstanzer Kommunalpolitik geschlossen zusammen. Er sehe deshalb keinen Grund, jetzt schon Krisenszenarien an die Wand zu malen. Auch für die Parlamentarier in Stuttgart und Berlin bricht er „eine Lanze“; es sei falsch, sie in „Parallelwelten zu verorten“, wo sie das, was sich in Städten und Gemeinden in Sachen Flüchtlings-Tragödie derzeit abspielt, völlig ausblenden würden.   

Die Moderatiorin hakt nach: „Wenn wir abends den nicht enden wollenden Zug der dunklen, müden Gestalten vom Mittelmeer in Richtung Norden zur besten Nachrichtenzeit über den Bildschirm ziehen sehen, verzweifelte Menschen, Kinder, die ihre Eltern im Chaos verloren haben, Mütter, die mit Babys auf den Armen aus Schlauchbooten klettern, löst das bei uns allen Mitgefühl und Trauer aus. Neben der großen Welle der Hilfsbereitschaft  mehren sich jedoch mahnende Stimmen, die besorgt fragen, wann uns alle die Wucht dieses Tsunamis – die Flüchtlinge genauso wie uns selbst –  überrollen und überfordern wird. Und ich habe gleich eine zweite Frage: Was können unsere freiwillige Helfer hier beitragen?“ 

Das Problem hat – so der Dezernent – eine organisatorisch-ökonomische und eine gesellschaftliche Dimension. Die erste betreffe die Erstaufnahme, den Bau von Wohncontainern und Leichtbauhallen für den Übergang und – insbesondere für die Familien mit Kindern – die Bereitstellung von Wohnungen in der Stadt. Hier seien mehrere konkrete Projekte in der Planungs- und in der Realisierungsphase, auch wenn die Flächenreserven einer der „Pferdefüße" der Problemlösung seien. Im Übrigen stehe auch der Winter vor der Tür. 

 

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