Zur Haupt-Navigation springen | Zum Inhalt springen

50 Jahre KWA Kuratorium Wohnen im Alter
Menue
KWA Parkstift St. Ulrich
Leben - so wie ich es will im KWA Parkstift St. Ulrich

Von der Schulbank ins Sozialpraktikum

Viele junge Menschen haben nur eine vage Vorstellung von der Arbeit in einem Seniorenwohnstift. Bei Friederike Hartwig ist das anders. Die Schülerin des Theodor-Heuss-Gymnasiums Freiburg war zu einem einwöchigen Sozialpraktikum im KWA Parkstift St. Ulrich in Bad Krozingen. Laut Stiftsdirektorin Anja Schilling ist das Parkstift durch ein starkes Netzwerk mit mehreren Schulen verknüpft.

Bad Krozingen, im Dezember 2017. -Friederike konnte Begleitung und Pflege in der Tagesbetreuung kennenlernen. Zunächst hatte sie das Gefühl, dass die Tagesbetreuung nur dazu da ist, um die Bewohner zu beschäftigen, damit ihnen nicht so langweilig ist. Doch dann sprach sie mit einer Pflegekraft über den Sinn der Tagesbetreuung. "Sie erklärte mir, dass es zum einen um die Tagesstruktur geht. Menschen, die in die Tagesbetreuung gehen, haben mit der Gestaltung des Tagesablaufes oft Schwierigkeiten. Wenn beispielsweise Kaffee getrunken wird, ist ihnen klar, es ist Nachmittag. Zum anderen geht es aber auch ganz viel um den sozialen Kontakt. Es ist einfach wichtig, dass man ein Gegenüber hat."

Friederike war auch mal beim Gedächtnistraining. "Das war ein kompletter Kontrast zur Tagesbetreuung, da hier sehr, sehr fitte und noch sehr selbstständige Bewohner waren. Da wurde mir erst bewusst, dass sie alle zusammen unter einem Dach wohnen. Das finde ich sehr schön."

An einem Morgen trafen sie und ihre Praktikumsbetreuerin eine aufgebrachte Bewohnerin der Tagesbetreuung. Die Pflegekraft versuchte, den Grund dafür herauszufinden. Die Bewohnerin deutete an, dass sie geweint hatte. Als die Betreuerin nachfragte, wieso, kam eine aufbrausende Antwort – dass alle immer sehr höflich und freundlich sind und dass sie dagegen überhaupt nix sagen kann. Friederike machte sich ihre eigenen Gedanken über das Weinen und kam zum Schluss: "Diese Menschen haben ihr Zuhause verlassen und somit ihr soziales Umfeld hinter sich gelassen. Alles ist neu. Neue Menschen, neue Umgebung. Ist es da nicht irgendwie klar, dass man ab und zu traurig ist bis man sich eingelebt hat?" Die meisten Bewohner sind nach Friederikes Empfinden sehr dankbar für die Zuwendung, die sie erfahren. "Das zeigen sie einem immer wieder mit kleinen Gesten, wie einem Händedrücken. Das hat mich persönlich sehr glücklich gemacht."

Autorin: Sieglinde Hankele
Erschienen in: Alternovum 3/2017

nach oben

© KWA

nach oben