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KWA Kurstift Bad Dürrheim
Leben - so wie ich es will im KWA Kurstift Bad Dürrheim

Lebensart in der Region Schwarzwald-Baar

Die Bürger von Bad Dürrheim: Von Salz und Sole geprägt, von Vereinen begeistert.

Bad Dürrheim, im Dezember 2017. - Bad Dürrheim liegt auf einem Hochplateau zwischen Schwarzwald und Hegau. Die Einheimischen sprechen von der „rauen Baar“. Schon im Jahr 889 wurde Bad Dürrheim urkundlich mit dem Namen „Durroheim“ erwähnt, welches auf das harte Leben auf der Baar schließen lässt. Später wurde die Stadt „Diureheim“ oder schlicht „Diere“ genannt, diese Abkürzung hat sich im Dialekt bis heute gehalten.

Im Jahr 1822 wurden bei Bohrungen Salzlager gefunden. Die Sole wurde bald zur Herstellung von Speisesalz und für Solebäder genutzt. Im Jahr 1921 bekam die Stadt schließlich das Prädikat „Bad“. Aufwendig restaurierte hölzerne Bohrtürme werden heute als Vereinslokal und Jugendhaus genutzt und erinnern an die Hochzeiten der Salzgewinnung.  

Das Mikroklima des Kurortes ist von Niederschlagsarmut gekennzeichnet und kontinental geprägt, mit großen Temperaturschwankungen im Tages- und Jahresverlauf. Einerseits führt dies zu überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden, andererseits ist Nachtfrost auch im Sommer auf der Baar nicht ungewöhnlich.

Ähnlich wie das Klima lassen sich auch die Menschen von der Baar beschreiben:

Sie sind verbindlich und treu, unter Umständen aber auch etwas ruppig oder stur, und dennoch aufgeschlossen gegenüber Neuem, was dem Tourismus geschuldet ist, der schon in den 1960er Jahren viele Kurgäste in die Stadt brachte und den Einheimischen ein zusätzliches Einkommen bescherte, wenn sie ihre privaten Gästezimmer an Kurgäste vermieteten, für eine „offene Badekur“. Die Küche der Region ist bekannt für deftige Gerichte wie saure Kutteln, Nierle und Leberle. Linsen mit Spätzle und Wienerle sind allseits beliebt und ein Schwarzwälder Speckvesper mit Leber- und Blutwurst, Schmalseite vom Speck und sauren Gurken darf auf keiner Speisekarte fehlen. Auch Flädlesuppe und Griesschnitten mit selbstgemachtem Apfelmus sind regionaltypische Gerichte. 

In der knapp 13.000 Einwohner zählenden Stadt gibt es über 120 Vereine. Man trifft sich in Vereinslokalen oder Traditionsgaststätten zum Austausch, zu Proben, zur Vertiefung der Vereinsbande. Anette Schulz vom Rezeptionsteam im KWA Kurstift Bad Dürrheim ist hier aufgewachsen. Mit in die Wiege gelegt bekam sie die Mitgliedschaft in der hiesigen Narrenzunft. Während der närrischen Zeit schlüpft sie in das Kostüm des Bad Dürrheimer Salzhansels. Allerdings verlangt die Mitgliedschaft in der Zunft auch Engagement außerhalb der närrischen Zeit. Es gibt immer Kostüme, die auszubessern sind, oder Auftritte, die einstudiert werden müssen. Ihr zweites Steckenpferd ist die Trachtengruppe Bad Dürrheim. Große Sorgfalt wird in die farbenfrohe Festtagstracht der „katholischen Baar“ gelegt. Markantes Merkmal ist die Kopfbedeckung der Frauen: die traditionelle Giebelkappe mit Satinschleife und samtenem „Kappenplätz“, reich bestickt mit Silber- und Goldfäden. Die Trachtengruppe trifft sich regelmäßig zur Gesangs- und Tanzprobe in ihrem Vereinsheim,und tritt ein Mal im Monat im Kurhaus auf. 

Ob privat oder im Kreis der Vereinskameraden – die Menschen von der Baar führt es in ihrer Freizeit vor allem zu Zielen im Schwarzwald, in Berggasthöfe oder romantische Schluchten, ins nahe Elsass, zum Rheinfall in Schaffhausen, nach Freiburg, Zürich, Stuttgart oder zum nahen Bodensee.

Autorin: Martina Schloms
Erschienen in: Alternovum 3/2017



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