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KWA Stift Urbana im Stadtgarten
Leben - so wie ich es will im KWA Stift Urbana im Stadtgarten

Jubiläumsfeier im KWA Stift Urbana im Stadtgarten in Bottrop

Grußworte von Oberbürgermeister Bernd Tischler und dem stellvertretenden KWA Aufsichtsratsvorsitzenden Professor Dr. Ekkehart Meroth - Festrede von KWA Vorstand Dr. Stefan Arend - Musik vom Trio Mundrov

Bottrop, 1. September 2017. - Stiftsdirektor Arnd-Werner Schug konnte zur Feier des 20. Hausgeburtstags rund 120 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 80 geladene Gäste begrüßen – darunter der Bottroper Oberbürgermeister Bernd Tischler, die Vorsitzende des Bottroper Seniorenbeirats Jutta Pfingsten, Pfarrer Steffen Riesenberg, der Bundestagsabgeordnete Sven Volmering, die beiden KWA Vorstände Horst Schmieder und Dr. Stefan Arend sowie der stellvertretende Vorsitzende des KWA Aufsichtsrats Professor Dr. Ekkehart Meroth. 

Arnd-Werner Schug, KWA StiftsdirektorMit Blumensträußen dankte der Stiftsdirektor langjährigen Bewohnern und langjährigen Mitarbeitern für ihre Treue zum Haus. Zur Unterhaltung präsentierten Georgi Mundrov am Piano, Alik Texler am Akkordeon und Eduardo Jurayev am Schlagzeug ein buntes Programm: unter anderem den Radetzky-Marsch von Johann Strauss und Ohrwürmer wie „Wenn ich einmal reich wär“, „Oh When the Saints“ oder „Mackie Messer“ sowie traditionelle Klezmer-Musik aus Osteuropa.  

Oberbürgermeister Bernd Tischler: Das KWA Stift Urbana ist gut verwurzelt und vernetzt

Das erste Grußwort zum Hausjubiläum sprach Oberbürgermeister Bernd Tischler. Wenn er sich die Geschichte von KWA anschaue, sei bemerkenswert, dass man schon 1966, als das Unternehmen gegründet wurde, auf ein weitgehend von Autonomie geprägtes Leben im Alter setzte. Das KWA Stift Urbana werde zum einen von den vielen Angeboten für die Bewohner getragen – der Oberbürgermeister nannte exemplarisch Bewegungsbad, Bibliothek und Kulturveranstaltungen –, zum anderen vom gut geschulten Personal, auch bei Pflegebedarf. Damit trage KWA bei zur Bereitstellung von Wohnraum und stationärer Pflege in der Stadt. 

Das Konzept des Hauses gefalle ihm. Es beinhaltet auch, dass es immer wieder die Tür für die Bevölkerung öffnet. Hierzu nannte der Oberbürgermeister Kurse der Volkshochschule und Vorträge der Deutschen Rheuma-Liga sowie das sogenannte Demenz-Café in Räumlichkeiten des Wohnstifts. Auch das Infobüro des KWA Stifts Urbana, mitten in der Stadt, und die dort in Zusammenarbeit mit der AOK NordWest und dem Demenz-Service-Zentrum Westliches Ruhrgebiet schon zum wiederholten Mal durchgeführte Kursreihe für pflegende Angehörige zeige, „wie gut verwurzelt und vernetzt das Stift ist“, so Tischler. 

Bernd Tischler, Oberbürgermeister der Stadt Bottrop

Das KWA Stift Urbana im Stadtgarten sei weit über die Stadt hinaus bekannt. Vom Magazin FOCUS wurde es im Jahr 2015 als eines der Top-Häuser für Pflege gekürt. „Die Mitarbeiter sind für ihre Kompetenz und ihr Einfühlungsvermögen bekannt, machen es zu einem liebens- und lebenswerten Haus.“ Mit dem Bergmannsgruß „Glückauf“ wünschte er Bewohnern, Mitarbeitern und dem Haus alles Gute. Diesen regionaltypischen Wunsch sprachen auch alle weiteren Redner aus. 

Professor Dr. Ekkehart Meroth: Auch Bewohner mit Rollstühlen haben im Stift alle Möglichkeiten

Der stellvertretende Vorsitzende des KWA Aufsichtsrats, Professor Dr. Ekkehart Meroth, gratulierte im Namen seiner Aufsichtsratskollegen zum 20-jährigen Bestehen. Es freue ihn zu hören, wie gut das KWA Wohnstift angenommen wird. Angesichts des Umstands, dass man sich vom Bergbau verabschieden muss, sei auch zu beachten, dass das KWA Stift Urbana im Stadtgarten vielen Menschen Arbeit bietet – rund 200 Personen, teils in Vollzeit, teils in Teilzeit. Wichtig ist laut Meroth, dass Stiftswohnen und Pflegeangebote zusammenpassen und sich alle Bewohner wohlfühlen, „und zwar auch dann, wenn die persönliche Situation nicht mehr ganz optimal ist“. Dank großzügiger Aufenthaltsbereiche könne man innerhalb des Gebäudekomplexes sämtliche Angebote auch mit Rollstuhl oder Rollator nutzen.

„Das Gestern ist fort, das Morgen nicht da, leb also heute.“ – Diesen Rat des griechischen Philosophen und Mathematikers Pythagoras zitierte der Vorsitzende des Stiftsbeirats Dr. Peter Speckamp von der Einladungskarte und ging darauf ein, was das Stift für das Leben in Bottrop bedeutet. In grüner Umgebung bietet es seit 20 Jahren älteren Menschen in mehr als 100 Wohnungen und auf 120 Pflegeplätzen die Möglichkeit, ihren Weg mit anderen teilen zu können und die Empfehlung von Pythagoras zu verwirklichen. 

Dr. Peter Speckamp: Die Mitarbeiter schaffen Heimat, Geborgenheit und Zufriedenheit

Dr. Peter Speckamp, Vorsitzender des StiftsbeiratsDer Beiratsvorsitzende kommt regelmäßig ins Stift und vertritt gemeinsam mit Beiratskolleginnen und -kollegen die Interessen der Bewohner. Speckamp bringt aus seinem Berufsleben als Jurist ein breites Wissen und vielfältige Erfahrungen mit, was ihm laut eigenem Bekunden bei seinem Engagement für die Bewohner immer wieder von Nutzen ist. Speckamp verwies darauf, dass die Pflege in Deutschland erst im Jahr 1995 auf eine gesetzliche Grundlage gestellt wurde: durch die Einführung einer gesetzlichen Pflegeversicherung. Auch KWA habe in Bezug auf die Pflege quasi Pionierarbeit geleistet. An die Mitarbeiter richtete er „für die oftmals nicht so einfache Arbeit“ einen besonderen Dank: „Sie sind es, die das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner sicherstellen, die für Heimat, Geborgenheit und Zufriedenheit sorgen.“

KWA Vorstand Dr. Stefan Arend wagte in seiner Festrede einen „Parforce-Ritt“ durch die Fragen des demografischen Wandels und begann mit: Udo Jürgens. „Der Mann mit dem weißen Bademantel“ sei nicht nur für „Merci, Cherie“ und „Ich war noch niemals in New York“ bekannt, sondern habe auch immer wieder gesellschaftlich relevante Themen in seinen Liedern aufgegriffen. Mit „Griechischer Wein“ nahm er Bezug auf Gastarbeiter, in „Aber bitte mit Sahne“ kritisierte er Ernährungsgewohnheiten, „In diesem ehrenwerten Haus“ thematisierte die Intoleranz gegenüber unverheirateten Paaren. 

Dr. Stefan Arend: Auch Menschen mit Pflegebedarf und Hochbetagte können anderen Menschen etwas geben

Aus dem Liedtext „Mit 66 Jahren“ las Arend vor: „Dann fön‘ ich äußerst lässig das Haar, das mir noch blieb. Ich ziehe meinen Bauch ein und mach‘ auf heißer Typ ...“. Damit hat Udo Jürgens im Jahr 1977 – als er selbst gerade einmal 43 Jahre alt war – etwas aufgegriffen, was damals noch nicht in aller Munde war: ein selbstbestimmtes, aktives Leben im Alter. „Die 66“ sei jedoch nicht nur durch Udo Jürgens bekannt, sondern auch der Titel der größten Seniorenmesse in Europa. Diese findet alljährlich in München statt, mit der „Generation 50+“ als Zielgruppe.  

Auch eine 35-jährige sowie eine 42-jährige Spiegelredakteurin haben „Die 66“ dieses Jahr besucht und zu ihren Eindrücken einen mehrseitigen Beitrag verfasst – unter der Überschrift „Abschied vom Stützstrumpf“. Die 500 Messestände machten klar, wofür sich Senioren heute interessieren und was man ihnen gerne verkaufen möchte. Unter anderem: Smart-Living, I-Pads, Fitnessgeräte, Golfkurse, Permanent-Make-Up, Genussreisen, E-Bikes und anderes mehr. KWA ist auch auf dieser Messe vertreten. Arends Einschätzung: „Wir sind immer wieder überrascht, wie radikal sich der Blick auf das Alter und das Altern gewandelt hat.“ Die Spiegel-Autorinnen Dialika Neufeld und Barbara Hardinghaus kamen nach ihrem Messebesuch zum Schluss: „Die Alten machen die Regeln selbst, sie nehmen sich, was sie zum Glück brauchen.“ 

„Altern ist heute tatsächlich grundsätzlich anders. Und alte Menschen sind heute anders", ist sich KWA Vorstand Arend sicher. Er zitierte damit Hans-Werner Wahl, den Direktor des Netzwerks Altersforschung an der Universität Heidelberg. Wahl hat unter anderem das Buch „Die neue Psychologie des Alterns“ verfasst. Dort heißt es: „So wie die eigenen Eltern wollen die Rentner von heute nicht leben“ und: „Wir kriegen unsere 20, 25 Jahre mehr, ob wir wollen oder nicht. Und wir müssen uns überlegen, wie wir diese Jahre nutzen.“

Dass man in unserer Gesellschaft Hochbetagte oftmals nur als Belastung sieht, hält Festredner Dr. Stefan Arend für untragbar. Er verwies auf neue Forschungen, die belegen, dass auch Hochbetagte noch in der Lage sind, neue Dinge aufzunehmen und Wissen weiterzugeben. Und auch Menschen mit Pflegebedarf sorgen sich um andere und können bis zuletzt anderen etwas geben.

Sieglinde Hankele

Ein Bilderalbum zur Jubiläumsfeier finden Sie unter www.alternovum.de

Langjährige Mitarbeiter, die im Rahmen der Jubiläumsfeier geehrt wurden:


Von links: Günther Schmitz, Andreas Tokarowski, Barbara Baworowska, Svetlana Sapozkova,
Ewa Boron, Wolfgang Bierbrauer, Marlies Schöpke, Birgit Kriegler, Volker Hilbert

 


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