Zur Haupt-Navigation springen | Zum Inhalt springen

50 Jahre KWA Kuratorium Wohnen im Alter
Menue
KWA Caroline Oetker Stift
Leben - so wie ich es will im KWA Caroline Oetker Stift

Wenn Kunst zum Abenteuer wird

Zu Beginn seines Ruhestands im Herbst 1994 unternahmen Dr. Ansgar Walk und seine Frau Dr. Ulrike Walk eine Eisenbahnreise quer durch den Süden Kanadas. Beim Start ahnen die beiden noch nicht, wie sehr diese für sie eigentlich nicht ungewöhnliche Reise ihre Lebensperspektive beeinflussen wird und sich ihnen eine „Art zweite Karriere“ auftun wird.

Im Kunstmuseum der kanadischen Stadt Winnipeg kommen sie nämlich mit zeitgenössischer Kunst der im Nordosten Kanadas lebenden, zu den eskimoischen Völkerschaften zählenden Inuit (d. h. Menschen) in Berührung. Von der Ursprünglichkeit dieser Kunst sind beide so fasziniert, dass sie sich wenige Monate später aufmachen, um die Künstler in den Inuit-Siedlungen persönlich kennenzulernen. Übrigens begegneten sie dabei in einer dieser Siedlungen auf der Baffin-Insel dem deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl, den, mit dem kanadischen Premierminister Jean Chrétien von einem G7-Gipfel kommend, ein ähnliches Anliegen dorthin führte: um mehr über die Inuit und deren Kultur zu erfahren.

Der erste Aufenthalt bei den Inuit zog die beiden Walks so in den Bann der Arktis, dass sie in den folgenden zwei Jahrzehnten mehr als 20, überwiegend selbst organisierte, ausgedehnte Expeditionsreisen in die Regionen jenseits des Nordpolarkreises unternahmen, meist mit Flugzeug
und örtlichen Transportmitteln, im höheren Alter mit Expeditionskreuzfahrtschiffen. 2014 feierte Dr. Ansgar Walk seinen 85. Geburtstag gemeinsam mit seiner Frau bei den Eisbären
vor der nordostsibirischen Insel Wrangel.

Mehr als 300 Inuit-Kunstobjekte sammelten die beiden von 1994 bis 2015 und bauten sich auch eine
umfassende Fachbibliothek zu arktischen Themen auf. Dr. Ansgar Walk selbst verfasste und publizierte eine größere Zahl von Sachbüchern und Fachartikeln. Wochenlange abendliche Interviews mit der auf der Baffin-Insel beheimateten Künstlerin Kenojuak Ashevak ließen zum Beispiel eine in Deutschland und Kanada publizierte Biografie dieser international bedeutenden Repräsentantin
der Inuit-Kunst entstehen.

Anlässlich ihres Umzugs in das Caroline-Oetker-Stift übereigneten die beiden Sammler ihre Kunstsammlung und Fachbibliothek dem Museum Fünf Kontinente (ehem. Staatliches Museum für Völkerkunde) München als Schenkung, mit dem Ziel, die Inuit und ihre Kultur in Deutschland bekannter zu machen.

Erschienen in alternovum. Das KWA Journal | 3/2016
Autor: Peter Wendt


Online+
Ein Bilderalbum von Reisen des Ehepaars

nach oben

© KWA

nach oben