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KWA Caroline Oetker Stift
Leben - so wie ich es will im KWA Caroline Oetker Stift

Menschen bei KWA

KWA beschäftigt über 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an bundesweit 15 Standorten. Jede und jeder von ihnen bringt seine eigene Lebensgeschichte, unterschiedliche Erfahrungen und seine Persönlichkeit mit ein und gibt KWA so ein Profil. Wir stellen Ihnen vier Menschen davon vor, die inspirieren, weil sie etwas bewegen.

Angekommen bei KWA: Zwischenstation Hotel Adlon

Die Liebe war es, die Danuta Swierkot 1996 nach Berlin brachte. Für ihren heutigen Mann stürzte sie sich ins Abenteuer: Sie gab ihren Job als Mess- und Regeltechnikerin im polnischen Stettin auf und zog – ohne ein Wort Deutsch zu sprechen – in die Bundeshauptstadt. Der Anfang war schwer, berichtet die 44-Jährige. Insbesondere die Sprache machte Danuta Swierkot zu schaffen, doch sie kämpfte sich beharrlich durch den Deutschkurs der VHS. Aufgeben ging nicht, der Wille anzukommen war stärker. Als ihr Sohn geboren wurde, erst recht. Ihre erste berufliche Station in Berlin war das Hotel Adlon, in dem sie als Zimmermädchen arbeitete. „Das war ein harter Job“, erinnert sich Danuta Swierkot. Sie suchte Veränderung und bewarb sich 2004 erfolgreich im KWA Stift im Hohenzollernpark im Etagenservice. Das war einst. Heute hat sie, nach einer Qualifizierung zur Objektleiterin, die Leitung der Hauswirtschaft, des Restaurants und des Stiftsladens inne. Eigentlich sei sie eher ein ernsthafter Mensch, meint Danuta Swierkot. „Mit den Bewohnern scherze ich trotzdem gerne – weil gemeinsames Lachen den Tag verschönt.“ Danuta Swierkot ist angekommen.

In blumiger Mission: Ein kreativer Spaziergang durch das Jahr

Brigitte Grundler ist beruflich Blumenfee, und sie ist es von ganzem Herzen. Die gelernte Floristin sorgt seit 16 Jahren im KWA Hanns-Seidel-Haus dafür, dass aus Räumen Wohnträume, Oasen, Festsäle und Empfangsbereiche werden. Sie setzt dabei auf kreative Handarbeit. Die 58-Jährige kümmert sich zu allen Jahreszeiten um entsprechende Dekoration, gestaltet Terrasse und Café, kümmert sich um über 100 Grünpflanzen und unterstützt darüber hinaus die Bewohner mit floralen Ideen, Pflegetipps und topft schnell nebenher noch die ein oder andere Zimmerpflanze um.
Die Ideen gehen Brigitte Grundler nicht aus: „Das sprudelt ständig aus mir heraus!“ Das sei wie bei einem Maler, der eine leere Leinwand vor sich habe. Bevor Brigitte Grundler im Hanns-Seidel-Haus anfing, kümmerte sie sich einige Jahre intensiv um ältere Angehörige. Sie nimmt aus diesen Erfahrungen viel in ihre Arbeit mit, denn der Kontakt zu den Menschen im Haus ist ihr wichtig. Sie hört zu und macht Freude, indem sie die Aufmerksamkeit auf die schönen kleinen Dinge lenkt. Bewohner, die nicht mehr mobil sind, können dank der Blumenfee im Haus auf Entdeckungsreise
gehen und über das Jahr hinweg einen stetigen Wandel erleben.

Künstler mit Bodenhaftung: Mensch und Technik

Soziale Kompetenz, technische Begabung und künstlerisches Talent – Mario Krohnen vereint diese Eigenschaften in einer Person. Nach der Ausbildung zum Anlagenelektroniker folgte die Ausbildung zum Altenpfleger – der Zivildienst hatte ihn dazu gebracht. Nach vielen Jahren in der freiberuflichen Altenpflege ist der 47-Jährige in der Mitte beider Tätigkeitsfelder angekommen: Seit 2012 ist er Haustechniker im Caroline Oetker Stift in Bielefeld. „Mir ist es wichtig, dass es den Leuten gut geht“, sagt Mario Krohnen. Er mag die Mischung – den Kontakt zu den Bewohnern und das Tüfteln über technischen Problemen. Er habe den Ehrgeiz, immer die beste Lösung zu finden, was nicht mit der aufwendigsten oder teuersten Variante gleichzusetzen sei. Auch Mario Krohnens künstlerisches Schaffen ist von Tüftelei geprägt: Er gestaltet Lichtobjekte und Rauminstallationen. Zumeist mit Fundstücken, die er gesammelt hat und auf dem Dachboden in Kisten lagert. 2001 überraschte ihn der Erfolg seiner ersten Ausstellung – danach folgten zahlreiche Projekte, seine Bekanntheit stieg. Mit seinem kinetischen Rotationsobjekt „Mars“ gewann Mario Krohnen 2014 den Kunstpreis „Mensch und Natur“ des Nationalparks Harz. Siehe auch www.mariokrohnen.com.

Alles auf Anfang: Aus Kamerun nach Deutschland

Myriam Suzzine Seunou stammt aus Kamerun. Im September 2015 hat die 40-Jährige ihre Ausbildung zur Altenpflegerin im KWA Parkstift Hahnhof in Baden-Baden begonnen. 2012 hat sie ihre Heimat in Zentralafrika verlassen. Sie habe dort für sich keine Zukunft mehr gesehen. Tatsächlich sind Menschenrechtsverletzungen laut Amnesty International in Kamerun an der Tagesordnung. Myriam Seunou hat vier Kinder, ihren 15-jährigen Sohn konnte sie nachholen, die drei anderen Kinder leben und studieren in Kamerun. Ihr Asylverfahren läuft, der jetzige Status lautet: Aufenthaltsgestattung. Alle sechs Monate wird der Status verlängert, bis das Verfahren entschieden ist. Die Ungewissheit belastet, doch Myriam Seunou will ihren Alltag davon nicht bestimmen lassen. Sie mag die Arbeit mit alten Menschen, die Pflege und sie spricht viel von Respekt. In ihrer afrikanischen Heimat seien alte Menschen ganz selbstverständlich in die Familie eingebunden, erzählt Myriam Seunou. Sie spricht gut Deutsch. „Erst heute Morgen habe ich Grammatikübungen gemacht“, sagt sie stolz, mit sanfter Stimme. Sie berichtet von der guten Stimmung im Team und der Dankbarkeit, die von den Bewohnern zurückkommt: „Alle sind nett, ich wünsche mir, dass es so bleibt.“

Autorin: Agnes Gsell | Erschienen in alternovum. Das KWA Journal 01/2016


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