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KWA Caroline Oetker Stift
Leben - so wie ich es will im KWA Caroline Oetker Stift

KWA Hausjubiläum in Bielefeld: 20 Jahre Caroline Oetker Stift

Ansprache von KWA Vorstand Dr. Stefan Arend - Unter den Festgästen: die Initiatorin des Wohnstifts Maja Oetker und der ehemalige KWA Vorstand Hermann Beckmann

Bielefeld / Unterhaching, 9. September 2015. – “Wir leben in einer Zeit, wo Alter etwas ganz Individuelles und Relatives ist” – die Einschätzung von Peter Wendt, dem Stiftsdirektor des Caroline Oetker Stifts, in seiner Begrüßungsrede zur Jubiläumsfeier. So hat Wendt beispielsweise entdeckt, dass eine 99-jährige Bewohnerin zum Lesen kein Buch, sondern ein I-Pad verwendet. Ähnlich verblüfft hat ihn ein 94-jähriger Interessent. Nachdem der Stiftsdirektor ihm das Haus gezeigt hatte, versicherte der Hochbetagte: „Herr Wendt, das gefällt mir. – Und wenn ich alt bin, dann ziehe ich ein."  - Der Alltag im Wohnstift hält immer wieder Überraschungen bereit.

Zum Hausjubiläum: Spendeninitiative von Bewohnern zugunsten von Flüchtlingen

Eine Überraschung zum Jubiläum präsentierte der Stiftsbeirat des Hauses: mit einer Spendeninitiative zugunsten von Flüchtlingen. „So schön und exklusiv unser Ambiente hier auch ist: Wir vergessen nicht, was in der Welt, und auch direkt vor Ort passiert." Wendt wertete den Spendenaufruf von Bewohner zu Bewohner als „sehr, sehr schönes Zeichen“.

An der Feier zum 20-jährigen Bestehen des KWA Wohnstifts nahm neben zahlreichen Stiftsbewohnern auch die Initiatorin des Hauses Maja Oetker teil, sowie der aus München angereiste ehemalige KWA Vorstand Hermann Beckmann – er hat seinerzeit als Verantwortlicher des Trägers gemeinsam mit Maja Oetker das Haus konzipiert. Ein weiterer Gast beim Hausjubiläum: Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Franz als Vertreter der Stadt.

Stiftsdirektor Peter Wendt: Alte Menschen können sich bei KWA mit ihren Ressourcen einbringen

Peter Wendt leitet das Caroline Oetker Stift seit fünf Jahren. Er wünscht sich, dass sich viele Menschen Gedanken darüber machen, wie man in dieser Gesellschaft würdevoll altern kann. „Bei KWA können sich alte Menschen mit ihren Ressourcen einbringen und Wertschätzung erfahren. Es gibt im Alter Gebrechen und auch ernste Erkrankungen", das dürfe nicht verleugnet werden, „aber das Alter hat auch sehr, sehr schöne Seiten“. Und das müsse hervorgehoben werden – weil es Mut macht, ohne Angst auf das Alter zuzugehen.

Dr. Stefan Arend, einer der beiden amtierenden KWA Vorstände, ebenfalls aus München angereist, überbrachte die Glückwünsche der gesamten „KWA Familie“. In seiner Rede zum Jubiläum verwies er zunächst auf ein Buch über die Namensgeberin des Wohnstifts – von Hiltrud Böcker-Lönnendonker. Dort könne man Interessantes über Caroline Oetker nachlesen. Sie war die Frau an der Seite von August Oetker, dem Gründer des heutigen Weltkonzerns. „Für die Familie Oetker und die Oetker Stiftung dürfen wir dieses wunderschöne Wohnstift betreiben. Das erfüllt uns mit Stolz, vor allem aber mit Dankbarkeit." Arend dankte nicht nur der Familie Oetker, sondern auch Bewohnern, Mitarbeitern und der Kommune für Engagement, Unterstützung und entgegengebrachtes Vertrauen.

KWA Vorstand Dr. Stefan Arend: Alternde Gesellschaft – eine Bedrohung? Mitnichten!

Das KWA Motto „Leben – so wie ich es will“ spiegle sich im Bielefelder Wohnstift exzellent wider. Neben barrierefreiem Wohnen, hauswirtschaftlichen Diensten, ambulantem Dienst und Tagesbetreuung gibt es Gastronomie, kulturelle Programme und Sportangebote  – auch ein Schwimmbad.  „Das alles ist zudem in eine Parkanlage eingebunden, die Ihresgleichen sucht.“ – Der Stolz des KWA Vorstands auf das schmucke Bielefelder Wohnstift und die vielfältigen Angebote war unüberhörbar.

Diesem Abriss des Leistungsspektrums folgte eine Kritik des weitverbreiteten negativen Altersbildes:  „Wenn die Rede auf den demografischen Wandel kommt, hört man immer wieder ängstliche, ja fast Panik einflößende Sätze. Manchmal wird sogar der Krieg der Generationen heraufbeschworen. Es ist uns von KWA ein großes Anliegen, immer wieder deutlich zu machen: Alter und Altern darf nicht ausschließlich – wie es sehr häufig geschieht – als eine Belastung für die Gesellschaft gesehen werden.“ Einen einseitig defizitorientierten Blick auf das Alter dürfe es nicht geben. Ebenso wenig dürfe Alter auf Pflegebedürftigkeit reduziert werden. Arends Überzeugung: „Alternde Gesellschaft – eine Bedrohung? Mitnichten!“

Heidelberger Hundertjährigen-Studie:  Zufriedenheit bei Hochbetagten trotz gesundheitlicher Probleme

In seinen weiteren Ausführungen ging der KWA Vorstand auf die Heidelberger Hundertjährigen-Studie ein. Diese beschäftigt sich mit den Hochbetagtesten und hat zum Teil bemerkenswerte Erkenntnisse zutage gefördert. Wenngleich alle Hundertjährigen Gesundheitsprobleme haben: Eine erstaunlich große Anzahl der Hundertjährigen ist mit dem Leben trotzdem zufrieden und findet das Leben trotz Verletzlichkeit lebenswert. Trotz mancher Verluste in zentralen Lebens- und Funktionsbereichen gelingt es den Hundertjährigen, ein hohes Niveau an positiver Lebensqualität zu empfinden.

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Sängerin Julia von Miller im Caroline Oetker Stift in Bielefeld beim Hausjubiläum 2015
Sängerin Julia von Miller glänzte beim Festakt zum 20-jährigen Bestehen des Caroline Oetker Stifts in Bielefeld mit Liebesliedern aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts - von "Nur nicht aus Liebe weinen" bis "Sommersprossen" (Foto: Michael Adamski)

 


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