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50 Jahre KWA Kuratorium Wohnen im Alter
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KWA Caroline Oetker Stift
Leben - so wie ich es will im KWA Caroline Oetker Stift

"Bilder vom Alter" lockten 120 Altenpflegeschüler

3. KWA Forum im Caroline Oetker Stift

Bielefeld, 7. Mai 2015. – Für die Auftaktveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen des Caroline Oetker Stifts interessierten sich 120 Altenpflegeschüler aus der Region. Sie folgten am 5. Mai gemeinsam mit ihren Lehrern von umliegenden Altenpflegeschulen der Einladung von KWA Kuratorium Wohnen im Alter, um an einem ganztägigen Forum teilzunehmen.

Nach der Einführung und Begrüßung durch Stiftsdirektor Peter Wendt betonte
KWA Vorstand Dr. Stefan Arend, dass das Alter viel zu bieten hat. Arend erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte bei uns so viele Menschen ein so hohes Alter erreichen. „Nie stand Menschen mehr Zeit zur Verfügung, ganz persönliche Anliegen, Interessen und Ziele zu verwirklichen
und das Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.“ Wenn sich aber die
Lebensspanne in den letzten Jahrzehnten so habe ausdehnen können, dann sei man aber auch gefordert, dieses Mehr an Jahren neu zu gestalten, so Arend. „Mit den alten biografischen Meilensteinen aus dem vorletzten Jahrhundert können wir in einer Gesellschaft des langen Lebens nichts mehr anfangen", formulierte es der KWA Vorstand.

Stärken und Kompetenzen des Alters werden oftmals nicht wahrgenommen

Er  plädierte auch dafür, mit den überholten Bildern vom Alter aufzuräumen.
Er stelle immer wieder fest, dass die in unserer Gesellschaft dominierenden Altersbilder der Vielfalt des Alters nicht gerecht werden. Sie seien oftmals eher an Defiziten orientiert und würden Stärken und Kompetenzen des Alters nicht wahrnehmen. So würden sie der Verwirklichung von Entwicklungsmöglichkeiten im Alter im Weg stehen. „Lassen Sie uns daher zusammen das Alter und Altern neu erfinden und uns von alten Denkmustern, die bei Alter reflexartig nur an Pflege, Unterstützung und Belastung für die Gesellschaft denken, lösen“, forderte Arend die Zuhörer auf. Natürlich seien gerade ältere und alte Menschen mit der Endlichkeit und der Bewältigung von Grenzsituationen auch bei Pflegebedürftigkeit befasst. Aber dies sei nur ein Aspekt dieser Lebensspanne.

Abschließend erinnerte der KWA Vorstand an eine Kernaussage aus dem sechsten
Altenbericht der Bundesregierung, der sich vor einigen Jahren intensiv mit den
Altersbildern beschäftigte: „Denn dort heißt es unmissverständlich, dass die
fürsorgerische Sicht auf das Alter durch eine an den Stärken und Gestaltungsspielräumen des Alters orientierte Sicht ergänzt werden muss.“

Der Fotograf Werner Krüper stellte seine  „Bilder vom Alter“ vor. Sie zeigen Senioren in unterschiedlichen Situationen und Lebenslagen, deuten die Bandbreite des Lebens im Alter an.

Zeit und Ruhe sind wichtig beim Umgang mit von Demenz Betroffenen

Demenzforscher Erich Schützendorf bat die Teilnehmer im Rahmen seines Vortrags, ihren Umgang mit Menschen, die von Demenz betroffen sind, in Frage zu stellen. Er forderte dazu auf, sich auf Menschen mit demenziellen Veränderungen einzulassen und sich auf der gleichen Ebene mit ihnen zu bewegen. Unabhängig von der pflegerischen Versorgung solle der Altenpflege-Nachwuchs nicht aus dem Auge verlieren, wie wichtig Zeit und Ruhe sind im Umgang mit Menschen, die von Demenz betroffen sind.

Der Haus-Chor des Caroline Oetker Stifts trug Frühlingslieder vor und begeisterte mit seinem professionellen Auftritt  die jungen Zuhörer, welche die Sängerinnen mit tosendem Applaus belohnten.

Sport und Lebensfreude sind auch im hohen Alter möglich

Am Nachmittag präsentierte der Filmemacher Jan Tenhaven seinen Film „Herbstgold“ – eine von der Deutschen Film- und Medienbewertung mit dem Prädikat „Besonders wertvoll" ausgezeichnete Produktion. Tenhaven begleitete mit seinem Filmteam über mehrere Jahre Menschen im Alter von 80 bis 100 Jahren, die an der Seniorenolympiade teilnahmen. Der Film vermittelt ein neues Bild von Senioren, die mit viel Lebensfreude und Disziplin ungewöhnliche Leistungen vollbringen, weil sie ihr Ziel nie aus dem Auge verloren haben.

Alle Referenten beteiligten sich an regen Diskussionen mit den Schülern und Lehrern. Im Anschluss an die Veranstaltung besichtigten alle Schüler das Caroline Oetker Stift, fragten nach den Unterschieden von verschiedenen Seniorenwohnformen und informierten sich über die Angebote des Hauses.


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