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KWA Stift im Hohenzollernpark
Leben - so wie ich es will im KWA Stift im Hohenzollernpark

Dialog im Stift: „Sind Berlins Straßen noch sicher?“

Dazu befragte der Journalist Reinhard von Struve im KWA Stift im Hohenzollernpark den stellvertretenden Leiter der Polizeibehörde, die für 115.000 Menschen im Bezirk Wilmersdorf/Grunewald/Schmargendorf zuständig ist, Polizeioberrat Holger Kreß.

Berlin, 24.Februar 2016. – Der 52-jährige Holger Kreß gibt sich als Ordnungshüter aus Leidenschaft zu erkennen. Er ist auch privat immer in Uniform unterwegs, geht mit einem „Polizeiblick“ durch die Stadt und ermahnt schon mal einen Passanten, der sich nicht an die Regeln hält. Kreß muss aber auch ertragen, dass Zeitgenossen ihn gelegentlich öffentlich beleidigen. Es wird deutlich, dass sein „Traumberuf“  auch undankbare Seiten hat. Bürger machen die Polizei verantwortlich für Entscheidungen, die die Politik oder die Justiz zu verantworten hat: Seit Jahren werden Stellen gestrichen, so dass Streifendienste seltener möglich sind. Bürokratische Ermittlungsvorschriften fesseln Polizisten an den Schreibtisch. Gefasste Kleinkriminelle sind schnell wieder frei, wenn sie einen festen Wohnsitz haben, und machen sofort weiter. 

Um Nachwuchs braucht sich die Polizei nicht zu sorgen, auch Frauen drängen in den Beruf. Kreß sagt, dass viele junge Leute – vielleicht angeregt vom Fernsehen – die mit „Action“ verbundene Arbeit aufregend finden: „Was wir machen, ist natürlich spannender als im Finanzamt Zahlen zu addieren oder auf dem Amt einen Angelschein auszustellen.“ Und, auch wichtig: Ein Polizist ist versorgungsrechtlich besser abgesichert als andere und hat gute Beförderungschancen.

Aus der Statistik geht hervor, dass Gewalttaten weiter zurückgehen, aber vor allem Taschendiebstähle, Einbrüche und Trickbetrug stark zunehmen. Kreß berichtet, dass es sich dabei oft um organisierte Banden aus Osteuropa handelt, die vernetzt sind und das Verhalten der Polizei und der Justiz genau beobachten. Daraus lernen sie, wie sie schwerer geschnappt werden oder vor Gericht eher einer Strafe entgehen können. 

Auf die Frage des Moderators sagt der Polizist, was dagegen helfen könnte: engere internationale Zusammenarbeit bei der Verbrechensbekämpfung, wirkungsvollere  Bestrafung wie in New York unter dem Konzept „Null Toleranz“, mehr Polizeipräsenz und Überwachung. Da kommt man aber, wie Kreß zu bedenken gibt, in den Bereich der Politik. Will die Gesellschaft überall Polizei, will sie schnellere und höhere Strafen? Das gehe in den Augen mancher Kritiker an die Wurzeln des liberalen Staates. 

Kreß nennt dann Tricks von Betrügern, auf die leider noch viele Menschen hereinfallen, obwohl in den Medien oft davor gewarnt wird:

  • Der Anruf eines angeblichen Enkels, der Geld braucht; 
    Tipp: Entschieden zurückweisen und keinesfalls selbst den Namen eines Verwandten nennen.
  • An der Wohnungstür oder in der Öffentlichkeit wollen angebliche Polizisten Wertsachen überprüfen, weil gerade in der Nähe Diebe geschnappt worden seien;
    Tipp: Niemals darauf eingehen, so etwas macht die Polizei nicht.
  • Ein Straßendieb entreißt einem die Tasche mit Geld;
    Tipp: Besser kein Pfefferspray einsetzen, sonst eskaliert die Gewalt. Wenig Bargeld dabei haben, besser Bankkarte.

Kreß wirbt zum Abschluss für den Besuch des „Präventionstheaters“ der Wilmersdorfer Polizei, das Trickbetrügereien mit dem Schwerpunkt Senioren auf der Bühne am Hohenzollerndamm vorspielt.

Fazit: Die Straßen in Schmargendorf gehören im Berliner Vergleich zu den sichersten, aber 100-prozentig sicher ist es nirgends. Wir sollten vorbeugend alles tun, was einem potentiellen Kriminellen die Tat erschwert. Wenn ein Täter die Wahl hat, greift er dort zu, wo man es ihm leichter macht. Wer Opfer geworden ist, sollte immer Anzeige erstatten, um Ermittlungen zu ermöglichen und im Fall eines Verfahrens gegen einen Wiederholungstäter zusätzliche Beweise zu haben.

 


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