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Huml stellt ersten Bericht zur Seniorengesundheit in Bayern vor

Bayerns Gesundheitsministerin: Umfassende Datensammlung mit rund 150 Seiten zeigt unter anderem auch Unterstützungsangebote

München, 21. März 2018. – Nur wenige Stunden bevor Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml vom neuen Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder in ihrem Amt bestätigt wurde, präsentierte sie in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften den ersten Bericht zur Seniorengesundheit in Bayern - eine umfassende Datensammlung zur Gesundheit älterer Menschen im Freistaat, die sich aus verschiedenen Quellen speist, unter anderem vom Statistischen Landesamt, vom Robert Koch-Institut, der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, dem Bayerischen Krebsregister und dem Deutschen Alterssurvey.

"Dabei beschränken wir uns nicht auf eine Darstellung des Krankheitsspektrums ab dem Alter von 65 Jahren", so die Ministerin. "Vielmehr nimmt der Bericht sowohl körperliche und seelische als auch soziale Aspekte in den Blick." Auch Angebote für Hilfe, Begleitung und Pflege werden aufgezeigt, unter anderem wird verwiesen auf die Nationalen Empfehlungen zur Bewegungsförderung sowie auf das Netzwerk "Generation 55 plus". Der Bericht solle nicht nur Fachleuten einen Mehrwert bieten. "Gesundes Altern im selbstbestimmten Lebensumfeld" ist einer von vier Schwerpunkten im Bayerischen Präventionsplan. 

Der Bericht ist Teil der Schwerpunktkampagne zur Seniorengesundheit, die Huml im Oktober vergangenen Jahres unter dem Motto "Mein Freiraum. Meine Gesundheit. In jedem Alter." gestartet hatte. Bereits heute sind 2,6 Millionen Menschen in Bayern älter als 65 Jahre. Wenn die "Babyboomer" dieses Alter erreichen, wird es jeder Vierte in Bayern sein. Deren Bedürfnisse und Fähigkeiten sowie der Versorgungsbedarf werden das Gesundheitswesen wesentlich prägen. Das sei ein guter Grund, sich dem Thema "Gesundheit im Alter" intensiv zu widmen. Dennoch sieht sie es als "eine glückliche Entwicklung", dass heute so viele Menschen alt werden dürfen. Huml betonte: "Ältere Menschen sind ein Schatz für unsere Gesellschaft." - Rund ein Drittel aller über 65-Jährigen im Freistaat ist bürgerschaftlich engagiert. Wobei Erhebungen zeigen, dass sich alte Menschen vor allem für andere alte Menschen engagieren.

Dem Bericht zufolge geht es der Mehrzahl der Älteren in Bayern gesundheitlich gut. Gleichwohl nehmen mit dem Alter auch Krankheiten zu. Von den über 65-Jährigen, die im Jahr 2015 in Bayern einen Arzt aufsuchten, hatten etwa 85 Prozent eine Diagnose aus dem Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, rund 75 Prozent eine Diagnose aus dem Bereich der Muskel-Skeletterkrankungen, vor allem Arthrose, Arthritis und Osteporose. Bei den 80- bis 85-Jährigen leiden 65 Prozent der Frauen und 53 Prozent der Männer gleichzeitig unter mehreren Krankheiten. Wobei Multimorbidität verschiedene Ausprägungen hat: Während manche trotz mehrerer Krankheiten kaum Alltagseinschränkungen wahrnehmen, brauchen andere Pflege. Bemerkenswert ist laut Huml, dass gleichzeitig fast die Hälfte aller über 80-Jährigen sagt, sie hätten keine starken Einschränkungen im Alltag. Da sei eine positive Grundeinstellung zu beobachten. Zudem seien bestehende Altersbilder zu hinterfragen. 

Der Ministerin zur Seite saß Prof. Dr. Manfred Wildner, Leiter des Landesinstituts Gesundheit am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Das Landesamt hat den vorgestellten Bericht erarbeitet - auf der Grundlage eines Gutachtens des Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie INIFES in Zusammenarbeit mit dem Institut für Psychogerontologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Wildner sieht einen Wandel - hin zum Entdecken der Ressourcen des Alters. Wer heute mit 65 in den Ruhestand geht, hat als Mann noch 18 Jahre vor sich, als Frau noch 20 Jahre. So gehe es heute vielen älteren Menschen "nicht nur darum, teilzunehmen, sondern darum, teilzuhaben und mitzuentscheiden". Gesundes Leben hänge unter anderem mit dem Umfeld und mit der Bildung zusammen. "Wir können als Gesellschaft viel tun, um die Fähigkeit zum gesunden Leben zu entwickeln", so Wildner. Mit Blick auf Hochbetagte sei festzustellen, dass ab einem Alter von 85 Jahren etwa jeder Vierte von Demenz betroffen ist. Hier gelte es, vor allem die funktionale Gesundheit zu erhalten. 

Sieglinde Hankele


Link-Tipp: www.stmgp.bayern.de/meine-themen/fuer-senioren 
(Dort finden Sie auch den Bericht zur Seniorengesundheit, als PDF zum Herunterladen)

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