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Wenn Bilder mehr sagen als Worte

Für die Ausstellung "Augenblick" hat Fotograf Roland Sigwart im KWA Kurstift Bad Dürrheim ganz besondere Aufnahmen gemacht. Die hier gezeigten Stiftsbewohner erzählen etwas dazu.

Bad Dürrheim, im Sommer 2018. - Herbert Hildisch (99): „Geboren bin ich in Cuxhaven. Dat Plattdüüts kann ik ok noch spreken. Gelebt habe ich beinahe in jeder Region Deutschlands. Für einen Bauingenieur gibt es überall was zu tun. Was mich immer begleitet hat, ist meine große Leidenschaft für Rätsel. Die hat im Studium begonnen: Meine Kommilitonen und ich, wir haben uns gegenseitig Denkaufgaben gestellt. Sie wurden immer komplexer und kniffliger. Bis zum Ende meines Studiums hatte ich ein großes Repertoire an Rätseln im „Gepäck“. Die meisten kann ich heute noch, viele sind über die Jahrzehnte hinzugekommen. Ich habe immer eine Knobelaufgabe oder ein Rätsel bei mir. So kommt man mit Menschen ins Gespräch und hat immer was zum Lachen. Hier halte ich meine Streichhölzer in den Händen: Denkaufgaben mit den Hölzchen mag ich unglaublich gerne, weil man aus bestehenden Figuren neue legen muss. Was mich zugegebener Maßen ein bisschen wundert: Als Rätselkönig nehme ich seit mindestens 20 Jahren an Preisausschreiben teil. Aber noch nicht einmal habe ich etwas gewonnen.“ 

Edeltraut Deißler (93): „Ich bin in Villingen im Schwarzwald geboren und aufgewachsen. So, wie es sich mein Vater immer für sich gewünscht hatte. Als Großstadtkind sehnte er sich nach Wald und Wiesen. Mit dem Umzug nach Süddeutschland ging dieser Traum in Erfüllung. Seit ich denken kann, hat mich mein Vater mit in den Forst genommen. Diese Leidenschaft ist mir geblieben und meine Tochter hat sie ebenfalls mit in die Wiege gelegt bekommen. Wenn ich heute spazieren gehe, zieht es mich immer noch fast magisch dorthin und ich kehre meist mit einem Arm voll Blumen, Rinden und Zapfen zurück. Mein größter Ertrag waren allerdings mal 60 Pfund Pilze, die ich mit meinem Ehemann an einem geheimen Ort gesammelt hatte. Bis heute liebe ich alle Arten von Pilzgerichten. Neulich habe ich sogar unsere Stiftsdirektorin Frau Rupp im Wald getroffen – da waren wir beide ziemlich überrascht.“

Horst Cernoch (85): „Als Vorsitzender eines Videoclubs habe ich jahrzehntelang selbst Fotoprojekte gemacht. Daher war ich gleich begeistert von der Idee, Teil einer Foto-Ausstellung im Kurstift zu sein. Auf die Frage nach einem außergewöhnlichen Moment oder einer bleibenden Begegnung kamen mir sofort die Spieler der Wiha Panthers in Erinnerung. Meine Tochter ist die zweite Vorständin des Schwenninger Basketball-Vereins. Sie haben in der Saison 2017/2018 den Meistertitel der Regionalliga Südwest verteidigt, eine enorme Leistung. Aber soll ich Ihnen etwas gestehen? Ich war noch nie bei einem Spiel. Das sollte ich mal machen. Ich bin es gewohnt, größere Menschen um mich zu haben. Das hat mich in meinem Leben auch durchaus beeinflusst. Jahrzehntelang war ich als kaufmännischer Angestellter in gehobener Position in einer Bank   tätig und ich denke schon, dass man immer ein wenig mehr machen oder besser sein muss als andere, wenn man  vergleichsweise klein gebaut ist. Trotzdem ist die Begegnung mit den Spielern der Panthers ein absolut außergewöhnlicher Augenblick: Der größte Spieler misst 217 Zentimeter.“ 

Erschienen in: Alternovum 2/2018


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