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50 Jahre KWA Kuratorium Wohnen im Alter
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Pilotprojekt bei KWA in Konstanz: Stiftsbewohner als Zukunftspioniere

Der KWA Projektverantwortliche Thomas Schurr und Projektleiterin Prof. Dr. Martina Wegner stellten Ideen und Ziele im Rahmen eines Pressegesprächs im KWA Parkstift Rosenau erstmals öffentlich vor. Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt. Der Konstanzer Oberbürgermeister Ulrich Burchhardt, drei Stadtseniorenräte sowie BUND-Vorstandsmitglied Karl-Ulrich Schaible waren unter den Gästen.

Konstanz/Unterhaching/München, 25. Juli 2018. – Unter der Projektleitung von Prof. Martina Wegner, Hochschule München, übernehmen Bewohnerinnen und Bewohner des KWA Parkstifts Rosenau Verantwortung für die Entwicklung unserer Gesellschaft, wollen in ihrem Umfeld Weichen stellen für eine lebens- und liebenswerte Zukunft. Als KWA Zukunftspioniere. 

Thomas Schurr (Geschäftsführer der KWA Betriebs- und Servicegesellschaft) und Prof. Dr. Martina Wegner (Projektleiterin KWA Zukunftspioniere)Prof. Dr. Martina Wegner lehrt an der Hochschule München an der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften die Organisation von Zukunftsdiskursen. Als drei Säulen der Nachhaltigkeit sieht sie: Ökonomie, Ökologie und Soziales. Kluge Lösungen für Nachhaltigkeit erfordern laut Wegner das Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure. Dies sind: die Gesellschaft, der Staat – mit Verwaltung und Kommunen – sowie Unternehmen. 

KWA Kuratorium Wohnen im Alter möchte seiner Unternehmensverantwortung nachkommen, eine nachhaltige Entwicklung aktiv anstoßen und fördern. Der Geschäftsführer der KWA Betriebs- und Servicegesellschaft, Thomas Schurr, hat deshalb in diesem Frühjahr gemeinsam mit Martina Wegner, in Abstimmung mit dem KWA Vorstand und den Hausleitungen, in zwei KWA Wohnstiften erste Weichen gestellt: In Konstanz und Rottach-Egern wurden Stiftsbewohner über das Projekt „KWA Zukunftspioniere“ informiert. 

Im Fokus stehen: Garten, Natur, Ernährung, Müll und Energieverbrauch

Erstem Brainstorming zum Thema Nachhaltigkeit folgte in Konstanz binnen weniger Wochen die Bildung von Arbeitsgruppen. Als relevante Interessen- und Handlungsfelder wurden von diesen identifiziert: der Garten, die Natur, die Ernährung, der (Plastik)müll und der Energieverbrauch. Der Stiftsbeiratsvorsitzende Ralf-Joachim Fischer verwies darauf, dass seine Generation den Umwelt- und Nachhaltigkeitsgedanken erstmals aufgenommen hat. „Weshalb soll dieses Engagement auf einmal zu Ende sein, nur weil wir hier eingezogen sind? Ganz im Gegenteil: Wir sind gerne bereit, das, was wir vielleicht früher schon mal umsetzen wollten, nun endlich hier zu tun“, so Fischer. Der Stiftsbeirat wird laut Ralf-Joachim Fischer alles daransetzen, den Nachhaltigkeitsgedanken „in die Köpfe der Menschen zu bringen und Ideen weiterzuentwickeln.“

Stiftsbewohnerinnen und KWA Vorstand Dr. Stefan ArendEine erste Bewohnergruppe hat inzwischen Verantwortung für Garten und Tiere übernommen. Liselotte Pfeiffer gehört dazu. Sie sagt: „Unser Ziel ist ganz einfach zu beschreiben: Wir möchten möglichst viele Vögel und Insekten wieder hier ansiedeln.“ Vor dem Hintergrund einer kontinuierlich schwindenden Vogel- und Insektenpopulation wurden als Maßnahmen unter anderem bereits realisiert: Futterstationen, Tränken und Nistkästen für Vögel, ein Fledermauskasten, ein Insektenhotel, ein Totholzhaufen und ein Igelhaus. Über eine Wildblumenwiese und ein Natursteinmäuerchen wird gerade beraten. Unter den Zukunftspionieren sind auch sehr praktisch veranlagte Menschen. So hat beispielsweise Margita Voswinkel einige Nistkästen selbst gebaut – in der Werkstatt der KWA Haustechniker. 

Für eine andere Gruppe von KWA Zukunftspionieren steht der achtsame Umgang mit Ressourcen im Vordergrund. Stiftsbewohner Dieter Krauss und seine Mitstreiter – allen voran Ingrid Wallstein – haben schon einige verbesserungswürdige Punkte identifiziert und durch Aufklärung sowie Hinweisschilder minimiert: Immer wieder waren während der Heizperiode zahlreiche Fenster über mehrere Stunden oder sogar dauerhaft gekippt. Das Bewusstsein, dass durch dieses Verhalten unnötig Energie verloren geht, ist inzwischen geschärft. Auch der Umgang mit Müll war zum Teil unbefriedigend. Doch Infotafeln mit Bildern auf allen Etagen sorgen nun dafür, dass die Bewohner besser mit Mülltrennung klarkommen.

Eine aktuelle Maßnahme: Aktion "Stofftaschen statt Plastiktüten"

Hausleiter Herbert Schlecht war von Anfang aufgeschlossen für das Nachhaltigkeitsprojekt, hat nun selbst ein erste Nachhaltigkeitsmaßnahme gestartet: die Aktion „Stofftaschen statt Plastiktüten“. Unsere Weltmeere sind voll von Plastikmüll. Plastik ist inzwischen sogar in die Nahrungskette eingedrungen. Gegen eine Spende in Höhe von 1 Euro sind ab sofort an der Rezeption des Wohnstifts und im Stiftsladen vielfach verwendbare Taschen aus Biobaumwolle erhältlich. Diese tragen das Logo der KWA Zukunftspioniere. – Die Spenden kommen weiteren Nachhaltigkeitsprojekten des Hauses zugute.

KWA Mitarbeiterin Corina Mayer ist Ansprechpartnerin für die Konstanzer KWA ZukunftspioniereAls „Ankerperson“ im KWA Parkstift Rosenau steht Mitarbeiterin Corina Mayer zur Verfügung. Sie ist als Ansprechpartnerin für alle Konstanzer KWA Zukunftspioniere Bindeglied zur Hausleitung, koordiniert und begleitet Treffen der Zukunftspioniere, unterstützt, wo erforderlich, mit Rat und Tat. Die Vernetzung mit der Konstanzer Stadtgesellschaft in Sachen Nachhaltigkeit sieht Projektleiterin Martina Wegner als nächsten wichtigen Schritt. Kooperationen und Wissenstransfer seien wünschenswert. An Nachhaltigkeitsprojekten interessierte Verbände, Vereine und auch Einzelpersonen können über das Wohnstift Kontakt mit ihr aufnehmen. 

Ein Tipp des Oberbürgermeisters: Vorhandene Expertise nutzen

Oberbürgermeister Ulrich Burchard war der Einladung zur Projektvorstellung gefolgt. Nachhaltige Entwicklung sei die Überschrift über allen Masterplänen und Strategien der Stadt Konstanz. Aufgrund des Platzmangels habe man in Konstanz schon immer auf einen niedrigen Flächenverbrauch geachtet und das werde auch weiterhin so sein. Man wolle ein "smartes" Wachstum aktiv steuern, suche nach Ideen für attraktives Wohnen auf wenig Fläche. Wichtig sei dabei, dass die Stadt für alle lebenswert ist, unabhängig von Alter, Herkunft und Einkommen.

Prof. Dr. Martina Wegner, KWA Stiftsdirektor Herbert Schlecht und Oberbürgermeister Ulrich BurchardtDen KWA Zukunftspionieren empfahl er, sich in Bezug auf Insekten beispielsweise die Expertise des BUND zunutze zu machen. Auch bei den 17.000 Studierenden der Stadt, die aus 130 verschiedenen Ländern kommen, sieht er ein großes Zukunftspotenzial. Allerdings fange Nachhaltigkeit bei jedem Einzelnen an. "Ich kann deshalb das KWA Projekt nur begrüßen und freue mich zu sehen, welche Energien da freigesetzt werden." Solche Initiativen vermitteln Bewusstsein, bewirken Veränderung. In Konstanz gebe es rund 800 Vereine und Initiativen. "Wir strecken die Hand gerne aus, wenn sie gebraucht wird, und stehen bereit für weitere Vernetzungen und Kooperationen."

Die Idee des Verantwortlichen: das Projekt an weiteren Standorten ausrollen 

KBS Geschäftsführer Thomas Schurr ist angetan vom Engagement und von den Ideen der KWA Zukunftspioniere, hofft auf ein stetiges Wachsen der Teilnehmerzahl und guter Ideen. „Wir werden das Projekt noch in diesem Jahr in zwei weiteren KWA Wohnstiften ausrollen“, so Schurr. „Ich kann mir vorstellen, dass Ideen, die hier entwickelt wurden, auch von anderen KWA Zukunftspionieren aufgenommen werden. Umgekehrt hat man an anderen KWA Standorten vielleicht Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit, die auch hier in Konstanz neue Maßnahmen auslösen.“ 

Stiftsbewohnerinnen und KWA Vorstand Dr. Stefan ArendNachhaltigkeitsprojekte nutzen ganz vielen Menschen und auch der Natur. Doch die teilnehmenden Senioren können noch etwas anderes bewirken, nämlich ein Umdenken im Hinblick auf alte Menschen. „Als KWA Vorstand sehe ich im Projekt „Zukunftspioniere“ die gute, große Chance und das Potenzial, das fast schon diskriminierende Bild vom Alter als eine gesellschaftliche Belastung ein Stück weit geradezurücken und neue Perspektiven zu geben. Alte Menschen übernehmen als Zukunftspioniere Verantwortung für das Morgen und gestalten so – wie auch junge Menschen – unsere gemeinsame Zukunft. Das braucht eine Gesellschaft des langen Lebens!“, so Dr. Stefan Arend.

Projektvorstellung KWA Zukunftspioniere im KWA Parkstift Rosenau in Konstanz: 1. Reihe, v. l.: Corina Mayer, Liselotte Pfeiffer, Margita Voswinkel, Projektleiterin Prof. Dr. Martina Wegner, Doris Krauss; 2. Reihe, links vom Display, v. l.: Dieter Krauss, Stadtseniorenrat Hans-Peter Klauda (Gast), KWA Vorstand Dr. Stefan Arend, 2. Reihe, rechts vom Display, v. l.: KWA Projektverantwortlicher Thomas Schurr, Stiftsdirektor Herbert Schlecht, Prof. Dr. Maike Sippel (Gast), Karl-Ulrich Schaible (Gast)
1. Reihe, v. l.: Corina Mayer, Liselotte Pfeiffer, Margita Voswinkel, Projektleiterin Prof. Dr. Martina Wegner, Doris Krauss; 2. Reihe, links vom Display, v. l.: Dieter Krauss, Stadtseniorenrat Hans-Peter Klauda (Gast), KWA Vorstand Dr. Stefan Arend, 2. Reihe, rechts vom Display, v. l.: KWA Projektverantwortlicher Thomas Schurr, Stiftsdirektor Herbert Schlecht, Prof. Dr. Maike Sippel (Gast), Karl-Ulrich Schaible (Gast) 


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